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Vixen GP-E 114M als Einsteigerteleskop

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Werner Müller
27. April 2001 16:08

Mein Erfahrungen mit dem Vixen GP-E 114M.
Hierbei handelt es sich um unser erstes Fernrohr, das wir seit ungefähr 2 Jahren regelmäßig einsetzen. Zur Orientierung unsere Beobachtungsbedingungen:

Standort ist im Süden von Bodendorf einen kleinen Ort an der Ahr. Wir haben freie Sicht auf den Süden, Einschränkungen nach Westen und Osten, unser Haus liegt im Norden. Es gibt keine Straßenlaterne, es gibt keine Straße.

Wir ermitteln die Beobachtungsverhältnisse durch Betrachten lichtschwacher Sterne, hier sind die schwächsten etwa bei 5,4 Größenklassen und die Luftbedingungen durch die Beobachtung von Doppelsternen. Früher haben wir vor jedem Beobachten die Justage des Fernrohres überprüft. Aus Erfahrung wissen wir, daß dies eigentlich überflüssig ist. Bei vorsichtigem Transport ist die Optik für viele Nächte gut.

Ich glaube, daß es schon wichtig ist, die Leistungsfähigkeit der Kombination Mensch/Teleskop/Standort zu kennen. Erst dann kann man abschätzen, ob dort eine Beobachtung möglich und erfolgversprechend ist, oder ob sich der Aufwand lohnt, ein paar Kilometer zu fahren.

Daher haben wir an mehreren Nächten den Himmel in der Nähe von Königsfeld überprüft. Danach haben wir entschieden, daß zwei Bedingungen erfüllt sein müssen, um den besseren Standort zu geniessen: Neumond und Wochenende. Sind diese Bedingungen einigermaßen erfüllt, wird man mit einer erweiterten Sichtbarkeit belohnt. Wir haben einen Platz gefunden, der mindestens 0,3 mag besser ist als Bodendorf. Hier kann man auch Nebel fotografieren.

Als Neuling kann man nur schwer entscheiden, welches Teleskop geeignet ist. Hier hat die Beratung durch die Firma Jülich sehr geholfen. Es stand auch immer jemand mit fachlichem Rat zur Verfügung.

Was kann man von diesem kleinen Newton erwarten.
Nach dem einfachen Aufstellen lassen wir dem Teleskop etwa eine halbe Stunde Zeit, um die Temperatur auszugleichen. Vorher zu beobachten lohnt eigentlich nicht. Die aufsteigende Warmluft erzeugt heftige Turbulenzen.
Einmal im Temperaturgleichgewicht kann man mit diesem Teleskop alle Planeten mit Ausnahme von Pluto beobachten. Wirklich interessant sind hier aber nur Saturn und Jupiter. Hier haben wir dann noch Geld für ein 5 mm LV-Okular investiert. Bei 180facher Vergrößerung ist der Saturnring sehr beeindruckend. Man hat den Eindruck, daß der Ring um den Planetenkörper herumschwebt. Ich habe noch niemanden gesehen, der von diesem Anblick nicht beeindruckt ist. Saturn zeigt eigentlich sehr wenig Details. Der Anfäger sieht noch nicht einmal den Titan oder die Cassini, aber es packt einen schon. Selbst unser 3jähriger Sohn kann inzwischen die sichtbaren Planetendetails aufzählen.

Der Jupiter ist deutlich heller, man sieht auch bei guter Luft eine Vielzahl von Einzelheiten, aber dies ist nicht so spektakulär wie der Saturn. Erst mit zunehmender Beobachtungspraxis gewinnt der Jupiter an Bedeutung. Obwohl ich ein schlechter Zeichner bin, haben meine Zeichnungen einen Detailreichtum, den unsere Fotos niemals erreichen können.

Dem Mars sollte man sich erst nähern, wenn das trainierte Auge aus dem trüben Einerlei die spannenden Einzelheiten herausfinden kann. Mit 114 mm kann man selbst auf dem kleinen Mars einige Details erkennen. Wer aber zum ersten Mal hinschaut, wird wohl enttäuscht sein.

Ich habe mir direkt zum Teleskop einige Bücher empfehlen lassen. Teilweise waren es geeignete Geburtstagsgeschenke, teilweise habe ich diese direkt mit erworben. Diese Bücher waren und sind eine große Hilfe und eine kenntnisvermittlende Ergänzung für schlechte Tage.
Über den Mond führt mich der Rükl. Ein preiswerter Mondatlas, den ich wirklich empfehlen kann. Unsere 13 jährige Tochter hat sich mittlerweile intensiv mit Atlas und Objekt auseinandergesetzt und könnte jedes Mondquiz bestehen.
Durch das Jahr führen mich Himmelsjahr und Ahnert. Wobei ich als Anfänger mit dem Himmelsjahr besser versorgt bin.
Als kleinen Atlas benutze ich den Atlas für Himmelsbeobachter von Karkoschka.
Die ersten Beobachtungsversuche wurden von "Turn left at Orion" unterstützt.
Einzelen Sternbilder mit ihrem reichhaltigen Inhalt erläutert mir der Burnham. Hier findet man neben einer Vielzahl von Doppelsternen mit genauen Abständen auch genügend Material über Nebel und Sternhaufen. Wer aufgrund dieser Angaben die Auflösung testen will, sollte aber genau hinschauen. Die Daten sind einige Jahre alt. Da können enge, nahe Doppelsterne sich schon verändert haben.

Um wirklich lichtschwache Objekte zu beobachten sollte die Austrittspupille möglichst groß werden. Hier gilt es aber, die Grenzen des 31,8 mm Steckdurchmessers zu beachten. Rechnet man sich die verfügbare Feldblende aus, ergibt sich eine maximale Okularbrennweite um etwa 30 mm. Längere Brennweiten erfordern dann entweder einen größeren Steckhülsendurchmesser oder man akzeptiert einen Helligkeitsabfall zum Rand hin.
Ich habe die Beschränkung akzeptiert und nutze ein 35 mm Ultima von Celestron. Dann beträgt die Austrittspupille etwa 4,5 mm, ohne das der Helligkeitsabfall zu deutlich wird.

Somit umfaßt meine Okularausstattung jetzt 4 Brennweiten: 35+18+9+5 mm.
Zum leichteren Auffinden habe ich mich für Teilkreise entschieden. Diese werden als Paket zusammen mit dem Polsucherfernrohr geliefert. Diese Investition ist nützlich. Mit einiger Übung kann ich die Montierung so genau einnorden, daß die mittels Teilkreisen eingestellten Objekte immer im 35er Okular sichtbar sind. Aufnahmen mit eingeschaltetem Rektaszensionsantrieb zeigen den Erfolg.

Ich bin mit diesem Vixenprodukt zufrieden. Es ist sehr schnell und ohne Fummelei aufgebaut. die Mechanik macht einen soliden Eindruck, die Einstellungen vermitteln ein Gefühl von Präzision. Man hat nicht den mechanischen Eindruck, den man bei Kaufhausprodukten schon beim Antippen hat.

Für unsere Ansprüche ist dieses Teleskop völlig ausreichend. Es gibt noch viel zu entdecken. Ich bin überhaupt nicht sicher, ob ein größeres Teleskop wirklich soviel mehr bietet als dieses kleine Gerät für Anfänger.

W. Müller

Thema Autor Klicks Datum/Zeit

Vixen GP-E 114M als Einsteigerteleskop

Werner Müller 3032 27. April 2001 16:08



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