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Dämmerungszahl: fast alle benutzen sie, aber sie sagt fast nichts aus!

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16. Januar 2008 10:30
Vorab: Im Interesse präziser Sprache zur Vermeidung von Mißverständnissen benutze ich den Begriff „Dämmerungsleistung“ nur ganz allgemein im Sinne von „Eignung oder Fähigkeit eines Fernglases zur Beobachtung in der Dämmerung“ und den Begriff „Dämmerungszahl“ für die unter diesem Namen bekannte Kennzahl „Wurzel aus Produkt von Vergrößerung und Öffungsdurchmesser in Millimeter“, mit der die „Dämmerungsleistung“ quantitativ ausgedrückt werden soll.

Die Einführung der Dämmerungszahl vor ewigen Zeiten (ich weiß nicht, wer sie wann eingeführt hat) muß wohl ein nicht richtig durchdachter Schnellschuß gewesen sein. Da sie auf den ersten Blick bei oberflächlicher Betrachtung „einleuchtet“ und vor allem, weil sie eine griffige „Kennzahl“ liefert anstelle sorgsam gegeneinander abzuwägender Parameter, die sich nur mit ausreichenden Fachkenntnissen und unter Beachtung individueller Beobachtungssituationen beurteilen lassen, hat sie sich auf breiter Front international durchgesetzt. Es gibt kaum einen Fernglashersteller oder Fernglasvertreiber, der nicht in seinen technischen Daten auch die Dämmerungszahl aufführt (engl. Bezeichnung: „twilight factor“). Der in den USA populäre „visibility factor“ oder gelegentlich auch „visibility index“ des Astronomie-Buchautors Roy L. Bishop ist nichts anderes als das Quadrat des Dämmerungsfaktors und macht die Sache statt besser noch schlechter, weil die Potenzierung die irreführenden Werte noch stärker spreizt und so die scheinbaren Leistungsunterschiede überbetont.

Völlig unsinnig ist die von Ihnen zitierte, auch schon relativ alte, aber glücklicherweise weitgehend vergessene Interpretation des Dämmerungsfaktors als eine Art „Reichweite“ in Meter. Das kann gar nicht stimmen, denn auf welche Distanz die benötigten Details erkennbar sind, hängt ja auch von der in der Dämmerungszahl überhaupt nicht erfaßten Objekt- und Detailgröße sowie andererseits von der momentanen Beleuchtungsstärke, die sich je nach Jahreszeit und Bewölkung über mehr als eine Stunde bis viele Stunden laufend ändert, während der Dämmerungsphase ab (Beispiel: um Details an einen Marder erkennen zu können, ist – gleiche Bildhelligkeit und Vergrößerung vorausgesetzt, eine viel kürzere Entfernung nötig als an einem Elch). Falls Sie das nicht nachvollziehen können sollten, frage ich Sie, wie hoch denn dann wohl die Dämmerungsleistung (= „Entfernung in Meter, bei der noch Details bei Dämmerlicht unterschieden werden können“) des menschlichen Auges ohne Fernglas ist? Sie müßte die Wurzel aus dem Produkt aus 1 (= Vergrößerungsfaktor ohne Fernglas) und 7 (angenommener max. Öffnungsdurchmesser der Augenpupille), also ca. 2,65. Können Sie bestätigen, daß Sie in der Dämmerung mit bloßem Auge Details noch oder nur bis 2,65 m Entfernung erkennen können? Sie sehen also, wie unsinnig die Reichweiteninterpretation der Dämmerungszahl ist.

Wenn überhaupt, so eignet sich die Dämmerungszahl nur zum Vergleich von Ferngläsern sehr nahe beieinander liegender Vergrößerungen und Öffnungen bei der Beobachtung flächiger, also zumeist terrestrischer Gegenstände (also nicht punktförmiger Gegenstände wie in der Astronomie). Sobald Vergrößerung und/oder Öffnung sich bei den betrachteten Ferngläsern stärker unterscheiden, kommt es zu ganz absurden Ergebnissen, wenn man die Dämmerungszahl als Leistungsindex darauf anwendet: So müßten z.B. ein 7x50-Glas und ein 50x7-Glas gleichwertig sein, worüber jeder und insbesondere der Jäger und der Astronom nur lachen kann.

Ein weiterer Kritikpunkt ist, daß die Dämmerungszahl weder die aktuelle oder maximale Pupillengröße des Beobachters, noch die Transmission des Fernglases noch den Stiles-Crawford-Effekt berücksichtigt. Auflösung und Kontrast spielen dabei ohnehin keine Rolle.

Man kann zum Thema Dämmerungszahl eigentlich nur das Tuch des Schweigens breiten und sagen „requiescat in pace“.

Walter E. Schön
Thema Autor Klicks Datum/Zeit

Fernglasauswahl nach Bestimmung der Pupillengröße

Siegfried Wenzel 6116 12. Januar 2008 11:20

Hinweis zur Dunkeladaption und zur Dunkeladaptionszeit

Walter E. Schön 4066 12. Januar 2008 14:02

Re: Hinweis zur Dunkeladaption und zur Dunkeladaptionszeit

Weißnich 1915 15. Januar 2008 15:15

Weites scheinbares Sehfeld könnte nützlich sein

Holger Merlitz 1963 15. Januar 2008 15:51

Praxisgerechtes Zeiss Victory 8x56 FL

Norbert Weigand 2787 15. Januar 2008 16:09

Re: Weites scheinbares Sehfeld könnte nützlich sein

Weißnich 1758 15. Januar 2008 17:10

7x50 WW

Holger Merlitz 2069 16. Januar 2008 09:19

8x56 Via Nova

Siegfried Wenzel 2347 16. Januar 2008 17:22

Preis-Leistung berücksichtigen

Andreas Fichtel 2409 17. Januar 2008 04:44

Merkwürdige Logik

Siegfried Wenzel 1927 17. Januar 2008 09:42

Re: Erst kommt das präzise Ansprechen

Manni 1745 17. Januar 2008 18:01

Docter 8x58 B/CF + Meopta B1 8x56

Karel Jaromír 6326 30. Januar 2008 10:44

Re: Docter 8x58 B/CF + Meopta B1 8x56

Holger Merlitz 5684 30. Januar 2008 11:51

Re: Docter 8x58 B/CF + Meopta B1 8x56

Peter Koch 2779 12. Mai 2009 09:13

Re: Docter 8x58 B/CF + Meopta B1 8x56

Robert Fritzen 2856 30. Januar 2008 14:36

Re: 7x50 WW

Mondschatten 1928 30. Oktober 2009 14:12

Re: Fernglasauswahl nach Bestimmung der Pupillengröße

Bernd Sommerfeld 1967 12. Januar 2008 22:44

Meine Erfahrung mit dem 7x42 war nicht optimal.

Siegfried Wenzel 2223 13. Januar 2008 15:06

Re: Meine Erfahrung mit dem 7x42 war nicht optimal.

Peter Köster 2231 13. Januar 2008 21:22

Re: Meine Erfahrung mit dem 7x42 war nicht optimal.

champollion 1948 14. Januar 2008 10:54

Falsche Begründung

Heiko Glanz 2082 14. Januar 2008 12:06

Versuch einer Begründung

Gerd Heuser 1856 14. Januar 2008 14:06

Re: Versuch einer Begründung

Peter Köster 2031 15. Januar 2008 02:35

Wie waren denn die Testbedingungen?

Otto Grieser 1814 15. Januar 2008 09:45

Re: Wie waren denn die Testbedingungen?

Gerd Heuser 1773 15. Januar 2008 10:05

Re: Wie waren denn die Testbedingungen?

Peter Köster 4859 15. Januar 2008 21:06

Re: Wie waren denn die Testbedingungen?

Peter Köster 1958 15. Januar 2008 21:10

Re: Versuch einer Begründung

Gerd Heuser 1812 15. Januar 2008 10:03

Der noch immer weitgehend unbekannte Stiles-Crawford-Effekt

Walter E. Schön 2259 15. Januar 2008 10:28

Stiles-Crawford-Effekt

Gerd Heuser 2192 15. Januar 2008 12:56

Re: Versuch einer Begründung

Weißnich 1845 15. Januar 2008 14:26

Geometrische Kennzahlen

Gerd Heuser 1931 16. Januar 2008 08:12

Dämmerungszahl: fast alle benutzen sie, aber sie sagt fast nichts aus!

Walter E. Schön 3688 16. Januar 2008 10:30

Re: Dämmerungszahl: fast alle benutzen sie, aber sie sagt fast nichts aus!

Weißnich 1866 16. Januar 2008 15:08

Re: Falsche Begründung

Heiko Glanz 1813 30. Oktober 2009 12:37

Hallo Sportsfreund,

Volker Werres 1746 30. Oktober 2009 12:54

Re: Falsche Begründung

pepe 1562 30. Oktober 2009 12:58

Ganz schön dummdreist

OhWeh 1737 30. Oktober 2009 13:51

Re: Meine Erfahrung mit dem 7x42 war nicht optimal.

Robert Schwarz 3590 16. Januar 2008 23:03



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