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1. Extrem ist nicht steigerbar, 2. einige Antworten

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15. Juli 2006 01:34
Wenn innerhalb kurzer Zeit keine Antwort kommt, muß das nicht heißen, daß Ihnen keiner antworten kann oder will. Was mich betrifft, so hatte ich schlichtweg die letzten Wochen keine Zeit und war wegen Erweiterung meiner Computeranlage zeitweise ohne Internetverbindung, weil eine für die neuen hochauflösenden Monitore benötigte Grafikkarte nicht lieferbar war. Andere, die Ihnen hätten antworten können, waren vielleicht aus anderen oder ähnlichen Gründen verhindert.

Bleiben wir bei „extrem“, denn das ist bereits ein nicht mehr weiter steigerbarer Superlativ wie z.B. auch „optimal“ oder „maximal“: Das Extreme ist ins Deutsche übersetzt das Äußerste, jenseits dessen es nichts mehr geben kann (sonst wäre es ja nicht das Äußerste).

Alle Extrema oder „Maximaldaten“ von Ferngläsern hier aufzuführen, erforderte eine Menge Recherchen, für die ich keine Zeit habe. Aber zumindest zu den von Ihnen angesprochenen Parametern kann ich auch ohne Recherchen einiges sagen:

Sehfeld:

Der Mensch überblickt beidäugig ohne Fernglas und ohne Kopfbewegung ein Gesichtsfeld (das ist die korrekte Bezeichnung zur Unterscheidung vom Sehfeld eines optischen Instruments) von horizontal etwa 180° und vertikal etwa 120°, wenn die Augen unbewegt geradeaus nach vorn gerichtet sind, und ca. 240° horizontal, wenn die Augen rollen dürfen. Nach oben und unten erweitert sich der Winkel beim Augenrollen nicht; im Gegenteil wird der Winkel nach oben (ca. 50°) durch das Rollen der Augen nach oben wegen der vorspringenden Augenbrauen sogar kleiner.

Ein derartiges scheinbares Sehfeld, welches das volle Gesichtsfeld umfaßt, ist aus mehreren Gründen mit Ferngläsern nicht erreichbar und wäre auch nicht sinnvoll, weil es im Randbereich völlig unnatürliche perspektivische Verzerrungen gäbe. Als sinnvoll kann man scheinbare Sehwinkel von bis zu etwa 90° betrachten, doch weil so große scheinbare Sehwinkel geradezu dazu verleiten, mit den Augen zu rollen, müßte die Austrittspupille riesig sein (weil sich beim Augenrollen die Lage der Pupille verschiebt), damit keine partielle Bildfeldabdunklung (Kidneybean-Effekt) auftritt. Man stößt also schon vorher an Grenzen der Machbarkeit und Praktikabilität, von den bei halbwegs brauchbarer Randschärfe entstehenden Kosten gar nicht zu reden.

Weil aber schon vorher die Kosten explodieren oder die Schärfe in die Knie geht, sollte man irgendwo zwischen 70° und 80° aufhören. Sehfelder um oder kanpp über 70° findet man durchaus in einigen kommerziellen Ferngläsern, allerdings bei nur noch mäßiger bis schlechter Randschärfe.

Austrittspupille

Natürlich gibt es Ferngläser mit kleinerer AP als 2,5 mm. Sie brauchen sich bloß die Zoomferngläser anzusehen, die z.B. bis 15- oder 20fache Vergrößerung (und manchmal noch mehr) erreichen, aber nur einen bescheidenen Objektivdurchmesser haben. Manche Ferngläser bieten dann nur noch 0,5 mm AP-Durchmesser. Leider gibt es zu viele, die keine Ahnung haben und dann so einen Unsinn kaufen, ganz abgesehen davon, daß sie das Fernglas bei solchen Vergrößerungen gar nicht ruhig genug halten können.

Größere AP-Durchmesser als ca. 7 mm kommen kaum vor, weil es normalerweise keinerlei Vorteile, aber viele Nachteile gibt (Größe, Gewicht, Preis, absinkende Leistung), wenn die AP größer als die maximale Augenpupille ist. Bedenken Sie auch, daß mit wachsender AP bei großem Sehwinkel auch der Durchmesser der Okularlinsen rasch viel größer wird, was bei einem binokularen Gerät Probleme bereitet, weil zwischen die beiden Okulare noch die Nase passen muß. Größere AP-Durchmesser können ausnahmsweise nützlich sein, wenn z.B. bei Beobachtung von einem schwankenden Schiff, fahrenden Auto oder vibrierenden Flugzeug (Hubschrauber) starke Relativbewegungen des Fernglases zum Auge auftreten, der Beobachter also seine Augenpupille nicht zentrisch zur AP halten kann und zusätzlich wegen Dunkelheit die volle Augenpupillengröße genutzt werden soll. Das ist bei Marine- und auch einigen anderen Militäferngläsern der Fall, und deshalb gibt es solche überdimensionierten APs auch nur dort.

Historie in meinem Fernglasbuch

Mein Buch soll die Technik und den Einsatz moderner Ferngläser behandeln. Deshalb wird es darin nur einen kurzen historischen Abriß in Form einer Zeittafel mit den wichtigsten Entwicklungsschritten und Personen geben. Dieses Kapitel ist noch nicht erstellt, so daß ich seinen Umfang nicht präzise angeben kann. Aber viel mehr als 5 Seiten werden es bestimmt nicht sein (Gesamtumfang des Buches ca. 500 Seiten).

Weitere Antworten folgen vielleicht in ein paar Tagen. Ich bin sehr mit Arbeit überlastet, weil die Photokina naht und ich wegen meiner Computerprobleme und -erweiterungen viel Zeit verloren habe und in Terminrückstand geraten bin. Sie haben sicher Verständnis dafür, daß mein Beruf vorgeht und meine Beiträge in diesem Forum demgegenüber zurückstehen müssen.

Walter E. Schön
Thema Autor Klicks Datum/Zeit

Was sind die extremsten Ferngläser?

Jan Maas 3579 04. Juli 2006 19:25

Re: Was sind die extremsten Ferngläser?

Jan Maas 3119 14. Juli 2006 19:29

1. Extrem ist nicht steigerbar, 2. einige Antworten

Walter E. Schön 2401 15. Juli 2006 01:34

Re: Was sind die extremsten Ferngläser?

Holger Merlitz 3169 15. Juli 2006 11:36

Re: Was sind die extremsten Ferngläser?

OhWeh 2081 17. Juli 2006 08:33

Re: Was sind die extremsten Ferngläser?

Richard Welteroth 5303 17. Juli 2006 10:41

Re: Was sind die extremsten Ferngläser?

S. Green 4608 18. Juli 2006 17:15



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