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Hinweis zur Dunkeladaption und zur Dunkeladaptionszeit

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12. Januar 2008 14:02
Ihre Wartezeit von 30 Minuten hätte auch kürzer sein dürfen. Zwar dauert die Dunkeladaption sehr lang, wenn man maximale Empfindlichkeit benötigt, nämlich mindestens 50 Minuten bis weit über eine Stunde. Neueste Forschungen zeigen, daß danach noch immer bis zu (geschätzt) etwa 24 Stunden die Empfindlichkeit noch ein wenig (für die Praxis aber wohl nicht mehr relevant) anwächst.

Für Ihren Zweck geht es jedoch nur um die maximale Öffnung der Pupillen. Das ist nur ein erster Teil der Dunkeladaption, der eine Empfindlichkeitssteigerung um etwa einen Faktor 16 bis max. 20 bringt. Ein zweiter, der in der Empfindlichkeitssteigerung sehr viel mehr bringt, nämlich mehrere Zehnerpotenzen, ist die starke Anreicherung von Sehpurpur (Zapfenopsine) durch verminderten Abbau (der fast zum Erliegen kommt, wenn kein oder nur sehr wenig Licht einfällt). Ein dritter Teil der Dunkeladaption ist der Wechsel vom Zapfen- zum Stäbchensehen (= vom Farben- zum monochromen Hell-dunkel-Sehen) durch Anreicherung des Sehpurpurs der Stäbchen (= des Rhodopsins), wodurch eine Steigerung der Empfindlichkeit etwa um den Faktor 1000 erfolgt. Schließlich gibt es dann sogar noch einen vierten Teil, der sich durch Vergrößerung der sog. rezeptiven Felder (vergleichbar dem „Binning” bei digitalen Fotos) ergibt.

Der zeitliche Ablauf erfolgt etwa in der obigen Reihenfolge meiner Beschreibung. Wenn die Helligkeitsabnahme nicht allmählich (wie bei der Dämmerung in der Natur), sondern plötzlich erfolgt, z.B. nach Verlassen eines erleuchteten Raumes in der Nacht, dann ist die Pupillenweitung meistens schon nach ca. 10 Minuten abgeschlossen. Sie hätten also die Messung bereits nach 10 Minuten mit demselben Ergebnis machen können.

Der zweite Teil (Steigerung der Zapfenempfindlichkeit durch sich anreichernde Zapfenopsine) verläuft dazu parallel und dauert auch ähnlich lang, wahrscheinlich etwas länger, ist aber wegen der Überlagerung durch den dritten Teil (Steigerung der Stäbchenempfindlichkeit durch sich anreicherndes Rhodopsin) und wegen eines nicht exakt definierbaren Endes nicht genau bestimmbar. Etwa 8 Minuten ab Beginn (Helligkeitswechsel) macht die bis dahin stetig ansteigende Empfindlichkeitskurve einen Knick (sog. Kohlrauschknick, benannt nach dem Physiologieprofessor Arnt Kohlrausch), nach dem die Kurve plötzlich deutlich steiler weiter ansteigt. Dieser Knick hat seine Ursache darin, daß nach dieser Zeit die schneller ansteigende Empfindlichkeitskurve der Stäbchen die immer langsamer ansteigenden Empfindlichkeitskurve der Zapfen „überholt“. Der Wechsel vom Zapfen- zum Stäbchensehen ist mit einer deutlichen Herabsetzung der Sehschärfe und einem völligen Verlust des Sehens im Zentrum (gelber Fleck = Macula lutea) verbunden. Die im vierten Teil erfolgende Vergrößerung der rezeptiven Felder führt zu einer weiteren starken Herabsetzung der Sehschärfe. Dies ist ein Grund, warum bei der astronomischen Beobachtung extrem lichtschwacher flächiger Objekte (Nebel und nicht auflösbarer Galaxien und Sternhaufen) vor allem die Größe der Öffnung zählt und nicht die Schärfe eines Teleskops, also sogar ein Billig-Dobson einem vielfach teureren Apo-Refraktor überlegen sein kann. Sobald aber helle Sterne im Sehfeld liegen, führen diese natürlich zur Verkleinerung der rezeptiven Felder und sind auch wieder mit den Zapfen (im Zentrum der Netzhaut) zu sehen.

Ebenfalls zu einer Herabsetzung der Sehschärfe führen die bei geweiteter Augenpupille stark zunehmenden Aberrationen des Auges. Auch das kann dazu führen, daß bei Fernglasbeobachtung in so tiefer Dämmerung, daß keine Farben mehr erkennbar sind, ein weniger gutes (scharfes) Fernglas kein nennenswert schlechteres Bild als ein sehr scharf abbildendes Fernglas zeigt, sofern nicht andere Mängel wie z.B. Streulicht, Reflexe oder ein engeres Sehfeld den Seheindruck beeinträchtigen. Ein Zeiss Victory 10x56 FL wird also bei terrestrischer Nachtbeobachtung nicht sehr viel besser abschneiden als z.B. das Nikon Monarch 10x56. Aber sobald Sterne beobachtet werden oder terrestrisch bei solcher Dämmerung beobachtet wird, daß die Farben noch erkannt oder erahnt werden können, spielt das Zeiss seinen unbestrittenen Qualitätsvorsprung wieder aus.

Walter E. Schön
Thema Autor Klicks Datum/Zeit

Fernglasauswahl nach Bestimmung der Pupillengröße

Siegfried Wenzel 6117 12. Januar 2008 11:20

Hinweis zur Dunkeladaption und zur Dunkeladaptionszeit

Walter E. Schön 4066 12. Januar 2008 14:02

Re: Hinweis zur Dunkeladaption und zur Dunkeladaptionszeit

Weißnich 1916 15. Januar 2008 15:15

Weites scheinbares Sehfeld könnte nützlich sein

Holger Merlitz 1963 15. Januar 2008 15:51

Praxisgerechtes Zeiss Victory 8x56 FL

Norbert Weigand 2787 15. Januar 2008 16:09

Re: Weites scheinbares Sehfeld könnte nützlich sein

Weißnich 1759 15. Januar 2008 17:10

7x50 WW

Holger Merlitz 2070 16. Januar 2008 09:19

8x56 Via Nova

Siegfried Wenzel 2347 16. Januar 2008 17:22

Preis-Leistung berücksichtigen

Andreas Fichtel 2409 17. Januar 2008 04:44

Merkwürdige Logik

Siegfried Wenzel 1927 17. Januar 2008 09:42

Re: Erst kommt das präzise Ansprechen

Manni 1745 17. Januar 2008 18:01

Docter 8x58 B/CF + Meopta B1 8x56

Karel Jaromír 6326 30. Januar 2008 10:44

Re: Docter 8x58 B/CF + Meopta B1 8x56

Holger Merlitz 5685 30. Januar 2008 11:51

Re: Docter 8x58 B/CF + Meopta B1 8x56

Peter Koch 2779 12. Mai 2009 09:13

Re: Docter 8x58 B/CF + Meopta B1 8x56

Robert Fritzen 2856 30. Januar 2008 14:36

Re: 7x50 WW

Mondschatten 1928 30. Oktober 2009 14:12

Re: Fernglasauswahl nach Bestimmung der Pupillengröße

Bernd Sommerfeld 1967 12. Januar 2008 22:44

Meine Erfahrung mit dem 7x42 war nicht optimal.

Siegfried Wenzel 2224 13. Januar 2008 15:06

Re: Meine Erfahrung mit dem 7x42 war nicht optimal.

Peter Köster 2231 13. Januar 2008 21:22

Re: Meine Erfahrung mit dem 7x42 war nicht optimal.

champollion 1948 14. Januar 2008 10:54

Falsche Begründung

Heiko Glanz 2082 14. Januar 2008 12:06

Versuch einer Begründung

Gerd Heuser 1856 14. Januar 2008 14:06

Re: Versuch einer Begründung

Peter Köster 2031 15. Januar 2008 02:35

Wie waren denn die Testbedingungen?

Otto Grieser 1814 15. Januar 2008 09:45

Re: Wie waren denn die Testbedingungen?

Gerd Heuser 1773 15. Januar 2008 10:05

Re: Wie waren denn die Testbedingungen?

Peter Köster 4859 15. Januar 2008 21:06

Re: Wie waren denn die Testbedingungen?

Peter Köster 1958 15. Januar 2008 21:10

Re: Versuch einer Begründung

Gerd Heuser 1812 15. Januar 2008 10:03

Der noch immer weitgehend unbekannte Stiles-Crawford-Effekt

Walter E. Schön 2259 15. Januar 2008 10:28

Stiles-Crawford-Effekt

Gerd Heuser 2192 15. Januar 2008 12:56

Re: Versuch einer Begründung

Weißnich 1846 15. Januar 2008 14:26

Geometrische Kennzahlen

Gerd Heuser 1931 16. Januar 2008 08:12

Dämmerungszahl: fast alle benutzen sie, aber sie sagt fast nichts aus!

Walter E. Schön 3689 16. Januar 2008 10:30

Re: Dämmerungszahl: fast alle benutzen sie, aber sie sagt fast nichts aus!

Weißnich 1866 16. Januar 2008 15:08

Re: Falsche Begründung

Heiko Glanz 1813 30. Oktober 2009 12:37

Hallo Sportsfreund,

Volker Werres 1747 30. Oktober 2009 12:54

Re: Falsche Begründung

pepe 1562 30. Oktober 2009 12:58

Ganz schön dummdreist

OhWeh 1737 30. Oktober 2009 13:51

Re: Meine Erfahrung mit dem 7x42 war nicht optimal.

Robert Schwarz 3590 16. Januar 2008 23:03



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