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Erfahrungsbericht Bonntec Praxis

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Volker Mayer
01. März 2009 11:59
Beim Kauf im Sommer 2008 bat mich Herr Jülich, bei Gelegenheit einen Erfahrungsbericht zu schreiben.
Ich arbeite in einer Kleintierpraxis im Labor. Als wir diese 2005 vom Vorgänger übernahmen, fand sich im Labor ein uraltes, schwarzes Leitz. Alle Versuche, dieses Leitz noch einmal in Gang zu bringen, scheiterten an Ersatzteilmangel und Reparaturbedarf.
Ein neues Mikroskop mußte her.
Leitz nennt sich heute Leica, ein Mikroskop mit Fotoausgang kann man ab 2000 Euro erwerben, ähnlich sieht es bei Zeiss aus. Rüstet man ein Hund Medicus mit Planobjektiven und Fotoausgang auf, dann spart man auch hier nur ein paar Prozent.
Die Alternative war dann das Bonntec Praxis. Es wird in China produziert, was Fragen nach der Ersatzteilversorgung und dem Service aufwirft. Ich glaube Herrn Jülich, dass seine Firma dieses Problem längerfristig lösen kann, schließlich sind sie als Servicebetrieb für Mikroskope bekannt. Wir haben uns dann für ein solches Mikroskop entschieden. Das alte Leitz wurde in Zahlung genommen, einzelne Teile kann man für Reparaturen noch gebrauchen.

Unser Bonntec Praxis verfügt über einen Binotubus mit Knickgelenk, die Augenweite wird also nicht wie beim alten Leitz durch horizontales Schieben, sondern durch Knicken um eine Mittelachse eingestellt. Dadurch ändert sich die Höhe um ca. 1-2 Zentimeter, was durchaus ein Vorteil sein kann, eine Kollegin ist zierlich, die kleinere Augenweite führt zu einer etwas niedrigeren Einblickhöhe.
Die 10x/20 Okulare sind einstellbar, man kann auch mit der Brille beobachten, die Gläser liegen dann an einem flachen Gummirand auf.
Wir haben uns für einen 4er Objektivrevolver entschieden, der standardmäßig bestückt ist. Die Objektive sind Plan-Achromate, sie sind schwarz lackiert und haben die übliche Farbbezeichnung.
Der Objektivrevolver hat eine Riffelung zum Anfassen, aus alter, schlechter Gewohnheit greife ich aber immer an die Objektive.
Der Kreuztisch hat einen Verstellbereich, der auch für zwei Objektträger ausreicht. Der Objekthalter ist stabil und es ist nicht zu befürchten, dass der Klemmhebel über den Objektträger rutscht.
Die koaxiale Bedienung ist leichtgängig, aber nicht gleich, X läuft etwas schwerer als Y.
Unter dem Tisch befindet sich der Kondensor. Es ist ein normaler Abbekondensor mit Justageschrauben. Der Kondensor kann mit einem Knopf in der Höhe verstellt werden. Man kann den Kondensor leicht zum Reinigen herausnehmen und genauso leicht wieder einsetzen.

Das Mikroskop verfügt nicht über eine einstellbare Leuchtfeldblende.
Als Beleuchtung dient eine 20W Halogenlampe. Sie kann leicht ausgewechselt werden und ist ohne Werkzeug von oben zu erreichen.
Die Helligkeitsregelung geht fast von 0-100%. Ich arbeite meistens mit einem mittleren Wert, den ich mir am Poti markiert habe.

Wir setzen eine echte Mikroskopkamera ein. Sie hat einen CCD Chip mit 1,3 MP auf einer Fläche von 1/2". Zur Adaption wird ein Video- oder Cmountadapter geliefert. Die Kamera stammt von theimagesource, sie wird direkt von der Firma Jülich geliefert und ist in die Software Bonntec Imaging integriert.

Das Bonntec Praxis reicht für die tierärztliche Routine in der Kleintierpraxis aus. Grenzen sind dann erreicht, wenn man einen Heiztisch benötigt oder wenn man den ganzen Tag davorsitzen muß. Wir kommen mit der Lichtleistung gut aus, ebenso reichen uns 20mm Sehfeld. Die wenigen Aufnahmen, die wir machen, werden mit dem 40er Objektiv gemacht. Da reicht uns die Auflösung der Kamera völlig aus.

Die optische Leistung reicht uns ebenfalls aus. Die Okulare liefern ein sauberes und kontrastreiches Bild, nur ein winziger äußerer Ring im Bild ist nicht ganz so gut. Das spielt aber keine Rolle.

Trotzdem ist es nicht so, dass man keine Unterschiede zu teuren Mikroskopen erkennen könnte. Damit kann man sich aber arrangieren, weil es sich hier mehr um das mechanische feeling handelt. Der Triebknopf rechts für die Fokuseinstellung könnte besser in der Hand liegen, so glatt, wie er jetzt ist, muß man bewußt fassen, dass lösen Zeiss und Kollegen besser.
Die Tischoberfläche ist nicht so glatt, wie beim alten Leitz oder den Vorführgeräten von Zeiss und Hund. Dies könnte je nach Einsatzgebiet zu erhöhtem Reinigungsaufwand führen.
Die Stellschrauben am Kondensorhalter haben mir zu viel "Spiel". Allerdings ist das beim Primo Star von Zeiss auch nicht so perfekt, wie beim alten Leitz oder dem Axiostar plus.

Aus heutiger Sicht sind wir mit unserem Kauf sehr zufrieden. Wir wurden gut beraten und konnten in Ruhe zwischen verschiedenen Mikroskopen auswählen. Wir haben uns auch gegen das größere Bonntec Praxis mit dem 5er Objektivrevolver entschieden, was sollen wir mit 5 Objektiven? Unser Praxis soll jetzt 10 Jahre halten, dann hat es sich gelohnt.

Volker Mayer
Thema Autor Klicks Datum/Zeit

Erfahrungsbericht Bonntec Praxis

Volker Mayer 2530 01. März 2009 11:59

Re: Erfahrungsbericht Bonntec Praxis

Volker Werres 1145 01. März 2009 18:03

Re: Erfahrungsbericht Bonntec Praxis

jForumAdmin 1565 06. März 2009 21:24



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