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Erfahrungsbericht Zeiss Primo Star Modell 10

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Stephan Oltrogge
25. Januar 2009 14:35
Das Primo Star wird in 10 Ausführungen angeboten. Spätere Erweiterungen sind mit Ausnahme der Kameraanschlüsse nicht vorgesehen.
Phako wird nur in Verbindung mit der 30W Halogenlampe angeboten.
Meine Nikon D70 kann nicht angeschlossen werden.
Im Angebot sind der bekannte Universaladapter zum Anschluß von digitalen Kompaktkameras und C_Mount-Adapter zum Anschluß echter Mikroskopkameras.
Ich habe mich für die Mikroskopkamera entschieden, die Daten 1,3 MP klingen auf den ersten Blick nicht spektakulär, reichen aber für meine Bedürfnisse gut aus, denn Aufnahmen mache ich nur mit dem 40er Objektiv.
Leider bin ich nicht der Einzige, der mit dem Primo Star arbeitet, so kann ich nicht die Kamera auf meine Augenanforderungen einstellen, ein kleiner Wermutstropfen, wir arbeiten an einer Lösung.
Im Vergleich zu meinem Vorgängermikroskop fällt beim Primo Star das moderne Design auf. Es sind auch einige konstruktive Schmankerl vorhanden, aber leider auch Schwachstellen. Der Reihe nach.
Das Primo Star wird mit 10x/20 Okularen geliefert, der Einblick ist tadellos, auch Brillenträger kommen auf ihre Kosten.
Der Siedentopftubus kann in zwei Höhen betrieben werden und erlaubt so eine gewisse Anpassung an unterschiedlich große Beobachter. In unserem Labor reicht es nicht ganz aus, hier wäre ein echter Ergotubus ideal, mir ist aber bewußt, dass dies in einem Einsteigermodell irreal wäre. Hätte Herr Jülich mir beim Axiostar plus einen solchen Ergotubus anbieten können, dann wäre ich vielleicht schwach geworden, aber da Zeiss sich entschieden hat, dies erst ab dem Axioskop 40 zu tun, blieb es bei der simpleren Höhenverstellung des Siedentopf.

Der Kreuztisch arbeitet nicht so weich, wie ich es vom Vorgängermodell gewohnt war, auch sind die Drehkräfte höher, das Primo Star sollte man daher nicht für den Dauerbetrieb auswählen, da würde ich einen besseren Tisch empfehlen. Für unsere Nutzungshäufigkeit ist der Tisch gut genug.

Die Höhenverstellung am Stativ ist gewöhnungsbedürftig. Erfahrene Beobachter beschweren sich über den flachen Drehknopf an der rechten Seite, es dauert eine ganz Zeit, bis man sich daran gewöhnt hat, inzwischen haben die Klagen nachgelassen, aber perfekt ist es nicht.

Der Kondensorhalter läßt sich in der Höhe verfahren. Das geht sauber und leichtgängig, aber auch hier vermißt man die Perfektion der größeren Mikroskope.
Der Kondensor ist ausreichend gut, Köhlern mit dem 40er Planachromaten ist noch gut möglich, die Blendenränder der Leuchtfeldblende werden scharf mit schmalem, leuchtendem Farbrand abgebildet.

Die Beleuchtung ist sehr hell, die Ausleuchtung ist gleichmäßig und die Regelung arbeitet sehr gut. Die ganze Beleuchtungseinrichtung sitzt in einer kleinen Schublade und wer will oder muß kann in Sekundenscnhelle die Halogenbirne tauschen oder falls vorhanden, gegen eine andere Schublade mit LED-Licht ausleuchten. Die Lösung ist durchdacht und sehr gut. Die blauen LED zur Anzeige der Helligkeit sind überflüssig.
Die Leuchtfeldblende ist etwas klapprig, die Verstellung geht sehr leicht, wer haptisch anspruchsvoll ist, dem wird diese Leuchtfeldblende nicht reichen. An der Funktion selber kann ich nichts aussetzen.

Das Primo Star wird mit einem externen Netzteil geliefert. Es handelt sich um ein Weltnetzteil, entsprechend viele Stecker und Kabel sind beigefügt. Für meinen Geschmack geht Zeiss hier mit der Universalität zu weit. Es hätte vollkommen gereicht, wenn man das Netzteil mit einem Satz Anschlußkabel versehen hätte und nicht noch zusätzlich auch dem Netzteil selber 4 verschiedene Stecker spendiert. Das Netzteil paßt wegen der Breite nicht auf eine handelsübliche Steckerleiste, deshalb wird man eigentlich immer die Lösung mit den Anschlußkabeln wählen.

Die Kamera wird mit einem USB-Kabel an meinen Computer angeschlossen. Die Wiederholfrequenz ist mit ca. 13 Bildern etwas gering, man muß sich beim Fokussieren etwas Zeit nehmen. Man gewöhnt sich daran.
Die Bilder sind für meine Anforderunge sehr gut. Es gibt - Planachromat - keinen wesentlichen Schärfeabfall zum Rand hin, der Objektivwechsel führt zu einem leichten Versatz in XY, beim Wechsel von 40 auf 100 muß die Schärfe korrigiert werden.
Wir benutzen die Grundversion von Bonntec Imaging, die wir aber auch nicht ausnutzen, für uns war neben der Mitarbeiterverwaltung die Archivmöglichkeit wichtig. Das Abspeichern der Bilder geht nur, wenn man vorher ein paar Daten eintippt. Was umständlich klingt, hat aber den Vorteil, dass man diese Aufnahmen jederzeit und sofort wiederfinden kann. Die freie Texteingabe wird kaum benötigt, uns reichen die Datenbankeinträge völlig aus.

Wir haben das Primo Star über ein halbes Jahr. Es wird von 4 verschiedenen Personen benutzt, alle kommen damit zurecht. Der Einsatz der Software war umstritten, besonders mein Sohn vertrat am Anfang die Ansicht, mit intelligenten Filebezeichnungen könnte man sich ebenfalls ein Archiv aufbauen. Inzwischen sind wir aber gerne bereit, die knappe Minute für die Einträge zu opfern, denn wir notieren mehr wichtige Infos, es sucht sich viel zielgerichteter und es werden ja im Laufe der Zeit immer mehr Aufnahmen gespeichert werden. Zur Zeit sind es erst ca. 800.

Im Vergleich zum Axiostar plus haben wir ca. 1400 Euro gespart. Solange wir keine weiteren Ausbaumöglichkeiten benötigen, war die Entscheidung für das Primo Star richtig.

Thema Autor Klicks Datum/Zeit

Erfahrungsbericht Zeiss Primo Star Modell 10

Stephan Oltrogge 3974 25. Januar 2009 14:35



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