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8 x 42 mm im Vergleich

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Wolfgang Henseler
23. September 2004 22:23
Hier ist der versprochene Vergleich zwischen dem Zeiss 8 x 42 FL, dem Zeiss 8 x 40 Victory-Vorgängermodell, dem Leica Trinovid 8 x 42 und dem Leica Ultravid 8 x 42.

Der Grund, warum wir uns das ältere Victory noch einmal vorgenommen haben mag überraschen, aber wir wollten einmal den Abstand zwischen den beiden Victorys und den beiden Leicas vergleichen.

Beim Betrachten der Gläser fällt sofort auf, das Leica etwas kürzer baut und das Trinovid eigentlich zu schwer ist. Wir haben gedacht uns auf das Ultravid gegen FL zu konzentrieren, die anderen Gläser dienten anfangs nur der Abrundung.

Auflösung und Trennvermögen bei guter Beleuchtung.
Im Bildzentrum sind kaum Unterschiede auszumachen, das alte Victory ist minimal schwächer, Trinovid und FL scheinen gleichstark, das Ultravid einen Hauch schwächer!. Ein zweites Ultravid und ein zweites Trinovid bestätigen diesen Eindruck.
Das Bild ändert sich, wenn man den Rand betrachtet. Bei einem Winkel von 3° aus der Mitte, also etwas mehr als 100 Meter Gesichtsfeld, beginnt das Victory 8 x 40 leichte Unschärfe zu zeigen, die durch Nachfokussieren zu verbessern ist, kombiniert mit einem geringen Farbsaum. Das FL ist perfekt, die Trinovids zeigen schon etwas weniger Auflösung, es ist aber keine Bildfeldwölbung, Nachfokussieren hilft nicht weiter. Das Ultravid schneidet besser ab als das Trinovid, kommt aber nicht an das FL heran.
Herbert Grönemeier beschreibt uns ja in seinem Lied als "ganz genau", deshalb dann der gleiche Test, dann aber bei 120 Metern, also ungefähr 3,5° aus der Achse.
Das alte Zeiss zeigt mehr Unschärfe, der Farbsaum nimmt ebenfalls zu, die Linien bleiben aber weitgehend gerade. Nachfokussieren hilft eigentlich nicht mehr, ein Teil der Unschärfe bleibt.
Das FL ist nicht mehr ganz scharf, die Bildfeldwölbung macht sich bemerkbar, die senkrecht verlaufende Linie ist minimal gekrümmt. Der Farbsaum ist bei starkem Kontrast zu erahnen, das Glas ist wirklich ziemlich farbfehlerfrei.
Das Trinovid ist jetzt unmittelbar am Rand. Die Auflösung läßt deutlich nach, die Linie ist gut erkennbar gekrümmt, dies entspricht aber nach meinem Eindruck der Leicaphilosophie, der es auch auf ein Beobachten bewegter Objekte ankommt.
Das Ultravid ist nicht besser, man muß höllisch aufpassen, daß die völlig andere Form des Glases und damit verbunden der andere, nicht der schlechtere Komfort einem Unterschiede vorgaukelt, die in Wirklichkeit nicht vorhanden sind.

Bei reduzierter Beleuchtung ändert sich an unserem Test wenig, obwohl das Trinovid eine einfachere Reflexionsschicht besitzt, kann es mit dem Ultravid konkurrieren, ja es ist unserer Meinung nach sogar geringfügig voraus.
Das alte Victory schneidet bei schlechtem Licht relativ besser ab, der Farbsaum ist nicht mehr so deutlich, der Verlust an Randschärfe bleibt.
Das FL ist ganz klar überlegen.

Der Test auf Fremdlicht wird von Ultravid und Trinovid gleich gut bestanden, es gibt keine starken Reflexbilder, sondern eher eine ellipsoide unscharfe schwachgraue Wolke, die sich um den optischen Mittelpunkt des Glases gegenüber der Fremdlichquelle befindet. Beim direkten Blick in ein helles Licht, zeigen beide Gläser einen ganz zarten Reflex, der dann verschwindet, wenn die Lichtquelle aus dem Bildzentrum zum Rand wandert.
Der Gegenlichttest beim Victory 8 x 40 zeigt eine sehr dünne, feine Störung, die in Richtung der Lichtquelle zeigt und maximal 2° lang und höchstens 0,5° breit ist. Das beste Ergebnis dieser 4 Modelle.
Das FL verhält sich ähnlich wie die Leicas, eine Ausnahme ist die Lichtquelle weit außerhalb der Sehachse, da wird das FL etwas stärker tangiert.

8 x 40/42 Gläser sind optimal für freihändige Beobachtungen am Himmel. Zur besseren Bestimmung haben wir aber die Gläser aufgelegt und dann ein paar Beobachtungen gemacht.
Sterne werden am Bildrand von keinem dieser Gläser scharf dargestellt. Obwohl mit 140 Metern mit dem größten Bildfeld, schneidet das FL dabei am besten ab, das alte Victory am schwächsten. Trinovid und Ultravid tun sich nicht viel.
Sterne im Zentrum zeigen FL und Ultravid feiner und ruhiger als die älteren Kollegen, wobei auch hier das Trinovid sehr nahe dabei war, das alte Victory etwas zurück.
Bei Kugelsternhaufen ist das Ergebnis in allen Gläsern mager, 8 fach ist einfach zu wenig, der Eindruck ist nicht spektakulär.
Bei Emmisionsnebeln ändert sich das Bild, besonders die Messiers im Gebiet Skorpion und Schütze bieten sich dankbar an. Auch hier würden wir das FL nehmen, aber ganz knapp dahinter das alte Victory und deutlciher abgesetzt Ultravid vor dem abgeschlagenen Trinovid. Man kann sich natürlich viel einbilden, aber ob sich hier die bessere Transmission des Ultravids bemerkbar macht? In jedem Fall ist das Trinovid sehr schwer.
Bei der Beobachtung am dunklen Boden sind die Unterschiede zwischen FL und Victory sehr klein, kleiner als wir vermutet hatten, das alte Glas ist hervorragend. Das von der Transmission garantiert überlegene Ultravid muß mit dem dritten Rang zufrieden sein, etwas dahinter das Trinovid.

Der Blick auf weiße Wolken zeigt in den Leicas ein sehr sauberes, eher leicht ins Blaue spielendes Weiß, während hier das alte Victory doch zurückfällt und das neue FL ein wenig wärmer getönt erscheint.
Beim Bewegungstest an der Siegmündung hat man in allen Gläsern ein ruhiges und in den Abbildungsmaßstäben "normales" Bild. Man kann mit diesen Gläsern auch auf die Pferderennbahn, wenn es unbedingt sein muß.

Im Tragekomfort verliert das Trinovid durch sein Gewicht, das alte Victory durch die etwas einfachen Augenmuscheln. Die Befestigung des Trageriemens erscheint beim alten Victory etwas angeklebt, daß hätte man eleganter lösen können.
Die Bedienung ist bei allen Gläsern eindeutig und sollte keine Probleme bereiten. Diese Punkte werden auch immer dann überbewertet, wenn man regelmäßig mit unterschiedlichen Konzepten herumspielt. Bleibt man dagegen bei seinem Glas, ist es bedeutungslos.

Wir sind der Meinung, zur Zeit liegt das FL klar vorne, deshalb in diese Richtung unsere Empfehlung.
Die Weiterentwicklung vom alten 8 x 40 her ist klar zu erkennen.
Ganz anders sieht es bei Leica aus. Läßt man mal das etwas wuchtigere Gehäuse und das Mehrgewicht außen vor, so schneidet das Trinovid nicht schlechter ab, als der jüngere und teurere Bruder. Man muß schon suchen, um die nominell bessere Transmission auch zu sehen, man sieht keinen wirklichen Unterschied im Einblick, in der Randschärfe, in der Auflösung. Wer Leica in Erwägung zieht und nicht zu zierlich gebaut ist, wird besonders am Tag mit der preiswerteren Variante Trinovid sehr zufrieden sein.
Wer ein 8 x 40 Victory hat und dieses Glas auch in der Dämmerung einsetzt, hat eigentlich keinen Grund, auf das FL umzusteigen, die 5 Meter mehr Bildfeld sind nicht so wichtig und der kleinere Farbfehler stört nur am Tag.

Wir haben jetzt alle drei neuen FL geprüft, am meisten hat mich das 7 x 42 beeindruckt, aber auch die anderen Gläser mit 8 bzw. 10fach sind das, was man in der Hifi state of the art nennen würde.
Mal sehen, wie der Wettkampf weiter geht.

Wolfgang Henseler
Thema Autor Klicks Datum/Zeit

8 x 42 mm im Vergleich

Wolfgang Henseler 7390 23. September 2004 22:23

Re: 8 x 42 mm im Vergleich

Stephen Green 2132 24. September 2004 09:42

Re: 8 x 42 mm im Vergleich

Wolfgang Henseler 1992 24. September 2004 11:24

Re: 8 x 42 mm im Vergleich

Stephen Green 1923 24. September 2004 18:29

Re: 8 x 42 mm im Vergleich

Ernst Meissner 2035 27. September 2004 18:02

Re: 8 x 42 mm im Vergleich

A. Mackenbrock 2012 24. September 2004 11:47

Re: 8 x 42 mm im Vergleich

Wolfgang Henseler 1740 24. September 2004 12:16

Re: 8 x 42 mm im Vergleich

A. Mackenbrock 1760 24. September 2004 15:23

Re: 8 x 42 mm im Vergleich

Wolfgang Henseler 1774 24. September 2004 16:19

Re: 8 x 42 mm im Vergleich

Ewald Kappel 1875 27. September 2004 17:37

Re: 8 x 42 mm im Vergleich

Wolfgang Henseler 1692 28. September 2004 10:12



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