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Hobbysternwarte im Selbstbau

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R. Mayer
26. März 2001 10:27

Diesen Bericht habe ich für Anfang September versprochen. Doch besser spät als nie. Hier ist er.

Mein Name ist Robert Mayer, ich bin freier Versicherungsmakler. Mein meistgehaßtes Schulfach war Physik.
Das das nicht nur an mir lag, beweist mein heutiges Hobby. Ich baue mir meine Teleskope und mein Zubehör zum Teil selbst,
untertützt von meinem Freund, der Sport unterrichtet.

Ich habe eine stationäre Montierung im Garten. Betonfundament 100 cm tief, 120 x 120 cm Fläche. Getrennt davon 4 x 2 m
Betonfundament mit Isolierung und Holzdielenfußboden. Die Hütte darum ist ebenfalls selbstgebaut. 170 cm hoch, das Dach läuft auf
8 Polyamid-Rollen. Es kann von einer Person leicht und lautlos verschoben werden.

Die Montierung ist eine Knicksäulenmontierung. Die notwendige Feinjustage erfolgt mittels Keil und Druckschrauben. Die Achsen
sind aus Edelstahl 50 mm. Gelagert in verspannten Schrägkugellagern der leichten Baureihe, zum Wärmeausgleich auf
einer Seite in Zylinderlagern. Die Körper sind aus einer Leichtmetalllegierung. Alle Dreh- und Fräsarbeiten wurden von mir
selber durchgeführt. Lediglich die Einbrennlackierarbeiten wurden in Auftrag gegeben.
An der RA-Achse ist ein 180 mm Schneckenrad aus Bronze, 222 Zähne, geschliffen. Schneckenrad und Edelstahl-Schnecke wurden für mich angefertigt.
An der DEC-Achse tut ein kleineres Paar seine Arbeit. 150 mm Durchmesser Modul 1, Messing. Serienmäßig bezogen aus dem Katalog.

Angesteuert wird über Servomotoren der Firma Philips. Diese Motoren sind normalerweise in Laborautomaten im Einsatz. Ein
Freund lieferte Motoren, Steuerelektronik und Fachwissen.

Die Software zur Teleskopsteuerung habe ich selber in C geschrieben. Herr Jülich beantwortete geduldig alle Fragen zur
Steuerung und zur Programmentwicklung.

Die RA-Achse hat als Teleskopaufnahme ein aufgeflanschtes Alugußteil mit einer Fläche von 450 x 600 mm. Die Platte verfügt
über eine Reihe von Bohrungen um Teleskope zu befestigen. Eine Klemmung für Vixen ist mittlerweile ebenfalls vorhanden.

Die Montierung ist weitgehend in meiner privaten Werkstatt entstanden. Lediglich die Grobarbeiten wie Sägen und Schneiden
wurden vom Materiallieferanten durchgeführt.

Zur Zeit besteht die optische Ausstattung in folgenden Geräten.
a. Vixen 1200/80 Fraunhofer, als Leitrohr
b. Selbstbau Newton 200/1200 aus Duran 50. 9-Punkt-Spiegelzelle, Fangspiegelaufnahme mit Spinne wurden selbst gefertigt.
c. Lichtenknecker Flatfield 500 mm
d. Selbstgebauter Helligkeitsmesser (Photomultiplayer) mit Vorschaltoptik

Zur Zeit benutze ich nur eine Leica R6.2 als KB-Kamera.

Im Bau befindet sich ein größerer Newton. Zerodur 250 mm 1:5 als Hauptinstrument. Ein größeres Teleskop wäre bei unserer typischen Himmelshelligkeit von 13mag nicht sinnvoll und würde auch die Montierung zu sehr quälen.

Als Planetengerät will ich mich noch an ein Medial nach Schupp heranwagen. Alle schwärmen davon, doch keiner bietet es
an. Falls es gelingt, soll es in zwei Jahren soweit sein. Bis dahin werden die Finanzen auch eine schöne CCD-Kamera erlauben.

Das tolle an dem Hobby Astronomie ist die enorme Vielseitigkeit. Man kann sehr viel selber machen und kann das dann ausprobieren und verbessern. Betrachtet man es über eine längere Zeit, ist dieses Hobby auch nicht teuer. Reiten, Tennis, Motorradfahren sind pro Stunde sicher deutlich teurer und viel seltener auszuüben.

Als wir die ersten Aufnahmen des Cirrusnebels, aufgenommen mit selbstgeschliffenem Spiegel, nachgeführt mit selbstgebauter
Montierung und selbstgeschriebenem Programm entwickelt hatten, war die Begeisterung groß. Die Aufnahmen waren nicht toll, der Himmel war zu hell. Aber die Fotos bewiesen, wir hatten es fast geschafft.

Der Gerechtigkeit halber muß ich aber zugeben, daß es mir bisher nicht gelungen ist, die Himmelsaufnahmen zu erzielen, die ein
Bekannter mit seinem gekauften Takahashi-Equipment fertig gebracht hat. Wir haben also noch einen weiten Weg.

Robert Mayer

Thema Autor Klicks Datum/Zeit

Hobbysternwarte im Selbstbau

R. Mayer 4764 26. März 2001 10:27



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