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Testbericht: Minolta 7X42 Wheathermatic

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04. März 2008 12:42
einen schönen guten Morgen an alle,


im folgenden möchte ich Ihnen ein Fernglas aus dem Hause Minolta wohl aus den 80er Jahren mal kurz vorstellen, und es geht lediglich um einen Erfahrungsbericht, deshalb sind die Beurteilungen nur subjektiv gemacht worden. Aber um den Test mehr oder minder objektiv und neutral gestalten zu können, habe ich zwei andere Gläser( ein Carl Zeiss Jena 7X40 BGA und ein Minolta Stanadard EW 8X40) eingesetzt.

Vor kurzem habe ich ein Minolta 7X42 Wheathermatic (Dachkantprismen) in unbenutztem Zustand zu einem erschwinglichen Preis ergattert, auf der beiliegenden Quittung steht noch das Kaufdatum: im Jahre 1990 und der damalige Preis in DM: 529. Umgerechnet sind aber mehr als 250 Euro, also typische Mittelklasse! Aber da das Glas sicherlich in den 80er Jahren produziert (noch in Japan!!) wurde, kamen damals für ein Glas von Minolta die Phasenkorrektur oder der dielektrische Spiegel an den Dachkantprismen noch nicht in die Frage. Aus diesen Gründen erwarte ich davon jedoch keine Qualität wie ein aktuelles Modell von Olympus oder Nikon Monarch.

Der erste Eindruck war gut, der äußere Zustand ist wie gesagt unbenutzt und die Linsen sind auch klar und sauber. Die Fertigung scheint sehr ordentlich zu sein, und es werden so gut wie keine Kunststoffteile eingesetzt, außer ein kleiner Einzelteil an der Mittelbrücke. Die gelbe Gummiarmierung sieht elegant aus und nach heutigen Schönheitskriterien gar nicht altmodisch, ist rutschfest, und das Glas kommt dank der ergonomischen Konstruktion sehr gut in die Hand. Verglichen mit dem Standard EW zeigt das Glas mit Dachkantprismen deutliche Stärke in der Kompaktheit.

Wheathermatic steht für Wasserdichtheit und staubfest. Das Glas soll, nach Angaben von einem erfahrenen Sammler, stickstoffgefüllt sein. Aber in der Bedienungsanleitung liegen keine Hinweise vor. Nur wird erwähnt, dass das Fernglas auch bis einem Meter durckwasserdicht ist aber nur nicht länger als 5 Minuten.

Beobachtung am Tag:

Die erste Testbeobachtung findet am Tage statt. Die Schärfe im zentralen Bereich ist zufriedenstellend. Ich persönlich kann keine sichtbare Unterlegenheit einem Minolta-Porroglas gegenüber feststellen, aber im Vergleich zu Zeiss (EDF ziviler Ausführung) besteht doch ein sichtbarer Unterschied. Das Minolta Wheathermatic hat ein Weitwinkelokular (ein Verdienst für ein 7X42 Fernglas!!!), wobei die Schärfe rasch und stark nachlässt bis zu Randbereich. Das Standard EW (EW für Extra Wide) zeigt auch ein ähnliches Problem, oder ist das überhaupt kein Problem, sondern Charaktereigenschaften für ein preisvernünftiges Weitwinkel bzw. Extraweitwinkel?? Das Zeiss BGA bietet zwar ein relativ engeres Sehfeld, aber die Schärfe ist bis zum Randbereich noch OK.

Was Farbstich betrifft, habe ich nach meinem Test festgestellt, dass der Einsatz von Zeiss BGA ein Fehler war. Wie ein Sprichwort lautet, "In der Nacht sind alle Katzen grau". Nachdem ich mit dem Zeiss BGA durchgeblickt habe, sind meine Augen für jeglichen leichteren Farbstich unsensibel!!! Kann deshalb nur sagen, man kann mit beiden Minoltagläsern leben, der Farbstich ist nicht sehr auffallend.

Die Farbsäume sind bei den beiden Minoltagläsern deutlich zu sehen. Die Gegenstände bekommen in der oberen Hälfte (insbesondere am Randbereich) des Sehfeldes am Rande violette Farbsäume.

Ob das zu testende Glas Brillenträgerokular hat, liegen in der Bedienungsanleitung keine Angaben vor. Ich bin persönlich Brillenträger und kann das Glas ohne weiteres benutzen, wenn ich die beiden Augenmuscheln umstülpe. Aber verglichen mit der Zeiss BGA mit 20MM AP-Abstand ist der Beobachtungkomfort sicher geringer.

Beobachtung in der Nacht:

Schon mit dem Standard EW habe ich böse Erfahrung gemacht, dass die Beobachtung in der Nacht wegen Lichtschleier und Lichtreflexion im Innern (Ghost image) überhaupt keine Freude mehr macht.

Laternentest: Ich habe nachts mit dem Minolta Wheathermatic einen Straßenbeleuchter mal betrachtet und Lichtschleier und Lichtreflexionen sind genau so stark und störend wie das Standard EW, nur die Lichtreflexion weist eine andere Form auf, wohl liegt es daran, dass die inneren optischen Systeme anders konstruiert werden. Auf den beiden Minoltagläsern steht jedoch "multi-coated", aber wegen des schlechten Zeugnisses im Laternentest liegt die Vermutung nahe, dass nicht alle Glas-Luft-Oberflächen mehrfach vergütet worden sind. Das Glas aus der DDR kann aber störende Reflexionen maximal unterdrücken, so dass eine Beobachtung in der Nacht einem immer noch Freude bereiten kann.

Fazit: ein gutes Fernglas für Tagbeobachtung, 7X-Vergrößerung sorgt gut für eine ruhige Beobachtung. Dies ist mit heutigem Modell mit Phasenkorrektur und dielektrischem Spiegel nicht zu vergleichen, findet jedoch dank der Kompaktheit, trotzdem 36 geometrischer Lichtstärke und eines großen Sehfeldes überall seinen Einsatzbereich.


nochmals vielen Dank für Ihr Lesen und Ihre Geduld.

Ihr Xuan Chang



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 04.03.08 13:03.
Thema Autor Klicks Datum/Zeit

Testbericht: Minolta 7X42 Wheathermatic

silkworm 4872 04. März 2008 12:42

Re: Testbericht: Minolta 7X42 Wheathermatic

Frank 1238 04. März 2008 23:38

Re: Testbericht: Minolta 7X42 Wheathermatic

Dietmar Sellner 1210 05. März 2008 00:10



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