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Hallo Herr Nachbar, hier meine Meinung zum Victory 10 x 56 FL.

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Alfons Müller
26. April 2006 15:31
Das 10x56 Victory FL ist das beste Glas, das ich jemals zum Himmel gehalten habe!
Starke Aussage, aber begründet.
Es gab genug gute bis sehr gute Nächte und ich habe zum Vergleich zusammengetragen, was mir möglich war. Bedingung war gutes Einblickverhalten für Brillenträger und maximal 1,5 KG Gewicht, ich will's freihändig.
Beobachtungsvorgaben liefert der Karkochka, mitreden darf noch Nachbar's Kater, der Herrscher über die sensorgesteuerte Aussenbeleuchtung.

Mir geht es um die Objekte, denen Karkochka 3 oder mehr Punkte vergibt, dieses Herumgefiesel an der Beobachtungsgrenze ist nicht mein Ding, dazu steht ein kleiner Newton 150 bereit, sollte es mal weiter in Richtung Auflösung gehen müssen.

Um das zu bewerten, was noch wichtig ist, ich bin 63 Jahre alt, Nichtraucher, die Sehleistung beträgt nach Augenarzt um die 100%, der begleitende Sohn kann altersgerecht etwas besser Sehen.
Wir wohnen etwas südlich von Euskirchen, vom Garten aus zeigt sich mit bloßem Auge die Milchstraße, die Grenzgröße im Zenit dürfte bei nahezu -6 liegen.

Unsere Fernglaskandidaten
das neue 10 x 56 Victory FL.
Ein gut erhaltenes Zeiss 7 x 45 DesignSelection
ein ebenfalls sehr gut erhaltenes Docter Nobilem 10 x 50 B/GA
ein fast nagelneues Minox 10 x 58 BD mit ED-Gläsern
ein 7 x 42 Leica Trinovid, aus der D-Mark Zeit
ein 8 x 42 Leica Ultravid, von diesem Jahr.

Dank an die Mutigen, die uns ihr Glas für mehrere Nächte überlassen haben. Der Dank wird im Mai anläßlich meines 64ten Geburtstages erstattet.

Erste Frage, wieviel AP verträgt der Himmel, wird ein 7x45 überhaupt ausgereizt? Wir denken ja, es wird. Die Nordeifel ist dunkel genug.

Nutzbare Schärfe, getestet an hellen Sternen und offenen Sternhaufen.
Das Victory FL ist bis auf einen feinen Randbereich von geschätzten 0,3 ° (Durchmesser M38) sehr fein und scharf zeichnend. Der Rand kann auf Kosten der Mitte nachgestellt werden, für Beobachtungen aus der freien Hand ist dieses 10 x 56 in diesem Punkt nahezu vorbildlich. Keines der anderen Gläser war im Punkt Randschärfe vergleichbar, das 8 x 42 Ultravid wäre meine Nummer zwei, abgeschlagen 7 x 42 Leica und Nobilem 10x50, die anderen Kandidaten dazwischen.

Grenzgröße, getestet an der Polsequenz aus dem Karkoschka. Dem Minox bringen die 2 mm Öffnung keinen Vorteil, eigentlich unglaublich, soll die bessere Vergütung des Zeiss die 6% Fläche kompensieren. Heh Minox, was macht ihr da?
Nobilem bis zu den 42 mm in der Reihenfolge der Öffnung. 7 x 42 und 8 x 42 gleichauf, unsere Einschätzung des Himmels kommt aus diesem Vergleich.

M81 und M82 sind exzellente Fernglasobjekte! Erkennt man, wodurch man beobachtet? Man erkennt!
Sehr überzeugend in dieser Reihenfolge 10 x 56 Zeiss vor 10 x 50 Nobilem, dann erst das Minox, die anderen Gläser vergrößern zu schwach, leider war kein brauchbares 10 x 42 dabei, wird nachgeholt.
Was unterscheidet Zeiss 10 x 56 vom Nobilem? Das Bild ist heller, genug, um den Unterschied zu sehen. Das Bild wirkt irgendwie klarer, entschuldigt die hilflose Ausdrucksweise, alternativ hätte ich noch feiner oder differenzierter schreiben können. M82 ist mit dem Zeiss ein Stückchen länger und breiter, weil man die schwachen Materieausläufer besser erkennen kann.
Noch deutlicher wird das mit dem oft strapazierten Andromedanebel. Man traut sich ja kaum noch, zuzugeben, daß man dieses populäre Objekt für Anfänger auch als Achtelprofi noch beobachtet, aber ich tue es immer noch gerne. Im Zeiss 10 x 56 Victory FL sieht man jedenfalls nicht nur Kern und Außenbereich, sondern im Außenbereich sogar mehrere Helligkeitsunterschiede, die weder 10 x 58 Minox noch 10 x 50 Nobilem zeigen. Die beiden 7er Gläser sind wohl zu klein, um von ihrer größeren AP zu profitieren. Die Runde geht ans Victory .

Es gab genug Planeten zu beobachten.
Mars, uninteressant weit entfernt.
Saturn, kein Ring, sicher nur 2 Monde
Jupiter, keine Streifen, 4 Monde und deshalb trotzdem interessant
Mond.
Warum betrachtet man mit einem Fernglas den Mond, warum tut man sich das an.
Der Mond ist hell, es ist, als ob man ins Objektiv mit einer Taschenlampe hineinleuchtet. Ferngläser sind dafür nicht gemacht.
Zeiss 10 x 56 und Leica 8 x 42 schlagen sich noch am besten, grausam das Minox, die andern dazwischen, ferner liefen mein altes 7 x 45 Design Selection.

Aber wenn der Mond halt einfach da ist, obwohl man eigentlich was anderes beobachten möchte.
Seitenlicht, Aufhellung, ja sogar der ein oder andere Mondstrahl, der sich zwischen Brillenglas und Okular durchzwängt, dabei schöne bunte Figuren produziert, wo wir schwarze Nacht sehen wollen. Der Mond ist einfach nicht fernglaskompatikel.
Am schlimmsten sieht es dabei beim Minox aus, das seitlich einstrahlende Mondlicht begrüßt jede Linsenfläche persönlich, findet zielsicher eine reflektierende Kante und landet hell und kontraststark im unwilligen Auge des genervten Betrachters. Ebenfalls nicht gut ist es beim 7 x 42 Trinovid, da schlägt sich das neue Ultravid viel besser. Das Nobilem überzeugt mich ebenfalls nicht, der Abstand zur Spitze ist in diesem astronomischen Bewertungspunkt zu groß.

Wenn aber schon diese störende Lampe brennt, warum dann nicht mal sehen, was sich auf der Erde entdecken läßt.
Also mal auf den Schuppen vom Nachbarn gehalten, dieses häßliche Ding und geschaut, was es da zu erkennen gibt.
Der Schuppen besteht aus verwitterten Holzbrettern, denen der Zahn der Zeit schon ordentlich zugesetzt hat. Hier sind Risse und Rauhigkeiten zu entdecken, es kommt neben Kontrast auch auf Vergrößerung an. Wie erwartet und auch hier mit richtig großem Abstand das Victory FL vor dem Minox und fast gleich auf das Nobilem. Dem Nobilem fehlt es sichtbar am letzten Quäntchen Kontrast. Man verfolgt einen schwarzen Riss im grauen Holzbrett, der Riss wird kleiner und kleiner, dann wird er unsichtbar. Das Minox findet noch ein Stückchen mehr, das Zeiss läßt sich überhaupt nicht bremsen und verfolgt den Riss bis zum Astauge, an dem er endet. Das ist dann schon ein Unterschied.

Was bleibt nach 15 Stunden Binogucken?
Das Minox landet beim Händler, er soll es einschicken und die reduzierte Grenzgröße erklären, es kann nicht angehen, daß ein Glas mit 6% weniger Fläche das Minox in die Tasche steckt.
Mein altes Designselection bekommt den Bodybuilder-Ehrenpreis, es ist objektiv zu schwer.
Das Victory FL kommt meinem Ideal ziemlich nahe. Die neuen Augenmuscheln sind gut, das Gewicht muß ich akzeptieren, was die reine optische Leistung betrifft, kann man absolut nicht meckern.

Alfon Müller





Thema Autor Klicks Datum/Zeit

Kurze Begegnung mit dem neuen Zeiss 8 x 56 Victory FL

Hartmut Puder 9374 10. April 2006 17:16

Re: Kurze Begegnung mit dem neuen Zeiss 8 x 56 Victory FL

Gunnar 3611 12. April 2006 05:50

Mein Vorschlag: Hohes Venn

Hartmut Puder 3441 12. April 2006 11:42

Hallo Herr Nachbar, hier meine Meinung zum Victory 10 x 56 FL.

Alfons Müller 5605 26. April 2006 15:31

Re: Hallo Herr Nachbar, hier meine Meinung zum Victory 10 x 56 FL.

Ricki Thomas 3455 26. April 2006 20:15

Re: Hallo Herr Nachbar, hier meine Meinung zum Victory 10 x 56 FL.

Erich Heinemann 2984 12. September 2010 18:20

Re: Hallo Herr Nachbar, hier meine Meinung zum Victory 10 x 56 FL.

wolfgang schmidt 2971 25. Januar 2008 10:59

Re: Hallo Herr Nachbar, hier meine Meinung zum Victory 10 x 56 FL.

Karlchen 2970 28. Januar 2008 13:41

Re: Hallo Herr Nachbar, hier meine Meinung zum Victory 10 x 56 FL.

wolfgang 2954 31. Januar 2008 14:37



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