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Messier 81

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09. März 2010 13:27
Liebe Astrofotografen,

Wie schwierig es ist, in Deep-Sky Aufnahmen eine Grenzgröße abzuschätzen, zeigt der beigefügte Ausschnitt um M81.

In der Grafik sind zwei Objekte im Rauschen markiert, die man in etwa gleich hell einschätzen würde. Die gleiche Quelle gibt diese Objekte jedoch mit sehr unterschiedlichen Helligkeitsangaben an (siehe Bild). Neben M81 ist bereits die irreguläre Zwerggalaxie UGC 5336 zu erkennen. Während ihre Flächenhelligkeit mit 14 mag (V) angegeben ist, wurden die hellsten Sterne in einer Arbeit von T.B. Georgiev & D.J. Bomans ebenfalls mit 20-22 mag (V) angegeben. Somit sollte man die hellsten Sterne hier ebenfalls schon als Sterne erkennen können, was jedoch nicht der Fall ist. Die Arbeit von Georgiev & Bomans beschreibt ein ähnliches Problem die Helligkeiten verschiedener Arbeiten zur Deckung zu bringen.

Im Großen und ganzen bestätigt die Aufnahme die Grenzgröße meinen hier gezeigten (früheren) Versuch, M51 mit einer nicht modifizierten EOS abzulichten. Eventuell würde man aufgrund des dunkleren Himmels und der besseren Transmissionen der umgebauten Canon nun eine bessere Grenzgröße erwarten. Dies geht aus dem Vergleich jedoch nicht eindeutig hervor. Es mag einerseits in der logarithmischen Einheit [mag] begründet sein, die für einen Gewinn von einem Faktor 2 weniger als 1 mag darstellt, Andererseits findet man die Inkonsistenzen der professionellen Veröffentlichungen doch mit erheblichen Fehlern behaftet, so daß man andere Wege suchen müsste. Aufgrund solcher systematischen Abweichungen in Helligkeitsmessungen (etwa an Sternhaufen und planetarischen Nebeln der Galaxien) musste man die geschätzte Entfernung von M101 etwa in den Siebzigern bereits knapp um den Faktor 10 korrigieren. Die vorherigen Messungen begründeten sich übrigens auf Messungen von Edwin Hubble und anderen Astronomen, die die Arbeit fortsetzten.

Viel Erfolg bei ähnlichen "Forschungen".

Thilo Bauer

Aufnahmedaten:

Teleskop: Vixen VC200L + FR
Kamera: Canon EOS 40D/astro
Filter: UV/IR Blockfilter, Astronomik
Belichtung: 250x 30 Sekunden
Verarbeitung: Shift@#$%&-Add
Datum: 8. März 2010 Beginn gegen Mitternacht.
Seeing: <2"

Das Seeing war eher begrenzt durch periodische Trackingfehler der Sphinx, die in DE leicht wegdriftete. Die Drift ist gewöhnlich eher in RA zu suchen und hängt offenbar davon ab, welche Referenzsterne man zur Ausrichtung der Sphinx auswählt. Dies begrenzt die maximal mögliche Belichtungszeit ohne Autoguider auf ca. 30 Sekunden. In hohen Deklinationen sind die Effekte jedoch klein, so daß lediglich 6 Bilder mit Ausreißern aussortiert werden mussten. Nach neu Ausrichten der Sphinx um die entlaufene Galaxie wieder zu zentrieren, wiesen die letzten 130 Bilder der insgesamt 380 Aufnahmen leider chronische Strichspuren auf und wurden nicht mehr verarbeitet. Die Ursache für die längliche Aufweitung (ca. 1-2") dieser Serie ist mir schleierhaft, aber auch kein Beinbruch, da mit 50% mehr Aufnahmen keine dramatische Zunahme der Grenzgröße zu erwarten wäre.

Zur Darstellung wurde der Kontrast auf die letzten 100 Helligkeitswerte bezogen auf 65536 Digitalwerte aufgedreht. Bezogen auf die ursprünglichen 14 Bit der Canon EOS 40D entspricht dies der Darstellung der 3 letzten Bit der RAW Files aus der Kamera. Durch den Mittelungsprozess zeigt das Bild natürlich erhebliche mehr Grauwerte in diesem Bereich.

Ich bin mir durchaus bewußt, daß die Einheit relativer Helligkeiten in [mag] in der professionellen Astronomie anders abgekürzt oder gar fortgelassen wird. Für die Diskussion hier dürfte es jedoch verständlicher zu lesen sein, was ich meinte.



4-mal bearbeitet. Zuletzt am 09.03.10 13:31.
Thema Autor Klicks Datum/Zeit

Messier 81

T. Bauer 2502 09. März 2010 13:27

Bild Messier 81 Anhänge

T. Bauer 1289 09. März 2010 13:28

Quellenangaben sind hier zu finden...

T. Bauer 1292 09. März 2010 14:59



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