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Vixen GP 90 Fernrohr

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06. September 2001 13:13
Ich beobachte den Stadthimmel von unserem Garten aus mit einem Vixen GP-90 Refraktor. Als Reise"Fernrohr" setzte ich ein Vixen 10 x 50 Ultima ein.
Zur Fotografie benutze ich eine alte Leicaflex SL .

Hier sind meine Erfahrungen der letzten 4 Jahre.
Der Refraktor muß jedesmal aus unserer Wohnung in den Garten getragen werden. Dazu entferne ich dann den Tubus, Montierung und Stativ lasse ich an einem StĂŒck.
Solange ich nicht fotografiere, stelle ich mit einem schnellen Blick durch den Polsucher ein. FĂŒr mich heißt genau, wenn ich das ausgewĂ€hlte Objekt in Bereich meines 20 mm LV-Okulars finden kann. Das LV erzeugt ein wahres Bild von 1°.
Ich arbeite fast immer mit den Teilkreisen. Es ist fĂŒr mich ein Sport, damit meine Objekte zu suchen und schnell zu finden.
Zur Beobachtung des Mondes benutze ich das varibiale Mondfilter von Meade. Das ist eine Kombination von einem festen und einem drehbaren Polfilter. Damit kann man die Helligkeit anpassen. Leider kann man dann aber kein Zenitprisma benutzen, weil es sich sonst nicht scharfstellen lĂ€ĂŸt.
Ich habe zur Mondbeobachtung zwei Okulare im Einsatz.
Ein 5 mm LV und ein 6,7 mm Meade Serie 3000. Das LV habe ich einem Freund abgekauft, der damit unzufrieden war, das Meade war ein Geschenk meines Bruders.
Ich komme mit dem LV auf 200fache VergrĂ¶ĂŸerung. Bei dieser VergrĂ¶ĂŸerung rennt der Mond ganz schön durch das Bild. Mit eingeschaltetem Motor kann man dann in Ruhe auf dem Mond herumsehen. FĂŒr mich ist der Vorteil, daß bei Mondbeobachtung das Streulicht nicht so nervt.
Das Meade 6,7 mm ist sehr pingelig im Einblick, ein Tick gewackelt und du siehst gegen eine schwarze Wand. Ich kann dieses Okular daher nicht empfehlen.

Zum Beobachten von Planeten benutze ich ein eudiaskopisches Okular mit 7,5 mm von Baader. Meistens schraube ich ein Farbfilter in das Okular, z.B. rot oder grĂŒn fĂŒr die Planeten. Ohne Farbfilter kann man auch das LV 5mm nehmen, aber mit Farbfilter ist das Bild zu dunkel.
Mit der Leicaflex habe ich einige Bilder vom Saturn gemacht. Dazu benutzt man die Projektionsmethode.
Das geht so. Man nimmt den Kameraadapter und schraubt diesen auf. Dann sieht man innen eine Bohrung fĂŒr ein Okular mit 31,8 mm Durchmesser. Da steckt man dann ein Okular hinein. Ich benutze ein 12,5 mm Plössl dazu. Man kann nicht jedes Okular benutzen. Ich habe das 6,7 mm Okular versucht, aber dann werden die Bilder nicht sehr gut. Viele gute Okulare kann man aber auch nicht benutzen, weil die einfach zu groß sind.
Man montiert den Kameraadpater auf der einen Seite an den Okularstutzen, dass ist bei Vixen kein Problem, auf der anderen Seite an die Kamera. Das ist ein Problem, denn die meisten Kameras haben einen Bajonettanschluß und freundlicherweise hat jede Firma ein anderes Bajonett.
Ich habe eins fĂŒr die Leicaflex, wer eine Canon hat, braucht eins fĂŒr die Canon usw.
Jetzt muß man sich vorstellen, dass sich das Okular im Kameraadapter genauso benimmt wie das Objektiv eines Diaprojektors. Wenn man den Abstand zwischen Diaprojektor und Projektionswand vergrĂ¶ĂŸert, wird das Bild grĂ¶ĂŸer. Wenn man den Abstand zwischen Kamera und Projektionsokular vergrĂ¶ĂŸert funktioniert das genauso. Das sieht dann so aus, wie wenn man ein grĂ¶ĂŸeres Teleskop hĂ€tte. Der Begriff heißt Äquivalentbrennweite.
Bei einer Brennweite von 1 Meter ist das Bild des Vollmondes ungefĂ€hr einen Zentimeter groß. Soll das Bild ganz auf den Film, muß der Vollmond 3,6 Zentimer groß werden. Das heißt man braucht eine Brennweite von 3,6 Meter. Mit der Projektion braucht man dazu aber nur eine Verschiebung um einen Zentimeter.
Leider dauert die Belichtungszeit viel lĂ€nger und man fĂ€ngt sich andere Probleme ein. Ich höre deshalb bei meinem Liebling Saturn bei etwa 8 Metern auf. Mit 8 Metern belichtet man schon ĂŒber eine Sekunde. Meistens ist diese Zeit schon zu lange fĂŒr gute Bilder, die Cassiniteilung wird durch die Luftbewegung zugematscht. Aber manchmal hat man GlĂŒck und diese Bilder laß ich dann vergrĂ¶ĂŸern und verschicke sie als Postkarten zu Geburtstagen oder Weihnachten. Die meisten Leute glauben dann nicht, das man mit einen kleinen Fernrohr solche Aufnahmen machen kann.

Aus dem Garten heraus braucht man keine Aufnahmen von Galaxien versuchen. SpĂ€testens nach 2 Minuten zeigt jedes Bild einige helle Stellen, produziert von einer Straßenlaterne und unserem Nachbarn.

NatĂŒrlich kann man das Teleskop ins Auto verfrachten und damit aufs Feld, aber meistens ist mir das zu lĂ€stig. Deshalb habe ich erst ein paarmal diese Tour gemacht, weil irdendwann ist die Nacht rum und ich muß arbeiten.

Wenn ich Aufnahmen in der freien Natur gemacht habe, habe ich ein kleines 135 Elmarit mit 1:4 auf das GP-90 montiert und damit dann kontrolliert. Die Aufnahmen der großen Messiers sind ziemlich gut geworden.

Meine Messieraufnahmen mit dem GP-90 und seiner Blende 11 dauern einfach zu lange. Mit einem 200er Kodak schafft man schlappe 4 Aufnahmen, das lohnt nicht.

Im Sommerurlaub mit der Familie habe ich nur das kleine Ultima dabei. Es funktioniert am Himmel aber auch beim Herumlaufen. Besonders in Tirol auf 1700 Metern Höhe macht so ein Glas eine ganze Menge. Ein besseres Glas habe ich auch mal ausprobiert, ein Leica 10 x 50, aber da nervt die Schlepperei und man kann es nicht so lange ruhig halten.

Ich werde mir kein grĂ¶ĂŸeres Fernrohr kaufen, weil mir dieser Refraktor ausreicht. Was ich aber wahrscheinlich tun werde, ist das, ich werde wohl die SD1 gegen die DD1 austauschen und einen zweiten Motor kaufen. Mir ist nĂ€mlich besonders am Mond aufgefallen, dass der sich ziemlich flott in alle beiden Richtungen bewegen kann und die Fotos ein bisschen unscharf werden.

Man kann sich das 90er ruhig kaufen, es ist nicht zu groß, nicht zu schwer, nicht zu teuer und ziemlich gut. Der HĂ€ndler von mir, ist Herr JĂŒlich in Bonn. Er hat am Anfang immer unglĂ€ubig gekuckt, aber jetzt traut er mir alles zu.

Arnfrid Breuer
Thema Autor Klicks Datum/Zeit

Vixen GP 90 Fernrohr

Arnfrid Breuer 4298 06. September 2001 13:13



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