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Weitere Erfahrungen mit dem Kowa 10,5x44 XD

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MP
28. November 2008 19:02
Nachdem ich dieses Glas einige Wochen verwendet habe und daneben auch das Zeiss 10x42 FL Victory (mit LotuTec) und ein Ultravid 10x42 HD verwenden konnte, kann ich etwas mehr zu diesem Fernglas schreiben. Ich gebe selbstverständlich nur meine subjektiven Erfahrungen und Wertungen wieder, andere mögen es anders sehen.

Meist kann ich mich Herrn Distel (vgl. hier unter Erfahrungsberichte) oder Herrn Meijerink (auf www.tvwg.nl) anschließen.

Dass alle drei Gläser hervorragend abbilden, sei zur Klarstellung vorausgeschickt. Wer sich eines der drei Modelle kauft und zur Tagbeobachtung einsetzt, wird wahrscheinlich so lange an der Abbildung seines Glases nicht herummäkeln, so lange er nicht durch ein anderes sieht, bei dem irgendein Faktor, auf dem der Träger Wert legt, besser gelungen ist.

Mein Kowa vergrößert subjektiv deutlich mehr als das Leica Ultravid und immer noch merklich mehr als mein Zeiss 10x42. Ich kann mit dem Kowa leichter Schriften auf große Entfernungen erkennen als mit den beiden Konkurrenten, das Glas zeigt die Schriften in ganz ausgezeichneter Schärfe. Sitzende und fliegende Kleinvögel kann ich mit diesem Glas in Entfernungen von über 200 m m.E. schneller bestimmen und deutlicher erkennen als mit der Konkurrenz, bei Großvögeln ist mir ein nennenswerter Unterschied bisher nicht aufgefallen. Diesen Gesichtspunkt halte ich für den für ornithologische Zwecke auffälligsten Unterschied zwischen den betrachteten Modellen. Allerdings ist es mit dem Vergleich so eine Sache. Ruhende Objekte kann man ja meist vergleichen, aber fliegende kaum, denn man müsste ja z.B. den fliegenden Vogel streng genommen gleichzeitig durch alle drei Gläser sehen, um wirklich vergleichbare Prüfsituationen zu schaffen. Das geht gar nicht, also spielt das Gefühl (oder der Wunsch, seinen persönlichen Kauf zu rechtfertigen?) hier in unbekanntem Ausmaß mit, und wer weiß, ob die Wertung nun nicht von dem Wissen um die potenziellen Möglichkeiten dieser Ferngläser beeinflusst wird. [Das gilt übrigens auch für das subjektiv oft als angenehmer empfundene Bild eines 8,5 fach vergrößernden Glases gegenüber einem 8fachen oder den Vergleich eines 7fachen Glases mit einem 10fachen. Sehe ich da bei bewegten Objekten wirklich mehr oder eben ruhiger und dadurch mehr oder meine ich das nur?]

Ich bleibe beim Bild, das die Gläser zeigen. Die weiteren auffälligen und für Beobachter interessanten Unterschiede sind Farbsaumfreiheit und Helligkeit. Als ich noch allein mit einem normalen Ultravid beobachtete, habe ich nur selten die Farbsäume des Glases als störend empfunden. Dann kam das Zeiss, seitdem stören die Farbsäume, ich habe mich inzwischen an eine bessere Korrektur gewöhnt und möchte sie nicht mehr missen. Das Kowa zeigt noch etwas weniger Farbsäume als das Zeiss. Auch das Ultravid HD zeigt noch deutlich mehr Farbsäume als die beiden anderen Modelle. In der Helligkeit liegt das Zeiss merklich vor den beiden anderen Modellen, das Ultravid HD würde ich als minimal heller einschätzen als das Kowa. Weniger fallen die Unterschiede im Kontrast auf, alle drei sind sehr gut, aber meine Reihenfolge wäre Ultravid HD vor Zeiss und Kowa bei insgesamt nicht sehr deutlichen Unterschieden. Der von anderen Beobachtern noch deutlicher hervorgehobene Kontrastvorteil des Ultravid könnte theoretisch ein Bestimmungsvorteil in manchen Situationen sein, ich kann das nicht bestätigen, aber ich mag z.B. das Leica-Rot bei heller Sonne. Der Laternentest zeigt das Zeiss hinsichtlich der Reflexionen spürbar vor dem Ultravid HD und dem Kowa, die sich in dieser Hinsicht gut und sehr ähnlich verhalten. Das Kowa verzeichnet am wenigsten, weniger als das Leica und klar weniger als das Zeiss. Für ornithologische Zwecke halte ich diese Unterschiede aber für irrelevant. Die Randschärfe will ich aus dem gleichen Grund nicht beurteilen, irgendwie rücke ich immer alles in die Mitte und ich fühle mich nicht kompetent, hier eine Wertung abzugeben.

Handhabung und Haptik: Das Kowa ist deutlich schwerer als die Konkurrenz, aber auch merklich leichter als z.B. das leichte 10x50 HD Ultravid, mit dem manche ja beobachten. Das 10,5x44 hängt gut um Hals und am Körper und hat den breitesten Trageriemen, den ich bisher bei einem Fernglas gesehen habe. Mit dem alten Leica 10x42 Trinovid hatte ich deutlich mehr Trageprobleme als jetzt mit dem Kowa. Im Winter, wenn ich eine Jacke trage, kann ich das Kowa jedenfalls gut stundenlang im Flachland tragen. Wie das im Gebirge und an heißen Tagen ist, bleibt abzuwarten. Dennoch gefällt mir das Zeiss vom Tragekomfort am besten. Im Laternentest zittere ich mit dem Kowa nur etwas mehr als mit dem Zeiss, aber ausgerechnet mit dem leichtesten der drei, dem Ultravid, noch etwas mehr (eine Folge der Daumenfalte?) bei insgesamt geringen Unterschieden. Mit dem deutlich schwereren Leica Duovid zittere ich mit 12facher Vergrößerung deutlich mehr (ungeschlagen dagegen in der Bildruhe ist das bildstabilisierte Canon 12x36 IS II). Bei Tage kann ich mit dem Kowa zur Not auch mit der rechten Hand beobachten, während ich das Spektiv auf der linken Schulter trage. Der günstig angeordnete und bei den noch frostfreien Tagen hervorragend gängige und spielfreie Drehknopf des Mitteltriebes macht das Fokussieren mit dem Kowa sehr leicht und sehr präzise, der Drehwinkel zwischen 5m und unendlich beträgt etwa 150 Grad. Bei insgesamt geringen Unterschieden gefällt mir die Kowa-Fokussierung von den drei Modellen am besten, aber ich komme mit der Fokussierung aller drei Gläser gut klar. Die Armierung des Leica gefällt mir, wenn man von der Faltung absieht, am besten. Auch das Kowa fühlt sich gut an, die starken Erhebungen der Zeiss-Armierung mag ich nicht so gern. Insgesamt würde ich dem Zeiss Handhabungsvorteile zusprechen, das Kowa schlägt sich bisher nicht so schlecht, wie man vom Gewicht her meinen sollte, und das Leica nicht so gut wie man allein vom Gewicht her denken sollte.

Augenmuscheln und Einblick: Zeiss vor Leica und Kowa. Die Augenmuscheln des Kowa sind zu hart und von der Seite kann mehr Licht als bei der Konkurrenz kommen, ist bei mir bisher aber noch nicht störend aufgetreten . Zeiss hat die Angelegenheit für mich am besten gelöst. Das Ultravid HD ist nicht unproblematisch, weil der Abstand zwischen den Austrittspupillen sehr präzise eingestellt werden muss. Ich hasse es, mit einer Brille durch Ferngläser zu sehen, die dann vom Fernglas an die Augen gedrückt wird. Zum Glück bin ich im Wesentlichen nur alterssichtig und kann beim Beobachten auf die Brille verzichten. Ich bewerte die Eignung der drei Modelle für Brillenträger daher nicht.

Verarbeitung: Das Kowa wirkt zunächst einmal tadellos verbeitet, ist aber eben auch neu. Ähnlich wie bei meinem fünf Jahre alten normalen Ultravid merke ich, dass die Armierung auf Druck halbseitig ganz leicht mit einem leichten Geräusch nachgibt, so als ob die Verklebung dort zu schwach wäre. Allerdings kann ich auch bei einem acht Jahre alten Swarovski EL 8,5x42 durch Druck in die Griffmulde ein ähnliches Geräusch erzeugen. Bei dem zwei Jahre alten Zeiss kann ich keinerlei Verarbeitungsmängel feststellen.

Listenpreise: Kowa 10,5x44 XD: 1144 €, Zeiss 10x42 FL 1695 €, Leica Ultravid 10x42 HD 1995 €. Es tut mir leid, aber wenigstens das Leica Ultravid HD halte ich angesichts des Gebotenen für klar überteuert. Wenn es sich als haltbar erweist (die Garantie beträgt die inzwischen üblichen 10 Jahre), hat das Kowa mit Abstand das beste Preis-Leistungsverhältnis der drei.

Wer kann ein Kowa 10,5x44 XD gebrauchen? Es ist kein Glas für jedermann. Wer kleinere Vergrößerungen bevorzugt, für den ist es nichts. Man sollte schon wissen, dass man dieses Glas ruhig halten kann und dass man diese Vergrößerung auch nutzen kann. Für wen das zutrifft und wer bisher kein 10faches Glas hat, der hat wirklich eine preisgünstige Alternative und eine wirklich hervorragende Abbildungsleistung. Als Ergänzung zu einem vorhandenen 10x42 kommt es dann in Frage, wenn man sich sicher ist, dass man viel in Offenlandschaften wie Küsten und großen Seen oder den sichtbaren Vogelzug beobachten möchte, etwa von besonders geeigneten Stellen aus wie Anhöhen, Pässen, Meerengen, Beobachtungshütten oder –türmen. Auch zur Ansitzbeobachtung von Felswänden (felsbrütende Vögel) ist es sicher gut geeignet.Ausprobieren!

MP














4-mal bearbeitet. Zuletzt am 28.11.08 19:19.
Thema Autor Klicks Datum/Zeit

Weitere Erfahrungen mit dem Kowa 10,5x44 XD

MP 5060 28. November 2008 19:02

Danke!

Wiesner 1412 28. November 2008 21:47

Re: Danke!

E.Laljak 1259 29. November 2008 08:56

Einige Anmerkungen

Labrador 1442 29. November 2008 14:14

Kleine Anmerkung zu Ihren Anmerkungen

Dick van den Berg 1330 29. November 2008 15:11

Ich hatte wohl etwas zu optimistische Preise für das Trinovid im Kopf ...

Labrador 1259 29. November 2008 15:50

Noch eine Korrektur meiner Anmerkungen

Labrador 1240 29. November 2008 17:41

Frage hinsichtlich der Vergrösserung

Dick van den Berg 1182 29. November 2008 17:36

Mein Zeiss 10x42 FL vergrößert subjektiv leicht mehr als das 10x42 Ultravid HD

MP 1315 29. November 2008 18:37

Die Formulierung ist schon klar....

Dick van den Berg 1159 29. November 2008 19:23

Ich antworte doch

MP 1176 29. November 2008 21:07

Vergrößerung bestimmen

Thomas Koch 1125 30. November 2008 10:00

Ohne spezielle Meßmittel nur näherungsweise möglich

Walter E. Schön 1167 30. November 2008 10:56

Re: Ohne spezielle Meßmittel nur näherungsweise möglich

Thomas Koch 996 30. November 2008 12:27

Annäherung durch Mehrfachmessungen

Peter Wolfgarten 941 11. April 2010 10:29

Re: Da fühle ich mich als Anwender überfordert

MP 1048 30. November 2008 11:59

Re: Da fühle ich mich als Anwender überfordert

Thomas Koch 1025 30. November 2008 12:33

Re: Vergrößerung bestimmen

marc champollion 1105 01. Dezember 2008 14:31

Kleine Ergänzung

Walter E. Schön 1054 01. Dezember 2008 14:47

Das ist in Wahrheit aber nur eine optische Täuschung!

MP 1059 09. Dezember 2008 13:14

Re: Kowa 10,5x44 XD - Bericht Teil 2

JC_4 1547 01. Dezember 2008 20:02

Meldung an dem Admin: Der Link unter "Testberichte" funktioniert (noch) nicht. ( ohne Text )

Dick van den Berg 1015 08. Dezember 2008 19:33

Danke für den Hinweis

jForumAdmin 982 08. Dezember 2008 20:44

Warum dieser Eiertanz?

Hartmut Müller 1235 04. Dezember 2008 16:24

Re: Warum dieser Eiertanz?

Wiesner 1290 04. Dezember 2008 16:53

Damit mußte man rechnen...

Volker Werres 1227 04. Dezember 2008 17:36

Re: Damit mußte man rechnen...

Michael Brücker 1219 05. Dezember 2008 08:26

Re: Damit mußte man rechnen...

Volker Werres 1142 05. Dezember 2008 09:57

Re: Damit mußte man rechnen...

Gunnar 1284 05. Dezember 2008 10:29

Re: Warum dieser Eiertanz? - "Mehrgewicht, wieder so ein Larifariargument"

marc champollion 1144 08. Dezember 2008 12:13

Re: 1 kg für 1,5 h

JC_4 1184 09. Dezember 2008 16:28

Zur Ergänzung

Uwe Riekert 1173 09. Dezember 2008 23:08

Re: 1 kg für 1,5 h

marc champollion 1027 10. Dezember 2008 02:11

Re: Ausdauer und Empfinden; Verwackeln mit / ohne Brille

JC_4 1148 10. Dezember 2008 18:03

Re: 1 kg für 1,5 h

Holger Hückstedt 1037 10. Dezember 2008 13:04

Re: 1 kg für 5 - 6 h ist zuviel - tlw. themenfremd

JC_4 994 12. April 2010 20:29



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