Willkommen! Anmelden Ein neues Profil erzeugen

Erweiterte Suche

Meine Erfahrungen mit dem Zeiss Conquest 10 x 40

Juelich-Logo

 
deutsch  english  franais  chinese
Impressum
 
Forumregeln
 
Lupen
Mikroskope
Schulung
Messtische
Mess-Software
Mikroskopierdienst
Mikroskopservice
Sonderanfertigungen
 
Ferngläser
Spektive
Teleskope
Stative
Globen
 
Sonderposten
Veranstaltungen
Forum
Testberichte
 
AGB
Kontakt

 

Hans Günther Schumacher
08. März 2006 20:42
Wenn gilt, daß die Größe des Abschiedgeschenks die erworbene Wertschätzung ausdrückt, dann hat es bei mir nur zur zweiten Liga gereicht, Zeiss Conquest 10 x 40 T. Ich hätte mich aber auch nicht beschwert, wäre es das erwartete 10 x 25 geworden, denn das hatte ich mir eigentlich gewünscht und da hätte ich auch gerne zugezahlt. Nun wurde es viel mehr und ich war sprachlos. Meine Frau nicht, sie vermutete, in dem größeren Geschenk erkennt man die Freude der Abteilung, mich endlich los zu sein, aber wie es auch sei.
Zum Glas.
Das Zeiss Conquest 10 x 40 T wird mit einer Gewebetasche aus Cordura geliefert, zum weiteren Lieferumfang gehören Trageriemen und Schutzdeckel. Mitgeliefert wird dazu noch ein Mikrofasertuch zur Reinigung. Der Augenabstand läßt sich von Schulkind bis Dickschädel einstellen. Im Gegensatz zum Victory sind die Einstellungen für Schärfe und Dioptrienausgleich getrennt. Ich bin kurzsichtig, links immerhin bis - 4,75 und mir war eine Nutzung auch ohne Brille wichtig. Es geht, danach ist aber bald Schluß.
Der Abstand zwischen Auge und augenseitiger Okularlinse läßt sich präzise und feinfühlig einstellen. Mit Brille paßt bei mir die Stellung minimal, ohne Brille muß die Augenmuschel fast ganz hinaus. Meine Frau findet dagegen den besten Einblick mit Brille, wenn die Augenmuschel nicht vollständig hineingeschoben ist. Ich denke also, die meisten Menschen kommen zurecht.
Die Fläche, die man übersieht, kann man grob in drei Bereiche einteilen.
Der innere Kreis mit einem Durchmesser von ca. 50% liefert ein perfektes Bild. gerade Linien bleiben gerade, ein störender Farbsaum ist nicht festzustellen. Der Test am Nachthimmel, Venus-Saturn-Jupiter, bestätigt dies.
Der mittlere Kreisring von ebenfalls etwa 40% zeigt bei sorgfältiger Betrachtung einen Farbsaum, wenn man z.B. einen dünnen Ast gegen einen hellen Hintergrund betrachtet. Der Farbsaum ist blauviolett bzw. auf der entgegengesetzten Seite gelbgrün. Man kann noch kein Beobachtungsobjekt finden, bei dem hier feinere Einzelheiten verlorengehen. gerade Linien bleiben gerade.
Der äußere Kreisring zeigt zwei Fehler.
Die geraden Linien werden, je weiter man zum Rand kommt verbogen, nicht viel aber auch nicht zu übersehen. Will man diese Linien noch ganz scharf sehen, dann hat man die Wahl zwischen scharfen Linien am Rand und scharfem Bild in der Mitte. Jetzt, wo ich weiß wie man eine solche Prüfung absolviert, nämlich auf dem Stativ und mit montiertem Winkelmesser, kann ich die Fehler dieses Fernglases sehr schön bestimmen. Die Differenz Randschärfe zur Mittenschärfe wird dann ausgeglichen, wenn auf einer Entfernung von vielleicht 150 Meter betrachtet, die Senkrechte um ca. 3° verdreht wird. Diese Verdrehung zeigt von Mitte bis Rand alles scharf.Die Durchbiegung bleibt natürlich.
Ich wollte wissen, wie man diese Werte einordnen kann und habe mit der selben Methode noch ein Vixen Apex Pro 10x42 Fernglas und ein Optolyth Alpin 10 x 42 getestet, das waren die Gläser die ich auftreiben konnte. Nach meiner Methode, subjektiv aber mit einem Schuß Reproduzierbarkeit, schneidet das Conquest besonders in der Randschärfe besser ab. Der Test mit dem Alpin zeigt einen kräftigeren Farbfehler, aber dafür ist die gerade Linie fast makellos gerade. Der Test mit dem Vixen Apex Pro 10x42 Fernglas zeigt bei gleichen Winkelauslenkungen eine gerade Linie und bemerkenswert wenig Farbsaum, aber dafür ist der Rand so richtig unscharf, wenn man den letzten Millimeter betrachtet.
Nach der von Herrn Schön hier vorgeschlagenen Methode zur Bestimmung der Helligkeit gewinnt das Zeiss vor dem Optolyth und dem Vixen Apex Pro 10x42. Das Zeiss liefert ein fast weisses Bild, das Vixen Apex Pro 10x42 ein blasseres mit einem Tropfen gelber Farbe, das Optolyth zeigt ein ganz vornehmes gelbgrün. Gut das wir gemesen haben, aber ehrlich gesagt, es ist so wenig, danach würde ich mein Glas nicht aussuchen.
Ich brauche den Winkelmesser für den Streulichttest.
Das Conquest zeigt bei einem Winkel von 2-5° ein ordentliches Kreissegment von geschätzten mehr als 90° mit hellem Nebel überlagert. Dadurch wird der Kontrast gestört und das Erkennen von Grauabstufungen sehr stark erschwert.
Dann gibt es bei einem Winkel von 35° noch einmal einen schmalen Sektor, vielleicht 10° und ebenfalls hell, aber nicht mehr so ausgeprägt. Ich habe diesen Kontrasteinbruch bei Fremdlich für eine Katastrophe gehalten, bis ich die beiden anderen Gläser verglichen habe.
Das Optolyth zeigt unmittelbar nach Abschattung durch den Tubusrand bis fast zu einem Winkel von 30° einen wirklich fiesen Nebel, sodaß ich dieses Glas bei kräftigem Gegenlicht in der Nacht oder bei einem Blick über Wasser nicht nehmen würde. Der Besitzer war ganz schön geplättet, nimmt er das Glas doch zur Entenjagd.
Das Vixen Apex Pro 10x42 kann es auch nicht, zwar sind die Winkel hier viel kleiner, aber das vernebelte Kreisegment ist mindestens doppelt so hell.
Alle drei Gläser zeigen beim Mond Irritationen, das Vixen Apex Pro 10x42 zeigt einen versetzten Doppelmond, das Optolyth zeigt einen waagerechten feinen hellen Streifen bis hin zum Rand zusätzlich zu einem ganz schwachen Doppelmond, das Zeiss Conquest zeigt in einem Objektiv einen feinen Klecks. Dies war für mich Grund genug, meinem Händler um Instandsetzung zu bitten.
Nach einigen Wochen war das Fernglas zurück, der Klecks ist weg, gottseidank auch kein anderer Schaden, man weiß ja nie.
Obwohl so ein Schaden eigentlich ärgerlich ist, der Service funktioniert.
Für meinen Einsatzbereich bietet dieses Conquest einen sehr ordentlichen Gebrauchsgegenstand. Es liegt jeden Morgen neben der Zeitung, sollte sich Sehenswertes im Garten zeigen, es kommt jeden Tag drei-viermal mit, wenn ich mit dem Hund raus muß, es wurde auch schon mit Erfolg am Nachthimmel eingesetzt.
Für mich muß ein Glas immer mit, da muß es einiges aushalten und da habe ich bisher ein sehr gutes Gefühl.
Laut Herrn Jülich handelt es sich um gehobene Mittelklasse, na dann paßt es ja zu mir.
Hans Günther Schumacher


Thema Autor Klicks Datum/Zeit

Meine Erfahrungen mit dem Zeiss Conquest 10 x 40

Hans Günther Schumacher 7251 08. März 2006 20:42

Re: Meine Erfahrungen mit dem Zeiss Conquest 10 x 40

Martin 2123 09. März 2006 12:34

Re: Meine Erfahrungen mit dem Zeiss Conquest 10 x 40

Hans Günther Schumacher 2106 09. März 2006 15:47

Re: Meine Erfahrungen mit dem Zeiss Conquest 10 x 40

Martin 1953 09. März 2006 17:03

Re: Meine Erfahrungen mit dem Zeiss Conquest 10 x 40

Hans Günther Schumacher 1880 09. März 2006 19:39

Re: Meine Erfahrungen mit dem Zeiss Conquest 10 x 40

OhWeh 1995 10. März 2006 10:42

Re: Meine Erfahrungen mit dem Zeiss Conquest 10 x 40

Hans Günther Schumacher 1971 10. März 2006 12:13



In diesem Forum dürfen leider nur registrierte Teilnehmer schreiben.

Klicken Sie hier, um sich einzuloggen