Willkommen! Anmelden Ein neues Profil erzeugen

Erweiterte Suche

Erfahrungsbericht Vixen GPE102M

Juelich-Logo

 
deutsch  english  franais  chinese
Impressum
 
Forumregeln
 
Lupen
Mikroskope
Schulung
Messtische
Mess-Software
Mikroskopierdienst
Mikroskopservice
Sonderanfertigungen
 
Ferngläser
Spektive
Teleskope
Stative
Globen
 
Sonderposten
Veranstaltungen
Forum
Testberichte
 
AGB
Kontakt

 

Detlev Schewe
31. März 2005 06:44
Bei dem GPE102M handelt es sich immer noch um ein Anfängermodell. Ich habe es jetzt zwei Jahre und da kenne ich einige Schwächen und Stärken.
Ich habe mit der Grundausstattung angefangen. Wichtig war für mich nach den schlechten Erfahrungen mit meinem ersten Teleskop eine gute Verarbeitung und eine Ersatzteilversorgung für die Montierung. Diese Versorgung und Betreuung wurde mir von Firma Jülich zugesagt. Sie sehen nicht nach leeren Versprechungen aus und deshalb habe ich da auch gekauft.
Zuerst habe ich mit dem 7 mm Okular Planeten beobachtet, ganz besonders Mars und Jupiter. Das Okular ist für Brillenträger unbequehm, deshalb habe ich immer ohne Brille beobachtet. Das ist aber eigentlich kein Problem.
Aus der Beratung wußte ich, daß die sinnvolle Maximalvergrößerung mit diesem Teleskop unter guten Bedingungen bei ca. 150fach liegen würde. Dies wird mit dem 7 mm Okular nicht ganz erreicht, aber man ist mit 143fach nicht weit davon entfernt.
Auf Jupiter erkennt man damit eine ganze Menge. Man sieht mehrere Wolkenbänder und den GRF. Natürlich sieht man auch die 4 galiläischen Monde, was ja auch kein Kunststück ist, wenn man bedenkt, mit welchem primitiven Fernrohr Galiäi beobachten mußte. Wenn man den richtigen Zeitpunkt abpaßt, kann man auch einen kleinen schwarzen Punkt über die Jupiteroberfläche wandern sehen, eine Mondfinsternis ausgelöst durch einen der vier Monde.
Jupiter zeigt einige Farben, die aber nicht sehr kräftig sind. Der Anblick ist sehr schön und er ist auch immer wieder etwas anders, weil wir ja nicht auf den Planeten selbst sondern auf seine Wolken sehen, die sich verändern.
Mars ist eigentlich eine Enttäuschung. Dummerweise steht er in Deutschland immer dann besonders schlecht, wenn er der Erde am nächsten ist. Da sieht man dann einen grau-braun-roten Fleck durch den Dunst unserer Atmosphäre, schade, jetzt müßte man in Südspanien sein oder auf den Kanaren.
Beim Saturn erwartet man die Cassiniteilung zu sehen. Mir war der Begriff zwar klar, aber trotz vieler Bilder haut einen der Anblick aus den Socken. Selbst in einem mikrigen 4Zöller ist der Saturn ein Erlebnis. Meine Frau steht meinem Hobby freundlich indifferent gegenüber, aber Saturn hat sie immerhin so beeindruckt, daß sie es unseren Bekannten erzählt hat. Saturn scheint durch diesen Ring mehr ein Körper zu sein als alle anderen Planeten und es ist toll, wie er im Raum schwebt.
Zur Beobachtung unseres Erdmondes wurde Zubehör erforderlich, weil der mond ist so hell, daß man unwillkürlich die Augen zukneift und dann sieht man nicht mehr viel. Ich hatte die Wahl zwischen einem Graufilter und einem verdrehbaren Polfilter. Das Polfilter erlaubt die Helligkeit einzustellen und nicht nur um einen festen Wert zu verdunkeln, deshalb habe ich mich dafür entschieden.
Mond ist eine Geschichte für sich. Es sind verwirrend viele Einzelheiten zu erkennen und man braucht viele Beobachtungen, bis man sich da zurechtfindet. Man kann es mit den unbekannten Straßen einer fremden Großstadt vergleichen, die man auch erst kennenlernen muß. Ich betrachte den Mond immer gerne, anders als viele Amateure, die sich ärgern, wenn der helle Mond bei Deepsky stört.
Für die Planetenbeobachtung mit hoher Vergrößerung habe ich mir einen Antriebsmotor gekauft. Zum Geburtstag gab es dann noch ein paar Farbfilter und Literatur. Für mich als Nichtnaturwissenschaftler ist diese Literatur schon heftig. Aber wie von Herrn Jülich vorhergesagt, wenn es einen interessiert, dann kämpft man sich dadurch und mich hat es interessiert.
Trotz Karkoschka war mein Erfolg beim Aufsuchen der Messierobjekte und kleinen extragalaktischen Objekte bescheiden, denn mit der Pfadfindermethode komme ich nicht so gut zurecht. Also kam die nächste Investition, Polsucher mit Teilkreisen.
Damit umzugehen lernt man schnell. Wenn das Teleskop laut Polsucher ordentlich eingenordet ist, sucht man sich einen hellen Stern und stellt an dem die Teilkreis ein, fertig.
Wenn man das gemacht hat, es dauert wirklich nur Minuten, nimmt man sich die Objekte vor, deren Koordinaten man kennt. Einfach einstellen, ein Blick in den Suche und schon ist das Objekt gefunden. Leider ist unsere Umgebung etwas hell, Straßenlaternen und Hausbeleuchtung stören doch sehr. Ich kann deshalb die richtig schwachen Objekte nicht erkennen. Jetzt könnte man für diesen Teil der Beobachtung hinaus in die dunkle Umgebung fahren, aber wenn ich aus der Spätschicht komme, fehlt mir dazu die Lust. So bleiben viele Objekte unbeobachtet und müssen auf später verschoben werden.
Meine Ausstattung habe ich um zwei weitere Okulare ergänzt. Ein 10 mm Plössl und ein 32 mm Superplössl.
Mit dem Teleskop bin ich zufrieden. Es erfüllt meine Vorstellungen von mechanischer Qualität voll und ganz. Die 4Zoll sind für meine Bedürfnisse genug. Der Farbfehler, von dem Herr Jülich gesprochen hat ist bei meinen Beobachtungen nicht aufgefallen, obwohl unser jährlicher Sehtest mir gutes Farbsehen attestiert.

Solange ich berufstätig bin, dient mir einerseits das Teleskop zur Entspannung, andererseits komme ich aber nicht zu wirklich intensivem Himmelsstudium, da fehlt einfach die Zeit. Es ist daher für meine Bedürfnisse groß genug und ich kann es Einsteigern empfehlen. Nachteile gibt es natürlich auch, mich stört der Geradeaussucher bei Beobachtungen im Zenit. Schade das es hier kein Zenitprisma für den Sucher gibt.

Detlev Schewe
Thema Autor Klicks Datum/Zeit

Erfahrungsbericht Vixen GPE102M

Detlev Schewe 3586 31. März 2005 06:44



In diesem Forum dürfen leider nur registrierte Teilnehmer schreiben.

Klicken Sie hier, um sich einzuloggen