Willkommen! Anmelden Ein neues Profil erzeugen

Erweiterte Suche

Das Leica 10x42 Ultravid HD

Juelich-Logo

 
deutsch  english  franais  chinese
Impressum
 
Forumregeln
 
Lupen
Mikroskope
Schulung
Messtische
Mess-Software
Mikroskopierdienst
Mikroskopservice
Sonderanfertigungen
 
Ferngläser
Spektive
Teleskope
Stative
Globen
 
Sonderposten
Veranstaltungen
Forum
Testberichte
 
AGB
Kontakt

 

MP
15. April 2008 01:09
Zur Verfügung standen mir neben meinem im Herbst 2003 gekauften Leica Ultravid 10x42 HD Nr. 1550226 vierzehn Tage lang ein neues Leica Ultravid 10x42 HD Nr. 1597041 und ein etwa 1 Jahr altes Zeiss Victory 10x42 FL Nr. 3161136. Alle Geräte wurden im Fachhandel erworben. Die Händler haben die Garantiekarten ausgefüllt. Alle nachfolgenden Bewertungen sind rein subjektiv und nicht ohne weiteres auf andere Exemplare der gleichen Modelle übertragbar.
Leica hat das Ultravid HD mit einer etwas kleineren Cordura-Tasche als beim Ultravid verkauft, die passt besser in das Außenfach meines Rucksacks – gut so.
Das Ultravid HD und das Zeiss scheinen tadellos verarbeitet. Mein älteres Ultravid ist optisch tadellos, hat aber – wie ich nun, seitdem ich das HD in Händen hatte, weiß, schon beim Kauf den Fehler, dass die objektivseitige Abdeckung der Gelenkachse zu viel Spiel hatte und noch hat. Das gibt ein klapperndes Geräusch, wenn man das Fernglas schüttelt. Das Ultravid HD hat diesen kleinen Mangel nicht. Ebenso klappern beim älteren Ultravid die Augenmuscheln, weil sie Spiel haben. Auch das ist beim Ultravid HD nicht der Fall. Dass die Befestigung der Augenmuscheln dafür verantwortlich ist, zeigt der gegenseitige Austausch der beiden Augenmuscheln: Beim Ultravid klappern die neuen Augenmuscheln auch, beim HD die alten nicht. Jäger kann ich beruhigen: Bei normalen Bewegungen entstehen auch beim normalen Ultravid keine klappernden Geräusche.
Mechanisch ist mein Ultravid in Ordnung, der Fokussierweg ist für die Vogelbeobachtung schnell („7 h“ von 5m bis unendlich), für einige, denen die „5 h“ des Zeiss Victory zu schnell sind, gerade richtig. Die andernorts viel kritisierte Fokussierwalze läuft bei meinem Ultravid ruckelfrei, aber mit etwas Spiel. Beim HD läuft sie noch etwas leichter, das Spiel ist auch vorhanden, aber weniger. Viel hat sich da nicht geändert. Beim Zeiss Victory kann ich kein Spiel der Fokussierung bemerken.
Das Victory liegt mir umgehängt etwas besser am Körper an als das Ultravid. Das kann bei Personen mit größerem Abstand zwischen beiden Augen anders sein. Die Ultravid HD/Ultravid sind so kurz gebaut, dass ich die von Leica mitgelieferten Objektivschutzdeckel nicht benutzen würde, das Victory ist länger, so dass die heruntergeklappten Objektivschutzdeckel die Hände nicht störend berühren. Die Haptik des Ultravid HD ist wie die des Ultravid, ich fasse die Armierung des Leica lieber an, beim Zeiss stört mich die Höhe der erhabenen Teile der Armierung, beim Leica die Daumenfalte, die allerdings von Vorteil sein könnte, wenn man einen überraschend auf-oder vorbeifliegenden Vogel einhändig beobachten muss, weil Stativ und Spektiv gerade auf der Schulter getragen werden.
Ich bin alterssichtig (56 Jahre), das linke Auge ist im übrigen mit ¼ Dioptrie kurzsichtig, das rechte mit ½ Dioptrie weitsichtig. Zum Lesen benötige ich seit sechs Jahren eine Brille. Der Augenarzt kommentierte letztes Jahr mein Sehvermögen mit den entsprechenden Korrekturgläsern mit den Worten „das können nur wenige“, also gehe ich von einem deutlich überdurchschnittlichen Wert aus, den er mir gesagt haben mag, an den ich mich aber nicht mehr erinnere. Beim Beobachten mit dem Fernglas trage ich nie eine Brille, die optischen Vergleiche habe ich ohne Brille vorgenommen.
Meine optischen Vergleiche zwischen dem HD und meinem normalen Ultravid ergaben eine frappierende und von mir in diesem Ausmaß nicht erwartete Ähnlichkeit in den optischen Leistungen. Fast bin ich versucht zu sagen, dass sich beide Gläser nur durch Aquadura und den Schriftzug „HD“ unterscheiden, und ich wage doch zu bezweifeln, dass ein Kunde beim Ladenkauf einen deutlichen optischen Unterschied wahrnimmt. Die Unterschiede sind so gering, dass ich nicht ausschließen kann, dass das Wissen um die HD-Ausführung das Sehergebnis beeinflusst.

Einblick, Bildschärfe, Kontrast, Farbcharakteristik
Ich habe gelesen, dass Beobachter den Einblick des Leica Ultravid 10x42 HD als etwas kritisch beurteilt haben. Angeblich soll Leica deswegen die Okulare verändert haben, aber leider empfinde ich persönlich nun den Einblick beim HD als problematischer als am Ultravid (Augenweite muss genauer eingestellt werden), ob das eine Folge der spielfreien Augenmuscheln sein kann, weiß ich allerdings nicht. Die Ultravid bieten beide eine ausgezeichnete Bildschärfe und einen hervorragenden Kontrast, hier zeigt mir das Ultravid HD ein gestochen scharfes Bild bei weit entfernten Aufschriften. Mit dem Zeiss Victory 10x42 FL habe ich in dieser Hinsicht Probleme, mit dem rechten Auge ein gleich scharfes Bild zu bekommen wie mit dem linken. Ganz will es nicht gelingen, im Gegensatz zu einem Zeiss Victory 8x42 FL und hier im Gegensatz zu dem Ultravid HD. Mein altes Ultravid ist fast genau so gut und besser als das Zeiss Victory 10x42 FL, aber auch nur wenig. Öffne ich beide Augen, so verrechnet mein Gehirn aber so, dass ich bei den drei 10x42 Gläsern den Eindruck praktisch gleicher Schärfe habe. Beim Tagessehen macht mir das Ultravid HD allerdings am meisten Spaß, die Farben sind kräftig, beim Zeiss wirken sie Seite an Seite etwas blasser. In der feldornithologischen Praxis halte ich die drei Gläser für gleichwertig. Beide Ultravid haben eine etwas wärmere Farbwiedergabe als das Zeiss. Insgesamt geben aber alle die Farben m.E. farbneutral wieder.

Transmission, Farbsäume
Die Transmissionsprüfung habe ich nach den Empfehlungen Walter E. Schöns mehrfach wiederholt. Ich fand erstaunlich, dass mir HD und normales Ultravid entweder gar keinen oder nur einen mit großer Anstrengung zu bemerkenden Unterschied in der Transmission zeigen. Manchmal hatte ich den Eindruck, das HD hätte eine Spur mehr Helligkeit, manchmal auch nicht. Kann auch da das Wissen um die HD-Ausführung die Wahrnehmung beeinflussen?
Auch in der Dämmerung kann ich dem Ultravid HD höchstens marginale Vorteile vor dem Ultravid zusprechen. Der Papiertest zeigt, dass auch das Victory 10x42 nur eine sehr geringfügig höhere Transmission hat als die beiden Ultravid.
Leica wirbt zwar mit einer Verringerung der Farbsäume, ich kann keine gesicherten Unterschiede zwischen HD und normalem Ultravid feststellen. Das Victory zeigt weniger Farbsaum.

Verzeichnung
Zwischen HD und normalen Ultravid sehe ich keine Unterschiede, beide verzeichnen weniger als das Victory.

Streu- und Störlicht
Als erstes prüfte ich die drei Gläser bei Dunkelheit und brennenden Straßenlaternen. Beide Ultravid zeigten fleckörmige Reflexionen, die beim Victory nicht auftraten. Das Ultravid HD zeigte die Reflexionen sogar zunächst am deutlichsten, wenn die Augenmuscheln ganz herausgezogen waren. Wenn die Augenmuscheln in die nächst tiefere Stellung einrasteten, waren Verhältnisse wie beim normalen Ultravid zu finden. Von Astronomie verstehe ich zu wenig, aber Sternenfreunde würden vermutlich das Victory vorziehen. Bei tief stehender Sonne im Gegenlicht zeigen alle drei Ferngläser Reflexionen bei bestimmten Einstrahlungsverhältnissen. Ich finde aber, dass hier die beiden Ultravid- Modelle besser mit den Verhältnissen fertig werden, was mich wegen des gegenteiligen Ausgangs des „Laternentests“ doch überrascht hat.

Die Randschärfe habe ich nicht verglichen, da ich sie in der Feldornithologie nicht benötige. Wie wohl die allermeisten Ornithologen halte ich die Schärfeabbildung der Mitte für entscheidend wichtig.

Haltbarkeit: Bei meinem Ultravid beginnt sich nach mehrjährigem intensiven Gebrauch die Armierung vom Korpus des Fernglases zu lösen. Man merkt nicht viel, aber wenn man mit den Händen auf die Armierung drückt und den Griff löst, hört man ein leichtes Geräusch und spürt, dass die Armierung sich wieder leicht anhebt. Das ist beim Ultravid HD natürlich (noch?) nicht der Fall. Auch das Zeiss Victory ist zu neu, als dass Aussagen zu diesem Punkt möglich wären.

Fazit: Zu ornithologischen Zwecken sind alle drei Gläser hervorragend geeignet. Ich würde das Ultravid HD jedoch nur dem empfehlen, der ein besonders scharfes und kontrastreiches Bild bei der Tagesbeobachtung liebt und Ferngläser der absoluten Spitzenklasse sonst nicht besitzt. Wer schon ein Ultravid hat (meines hat 2003 wohl noch 14xy Euro gekostet), für den lohnt sich die Aufrüstung auf das inzwischen 1995 Euro teure HD m.E. nicht. Das Victory ist immerhin noch 200 Euro billiger als das Ultravid. Wer aus welchen Gründen auch immer ein Victory nicht mag und ein Leica haben möchte, könnte mit den noch in manchen Geschäften erhältlichen herkömmlichen Ultravid 10x42 sehr gut bedient sein. Er bekommt fast dieselbe Leistung, die ein 10x42 Ultravid HD bieten kann.

MP







3-mal bearbeitet. Zuletzt am 15.04.08 01:39.
Thema Autor Klicks Datum/Zeit

Das Leica 10x42 Ultravid HD

MP 11727 15. April 2008 01:09

Re: Das Leica 10x42 Ultravid HD

Karlheinz Frucht 2277 15. April 2008 13:16

Danke für den Bericht! (kein Text)

OhWeh 1884 15. April 2008 13:33

Re: Das Leica 10x42 Ultravid HD

Manfred Kaufmann 2071 16. April 2008 18:00

Einblickverhalten kann individuell sehr verschieden sein

MP 1822 16. April 2008 19:59

Kompliment an der Trinovid-Serie

Dick van den Berg 2178 16. April 2008 20:53

Ihr 10x42 Trinovid BN ist vielleicht besser als das 10x42 BA

MP 2791 16. April 2008 23:25

Mein 10x42 Trinovid ist ein BA ( gekauft in 2000 )

Dick van den Berg 5201 17. April 2008 07:57

und sicher nach wie vor sehr gut

MP 1884 17. April 2008 08:33

Re: Ultravid 10x42 BN vs 10x42 Ultravid alt (BR?)

Martin Meffert 1826 20. April 2008 17:33

Re: Ultravid 10x42 HD vs 10x42 Ultravid alt (BR?)

Martin Meffert 1873 20. April 2008 17:41

Zuerst 8x32, später vielleicht noch ein 10x42 dazu?

Dick van den Berg 1807 20. April 2008 18:45

Re: Zuerst 8x32, später vielleicht noch ein 10x42 dazu?

Martin Meffert 1815 20. April 2008 20:27

Re: Zuerst 8x32, später vielleicht noch ein 10x42 dazu?

Manni 1519 20. April 2008 21:21

Keine zwei Ferngläser, sondern ein Fernglas; dann meiner Meinung nach 8x32

Dick van den Berg 1709 20. April 2008 21:44

Re: Zuerst 8x32, später vielleicht noch ein 10x42 dazu?

Frank 1549 20. April 2008 23:31

Re: Zuerst 8x32, später vielleicht noch ein 10x42 dazu?

Martin Meffert 1515 21. April 2008 09:53

Zwei Bemerkungen zum Ultravid 10x42 BL

Labrador 1907 21. April 2008 15:10



In diesem Forum dürfen leider nur registrierte Teilnehmer schreiben.

Klicken Sie hier, um sich einzuloggen