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Re: 2 kleinere Ferngläser im Vergleich

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15. April 2010 15:42
Beim Vergleich Nikon 8x32 SE mit Fujinon 16x70 kann ich aus eigener Erfahrung nur sagen: Kein Vergleich!
Der Fujinon-Feldstecher zeigt mir einen ganz anderen Himmel (viel mehr Sterne und Strukturen), obwohl doch die Austrittspupille (AP) nur wenig größer als im Nikon ist.


Dazu möchte ich ein etwas längeres Zitat beisteuern.
(Frank Schäfer, "Astronomie mit zwei Augen - Ferngläser für die Himmelsbeobachtung", in: www.Astronomie.de)

Zitat:
"Für die Bewertung der Leistungsfähigkeit bei Himmelsbeobachtungen wurden in der Vergangenheit verschiedene Ansätze genutzt. Hier sind in erster Linie zu nennen:

* Visibility factor nach Roy L. Bishop (VF)
* Astroindex nach Alan Adler (AI).

Der Visibility Factor ist nichts weiter als das von Carl Zeiss Jena schon vor Jahrzehnten eingeführte Maß für die Dämmerungsleistung eines Fernglases. Dieser Faktor ist gleich dem Produkt aus Vergrößerung und Öffnung. Höhere Werte fördern die Sichtbarkeit von Details in der Dämmerung. Die Dämmerungsleistung ist aber auch ein guter Richtwert für die astronomische Eignung eines Fernglases. Mit einem 10x50 (VF = 500) können beispielsweise hellere Galaxien oder offene Sternhaufen besser beobachtet werden wie mit einem 7x50 (VF = 350). Noch leistungsfähiger ist hier ein 15x50 (VF = 750). Vergleichsbeobachtungen an M81/82, M101, M11 und ähnlichen Objekten mit diesen drei Ferngläsern belegen das recht deutlich. Auch steigt die stellare Grenzgröße im Fernglas bei gleicher Öffnung mit wachsender Vergrößerung. Der Vergleich zwischen einem 15x50 und 10x70 (vergleichbarer Visibility Factor) unter eher durchschnittlichen Beobachtungsbedingungen zeigt, daß die größere Öffnung kaum Vorteile bringt! Hier spricht die stärkere Vergrößerung eindeutig für das 15x50. Erst wenn man die 7 mm große Austrittspupille unter einem richtig dunklen Himmel ausnutzen kann, lohnt sich ein so lichtstarkes Glas. Alan Adler meinte, man müßte die Vergrößerung stärker bewerten als die Objektivöffnung. Daher multipliziert er für seinen Astroindex die Vergrößerung mit der Wurzel aus der Öffnung. Ein höherer Index steht i.a. für ein leistungsfähigeres Glas. Beide Werte haben aber ihre Grenzen. Man muß natürlich bei einer solchen Bewertung die Sichtbedingungen genauso berücksichtigen wie die Art der zu beobachtenden Objekte. Für offene Sternhaufen ist ein 15x50 einem 7x50 sicher überlegen, bei der Beobachtung lichtschwacher, ausgedehnter Gasnebel sieht das anders aus.

Man sollte diese Index Werte nicht überstrapazieren. Wichtiger ist die Qualität der Optik. Man kann wohl kaum davon ausgehen, daß ein 8x42 Billigglas mit einfacher Vergütung einem 8x42 Leica Trinovid ebenbürtig ist, nur weil beide denselben Index haben. Und im Vergleich zu einem sehr guten 10x42 sieht manches 10x50 regelrecht alt aus. Ein Fernglas zeichnet sich nicht allein durch Vergrößerung und Objektivdurchmesser aus! Eine effektive Vergütung und eine wirksame Unterdrückung von Streulicht sind wichtig für ein helles und kontrastreiches Bild. Natürlich ist so ein Fernglas nicht billig. Vergleicht man am Nachthimmel ein Nikon 10x42 SE mit manch günstigerem 10x50, so stellt man schnell fest, daß optische Kennzahlen nicht alles sind ...

Die folgende Tabelle zeigt die wesentlichen Daten für verschiedene Fernglasmodelle.


VxD.........AP(mm)......VF..........AI
______________________________________
7x50........7,1.........350...........49.5

10x50.......5...........500...........70.7

15x50.......3,3.........750.........106.1

10x70.......7...........700...........83.7

16x70.......4,4........1120........133.9


"Zitatende.

Daraus geht hervor, dass es in sehr vielen Fällen bei der Himmelsbeobachtung eben nicht nur auf die große AP ankommt, sondern bis zu einem bestimmten Grad die Vergrößerung maßgeblich ist. (In der Tabelle verfügen die lichtschwachen Gläser über die besten VF-Werte.) Setzt man nun die Werte des Nikon 18x70 ein, gilt das Gleiche.
Gläser mit großen AP um 7mm spielen ihre Überlegenheit wohl erst bei wirklich stockdunklem Himmel und sehr lichtschwachen Objekten aus. Für durchschnittliche deutsche Lichtverhältnisse in z.B. dörflicher bis kleinstädtischer Gegend mit mag 4-5 scheinen AP von 4mm durchaus sinnvoll zu sein.


Mit freundlichem Gruß
Bernhard Kock



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 15.04.10 15:50.
Thema Autor Klicks Datum/Zeit

2 kleinere Ferngläser im Vergleich

Karlchen 4770 15. Februar 2010 16:51

Re: 2 kleinere Ferngläser im Vergleich

Jan Münzer 2220 15. Februar 2010 21:14

Re: 2 kleinere Ferngläser im Vergleich

Holger S. 2040 14. April 2010 21:13

Wieviel Austrittspupille braucht man?

Jan Münzer 2194 15. April 2010 10:34

Re: 2 kleinere Ferngläser im Vergleich

Peter Fuchs 2023 15. April 2010 11:39

Re: 2 kleinere Ferngläser im Vergleich

Bernhard Kock 2502 15. April 2010 15:42

Re: 2 kleinere Ferngläser im Vergleich

Volker Werres 1976 15. April 2010 20:10

Optische Haubitzen auf leichten Lafetten.

Jan Münzer 2096 15. April 2010 20:33

Re: Optische Haubitzen auf leichten Lafetten.

Volker Werres 1932 16. April 2010 06:01

Zuordnungsprobleme

Bernhard Kock 1984 16. April 2010 13:44

2,52 = ?

Manfred Gunia 1791 16. April 2010 20:25

Re: 2,52 = ?

Manfred Gunia 1780 17. April 2010 14:45

Ein 20x60 hätte dann die beste Leistung am Himmel?!

Holger S. 2047 18. April 2010 17:54

Re: Ein 20x60 hätte dann die beste Leistung am Himmel?!

Manfred Gunia 2090 19. April 2010 17:32

Re: Ein 20x60 hätte dann die beste Leistung am Himmel?!

Holger S. 1929 22. April 2010 14:14

Re: Ein 20x60 hätte dann die beste Leistung am Himmel?!

Werner Jülich 2031 22. April 2010 16:19

Re: Ein 20x60 hätte dann die beste Leistung am Himmel?!

Manfred Gunia 2859 27. April 2010 23:16



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