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Erfahrungsbericht zum „Nikon Action EX 7x35 CF“

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07. Juli 2007 17:13
Berufliche Überlastung war der Grund, daß ich mich längere Zeit im Forum zurückhalten und vorübergehend eine Testpause einlegen mußte. Nun kommt ein neuer Erfahrungsbericht, da mir ein Teilnehmer dieses Forums, Herr Dietmar Sellner, sein neu erworbenes wasserdichtes Porrofernglas Nikon Action EX 7x35 CF mit Zentralfokussierung zum gründlichen Kennenlernen und Prüfen zur Verfügung stellte. Wasserdichtheit und Zentralfokussierung sind vielen Naturfreunden und vor allem Vogelbeobachtern wichtig, und daher könnte dieses Modell für manchen hier teilnehmenden oder zumindest mitlesenden Fernglasfreund interessant sein, der entweder nicht mehr als ca. 200 Euro für ein solches Fernglas ausgeben kann oder will oder der wie Herr Sellner zusätzlich ein preisgünstiges Modell sucht, das z.B. immer im Auto bleiben kann, um jederzeit unterwegs schnell zur Hand zu sein, ohne daß man fürchten muß, bei Verlust oder Diebstahl einen schmerzhaft hohen Schaden zu haben. Dieses Modell ist offiziell für ca. 189,- Euro zu haben (Herr Sellner hat es noch deutlich günstiger kaufen können). Wenn ich im folgenden Bericht trotz dieses Niedrigpreises gelegentlich fünf- bis achtmal so teure Spitzenferngläser zum Vergleich heranziehe, werden mir das manche vielleicht als unfair ankreiden. Aber das ist nicht unfair, wenn man vom Unter-200-Euro-Modell nicht dasselbe erwartet oder gar verlangt wie vom Über-1000-Euro-Topmodell und am Ende die erwartungsgemäß niedrigeren Leistungen korrekt immer in Relation zum niedrigeren Preis beurteilt.

Ich baue diesen Erfahrungsbericht wieder nach demselben Schema wie meine früheren Berichte auf und verwende teilweise auch dieselben oder ähnliche Formulierungen (sofern die Eigenschaften gleich oder ähnlich sind), nicht aus Mangel an Wortschatz oder Phantasie, sondern um bestmögliche Vergleichbarkeit zu gewährleisten.

1. Aussehen, Verarbeitung, erster Eindruck
Der erste Eindruck ist gut. Die Verarbeitung ist untadelig. Der Eindruck von Robustheit wird verstärkt, wenn man es in die Hand nimmt, denn es ist ziemlich schwer. Form und Größe sowie die sich angenehm anfühlende Gummiarmierung fügen sich gut in die Hand. Allerdings ist die Lage der Fokussierwalze gewöhnungsbedürftig und wegen der porrotypischen Gehäusebreite bei kürzeren Fingern eventuell problematisch (mehr dazu später). Die beim Fokussieren ein- oder ausfahrenden Okulartuben lassen zwar keine Wasserdichtheit vermuten, doch hat Nikon wohl Stülpschlauchdichtungen eingebaut, denn das Glas ist als wasserdicht deklariert. Die Spiegelungen auf den Objektiv- und Okularlinsen sind grünlich und teilweise farblos oder beinahe farblos, was vermuten läßt, daß u.a. an der Vergütung gespart wurde, um den sehr niedrigen Preis zu ermöglichen. Das Fernglas wird mit einer sehr leichten Textiltasche, die eine Gürtelschlaufe und keinen eigenen Trageriemen hat, einem einteiligen Okularschutzdeckel, zwei etwas schwierig anzubringenden, nicht am Fernglas zu befestigenden Objektivschutzdeckeln (verlierbar, wenn sie nicht jedesmal nach dem Abnehmen am Trageriemen angeklemmt werden, was umständlich ist) und einem breiten, ungepolsterten Trageriemen geliefert.

2. Größe und Gewicht, Haptik
Gemessen an den Daten 7x35 ist das Action EX voluminös und mit 798 g (der Hersteller gibt ehrlich 800 g an) ziemlich schwer. Die von mir zum Vergleich herangezogenen Spitzenferngläser (in alphabetischer Reihenfolge) Leica Ultravid, Nikon HG-L, Swarovski EL, und Zeiss Victory FL, alle 8x32-Gläser, wirken daneben zierlich, selbst das schon relativ stämmige Nikon 8x32 HG-L. Denn das Nikon Action EX ist genauso lang oder gar einige Millimeter länger (Ausnahme: das Swaro EL ist am längsten), aber etwa um 70% breiter. Im Gewicht übertrifft es diese Dachkantmodelle ebenfalls erheblich, denn Leica und Zeiss wiegen nur ca. 540 g bzw. 580 g, Swarovski ca. 610 g und selbst das relative Schwergewicht Nikon HG-L (L = Lightweight!) nur ca. 700 g. Aber Leichtbauweise ist, wenn sie nicht auf Kosten der Stabilität gehen soll, teuer und offensichtlich in der Preisklasse unter 200 Euro noch nicht zu haben.

Übrigens ist auch ein Größen- und Gewichtsvergleich mit dem vor allem wegen seines extrem großen scheinbaren Sehwinkels von manchen sehr geschätze Porroglas Nikon 10x35 E II mit gleicher Öffnung, aber höherer Vergrößerung interessant: Beide, also Action EX und E II, haben fast genau die gleiche Länge, Breite und Form (Silhouette), aber das etwa viermal so teure nicht gummiarmierte 10x35 E II ist als nicht wasserdichtes Leichtbauglas mit Magnesiumgehäuse um 190 g leichter, was man beim Beobachten mit dem Fernglas viel deutlicher merkt, als es das Verhältnis zwischen 610 g und fast 800 g vermuten läßt!

Das Action EX 7x35 CF läßt sich zunächst gut halten; erst wenn man fokussieren will, zeigt sich ein Problem: Die Fokussierwalze ist zwar groß, griffig, läuft spielfrei und geschmeidig, vielleicht eine Spur zu schwer, aber sie ist, wenn die Hände das Fernglas an der breitesten Stelle umfassen, nur mit den Spitzen der Mittelfinger zu erreichen und so nur in kleinen Schritten und nicht bei Bedarf auch schnell und zügig zu verdrehen. Man kann mit der Fokussierhand (bei mir als Rechtshänder der rechten Hand) das Fernglas aber so umfassen, daß das Okular dieser Seite in der Mulde zwischen Daumen und Zeigefinger liegt, und dann kann man auch gut mit dem gewohnten Zeigefinger scharfstellen. Allerdings muß man aufpassen, daß man sich beim Fokussieren nahe unendlich nicht die Haut zwischen Daumen und Zeigefinger vom einfahrenden Okulartubus einzwicken läßt. Das klingt schlimmer als es ist; man kann sich an diese Haltung gewöhnen, und dann wird man es wahrscheinlich eines Tages normal und nicht mehr unbequem finden.

Ungewöhnlich liegen die Ösen für den Trageriemen oben mitten auf der „Schulter“ über den Prismen. Darum hängt das Glas am Trageriemen senkrecht und nicht wie bei den meisten anderen Porrogläsern mehr oder weniger schräg. Allerdings hat man bei der zuvor beschriebenen Handhaltung zur Fokussieren mit dem gewohnten Zeigefinger dann evtl. den Trageriemen zwischen Hand und Fernglas.

3. Einblickverhalten
Nikon gibt einen Austrittspupillen-Längsabstand von 17,3 mm an. Ich kann (als Kurzsichtiger mit -5,25 dpt) bei ganz eingedrehten Augenmuscheln und leicht an die Brillengläser angelehntem Fernglas das sehr große Sehfeld bequem vollständig überblicken. Weitsichtige dürften bis zu ca. 4 dpt mit Brille ebenfalls keine Probleme haben, darüber könnte es etwas knapp werden. Die im Durchmesser relativ großen Drehaugenmuscheln lassen sich bis zu ca. 9 mm weit herausdrehen und rasten in beiden Endstufen sowie zwei Zwischenstufen. Ohne Brille schirmen die großen Augenmuscheln ganz herausgedreht seitlich einfallendes Licht sehr gut ab, aber der große Durchmesser könnte bei Beobachtern mit kleiner Augenweite, schätzungsweise unter ca. 62 mm, zu wenig Platz für den Nasenrücken lassen. Die Friktion der Knickbrücke zum Einstellen auf die Augenweite ist für mein Empfinden etwas hoch, aber gewährleistet, daß sich die Einstellung nicht ungewollt von selbst verändert.

4. Dioptrienkorrektur und Überhub
Der Überhub für Kurzsichtige ist sehr reichlich; ich kann mit ca. -5,25 dpt noch weit über unendlich hinaus fokussieren, so daß ich eine Reserve bis zu mindestens ca. -8 dpt vermute. Die Dioptrienkorrektur mit dem Ring am rechten Okulartubus mit zwei griffig geriffelten Verdickungen ist bequem zu bedienen und weist die ideale Friktion auf, um feinfühlig verstellt zu werden und sich dennoch nicht von selbst zu verdrehen (es gibt keine Raststufen und keine Arretierung). Die Einstellung hat keine Skala, obwohl die den Preis nicht nennenswert gesteigert hätte, sonden nur beiderseits der Nullmarke ein Plus- bzw. ein Minuszeichen.

5. Sehfeldgröße
Der scheinbare Sehwinkel ist fast exakt identisch mit dem des Leica- und Zeiss 8x32 und eine Winzigkeit größer als beim Nikon HG-L. Das ist für ein 7fach-Glas enorm, denn solche Gläser habenoft nur unwesentlich größere Sehfelder und daher meistens um ca. 8% bis 10% kleinere scheinbare Sehwinkel als 8fach-Gläsern. Nur das Swaro EL bietet noch mehr. Das Sehfeld des Action EX beträgt nach Herstellerangabe 163 m, und das entspricht umgerechnet auf 8fache Vergrößerung ca. 143 m, also mehr als bei Leica und Zeiss. Daß der scheinbare Sehwinkel dennoch nicht größer, sondern nahezu identisch ist, liegt daran, daß das Action EX fast verzeichnungsfrei ist, die anderen aber durch ihre deutliche kissenförmige Verzeichnung (zur Minderung des Globuseffekts) ihren scheinbaren Sehwinkel künstlich aufweiten. Wer also ein Fernglas sucht, das einen weiten Überblick bietet, ist sowohl mit der 7fachen Vergrößerung als dem ungewöhnlich großen Sehwinkel dieses Glases bestens bedient. Allerdings muß eine Randunschärfe akzeptiert werden, die zwar noch nicht als störend bezeichnet werden kann, aber doch deutlich stärker als bei den vielfach teureren Spitzenferngläsern ist. Angesichts des Preises aber ist diese Randunschärfe durchaus akzeptierbar, weil geringer als erwartet.

6. Fokussierung
Daß die gummierte Fokussierwalze nicht ideal griffgünstig angeordnet ist und eine besondere Handhaltung erfordert, um gut bedienbar zu sein, hatte ich schon geschrieben. Ansonsten ist an der Fokussierung nichts auszusetzen. Die Drehung erfolgt wie bei allen Spitzenferngläsern nach links für den Nahbereich und nach rechts für die Ferne, die Walze läuft ohne Spiel oder Ruckeln geschmeidig, wenn auch für mein Empfinden ein bißchen zu schwer, und die Übersetzung ist zwischen schnell und feinfühlig im optimalen Bereich angesiedelt. Knapp unter eine Umdrehung von unendlich bis zur Nahgrenze klingt nach etwas zu schnell, aber da der Walzendurchmesser sehr groß und die Nahgrenze von ca. 3 m weiter ist als bei den Dachkantgläsern (ca. 2 m), ist das schon in Ordnung. Die Nahgrenze von ca. 3 m ist für ein Porroglas sehr kurz und wegen der mangelhaften Überlappung der Bilder des linken und rechten Auges aufgrund des großen Abstandes zwischen den Objektiven schon problematisch. 4 m wäre sinnvoller gewesen, aber da hat sich die Marketingabteilung wohl für die in den technischen Daten und in der Werbung attraktivere kleinere Zahl entschieden.

7. Stativbefestigung
Das Action EX 7x35 hat unter einer abschraubbaren Platte ein Gewinde für einen Standard-Stativadapter vorn in der Knickbrückenachse. Die nur 7fache Vergrößerung wird bekanntlich oft wegen des besonders zitterarmen Bildes gewählt, so daß viele Benutzer dieses Glases keinen Gebrauch vom Stativgewinde machen werden, aber die wenigen, die damit z.B. nachts den Sternenhimmel vom Stativ aus bewundern wollen, werden sich darüber freuen.

8. Transmission und Farbtreue
Die Transmission von Porroprismengläsern ist wegen der auf allen spiegelnden Prismenflächen möglichen Totalreflexion meistens ein wenig höher als bei sonst gleichwertigen Dachkantgläsern, die eine Verspiegelung einer Prismenfläche erfordern. Daher ist es nicht verwunderlich, daß das Action EX trotz reduzierten Vergütungsaufwandes (Nikon spricht nur von Mehrschichtvergütung der Objektive, also nicht der Prismen und Okulare) in der Transmission zwar etwas schlechter als die zum Vergleich herangezogenen Dachkantgläser, aber immer noch für seine Preisklasse beachtlich gut ist. Ich kenne viel teurere Gläser mit geringerer Transmission. So ist die Helligkeit bei Tag auf gutem und für die Preisklasse sogar sehr gutem Niveau, und dank 5 mm großer Austrittspupille auch in der Dämmerung für ein mittelgroßes Fernglas sehr ordentlich.

Die Farbwiedergabe ist nahezu neutral mit einem sehr geringen gelblichen Ton. Das Action EX wäre damit auch für ornithologische Beobachtungen einsetzbar, die bezüglich Farbtreue hohe Ansprüche stellen.

9. Schärfe und Kontrast
Schärfe und Kontrast sind absolut gesehen in der Bildmitte gut und lassen ab etwa 60% Bildhöhe (0% = Bildmitte, 100% = Bildrand) allmählich erkennbar nach, um etwa ab 80% als Unschärfe (ohne Farbsäume, Näheres dazu siehe unter Punkt 11) wahrgenommen zu werden. Relativ zur Preisklasse und angesichts des weit überdurchschnittlich großen scheinbaren Sehwinkels ist das ein sehr gutes Ergebnis, das ich so nicht erwartet hätte. Nur bei starkem Gegenlicht aus bestimmten Richtungen kann es zu Verschleierung des Bildes (Näheres siehe unter Punkt 10) und damit zu erheblicher Beeinträchtigung der Detailerkennbarkeit kommen.

10. Streulicht und Reflexe
Aufgrund recht guter Transmission trotz nur teilweiser MC-Vergütung zeigt das Action EX 7x35 bei normalen Motiven ohne Gegenlicht und ohne ins Objektiv scheinende Sonne kaum Streulicht und Reflexe, ist also für diese Preisklasse auch in dieser Disziplin gut. Allerdings gibt es bei aus bestimmten Richtungen einfallendem Gegenlicht, z.B. bei Beobachtungen über glitzernde Wasserflächen hinweg, mitunter starke Verschleierungen des Bildes. Schuld daran sind nur zu kleinem Anteil die nicht optimale Vergütung oder mangelhafte Tubusschwärzung (die leider auch bei den Topgläsern kaum besser ist), sondern Reflexe innerhalb der Umkehrprismen und an Prismenkanten. Man kann das gut sehen, wenn man das Fernglas wie zur Begutachtung der Austrittspupille in etwa 30 cm Abstand vom Auge vor eine dunklere Fläche hält und z.B. durch eine Lampe oder, wie ich es geprüft habe, von einem sonnenbeschienenen weißen Terrassentisch (zur Simulation der von unten kommenden Wasserreflexe) sehr helles Licht von außerhalb des Sehfeldes ins Objektiv fallen läßt. Man sieht dann außen um die AP herum noch zahlreiche „Nebenpupillen“ und helle netzartige Strukturen, die bei näherem Hinsehen als Abbilder der Prismenkanten zu indentifizieren sind. Ein Teil dieser „Nebenpupillen“ wird nicht durch das ins Objektiv fallende, sondern durch ins Okular von hinten einfallendes Licht hervorgerufen. Das kommt bei Nichtbrillenträgern und herausgedrehter Augenmuschel dank deren Abschirmung seitlich einfallenden Lichts nicht vor, aber bei Brillenträgern ist es wegen des freien, seitlich und oben nicht abgeschirmten Zwischenraums zwischen Okular und Gesicht unvermeidbar. Mit Brille beobachtende Brillenträger können daher mitunter bei leichter Dezentrierung der Augenpupille aus der Okularachse von Falschlicht aus solchen Nebenpupillen zusätzlich und somit stärker betroffen sein als Nichtbrillenträger.

[Ich habe nach dieser Feststellung bei der Suche nach der Ursache der störenden Lichtschleier auch die obengenannten Top-Ferngläser daraufhin untersucht: Nur das Leica Ultravid und das Zeiss FL waren diesbezüglich vorbildlich, aber das Swarovski EL und das Nikon HG-L zeigten zahlreiche Nebenpupillen und auch ähnliche netzartige Strukturen um die AP herum, allerdings merklich schwächer als das Nikon Action EX. Das heißt, daß auch Swarovski und Nikon bei ihren Top-Ferngläsern an den Prismen noch arbeiten müssen (nicht spiegelnde oder durchlassende Flächen sowie Kanten schwärzen und Zwischenblenden einbauen). Damit ist mir jetzt auch klar, warum das Swarovski 8x32 EL, wie vor einigen Wochen hier diskutiert, trotz hervorragender Vergütung und Transmission im Kontrast bei Gegenlicht gegenüber Leica und Zeiss so gut erkennbar abfällt.]

Daß die Vergütung des Action EX teilweise farblos und recht hell schimmert, was auf mäßig gute Vergütung schließen läßt, hatte ich schon erwähnt. Bei einem 1000-Euro-Fernglas wäre das ein ernsthafter Kritikpunkt gewesen, aber bei einem Unter-200-Euro-Glas muß man es akzeptieren.

11. Farbsäume
Eigentlich sollte man bei einem Fernglas dieser Preisklasse recht deutliche Farbsäume erwarten, aber das Gegenteil ist der Fall. Im Randbereich ist die Unschärfe zwar unübersehbar, aber Farbsäume kann man nur mit Mühe oder unter sehr kritischen Bedingungen wahrnehmen. Natürlich überdeckt stärkere Unschärfe eventuelle Farbsäume ein bißchen, aber sie sind bei diesem Glas so schwach, daß das nicht der einzige Grund sein kann, sondern das Glas tatsächlich sehr gut hinsichtlich chromatischer Aberration korrigiert sein muß.

12. Verzeichnung
Ähnlich wie viele andere japanische Ferngläser zeigt auch das Nikon Action EX nur sehr schwache, normalerweise gar nicht wahrnehmbare kissenförmige Verzeichnung. Anders als bei den europäischen Herstellern fürchtet man wohl in Japan den Globuseffekt nicht (oder ist wie ich, obwohl ich kein Japaner bin, dagegen weitgehend immun?). Ob das ein Vorteil oder Nachteil ist, muß jeder für sich entscheiden, denn der eine empfindet krumme Linien am Bildrand störend, während der andere wegen des bei unverzeichneten Linien auftretenden Globuseffekts einen Anflug von Schwindelgefühl oder gar Überkeit empfindet.

FAZIT
Relativ zur Preisklasse muß ich dem Nikon Action EX 7x35 CF sehr gute Noten geben. Es ist zwar relativ schwer, aber für seine Klasse hell, scharf und farbneutral. Es ist wasserdicht und hat Zentralfokussierung, so daß es auch mechanisch mehr aufweist, als man für unter 200 Euro erwartet. Streulichtanfälligkeit wegen der unzureichenden Prismenschwärzung und/oder -abblendung und der daraus resultierenden Nebenpupillen ist aus meiner Sicht der einzige gravierende Schwachpunkt, mit dem man aber leben kann, weil dieses Problem nur bei speziellem Gegenlichteinfall relevant wird. Ich kenne kein besseres Fernglas dieser Preisklasse.

Ich danke Herrn Sellner dafür, daß er mir die Gelegenheit geboten hat, dieses Fernglas in Ruhe gründlich kennenzulernen und daß er so lange Geduld hatte, auf die Rücksendung zu warten, weil ich wegen Arbeitsüberlastung viel länger brauchte als vorgesehen.

Walter E. Schön


PS.: Ich muß einen vergessenen Hinweis darauf nachtragen, daß es auch ein sehr ähnlich aussehendes Nikon Action 7x35 CF (also ohne den Zusatz „EX“) gibt, das 1. etwas leichter (715 g statt 800 g), 2. nicht wasserdicht ist und 3. wahrscheinlich optisch weitgehend (Objektive, Prismen) baugleich ist, aber wegen anderer Okulare nur 11,9 mm AP-Längsabstand (statt 17,3 mm) hat und daher für Brillenträger problematisch sein kann. Ob die anderen Okulare Auswirkungen auf die Bildqualität haben, weiß ich nicht, da ich dieses Fernglas nur aus dem Nikon-Katalog kenne. Achten Sie daher unbedingt auf den Zusatz „EX“, falls Sie sich dafür interessieren.
Thema Autor Klicks Datum/Zeit

Erfahrungsbericht zum „Nikon Action EX 7x35 CF“

Walter E. Schön 15107 07. Juli 2007 17:13

Re: Erfahrungsbericht zum „Nikon Action EX 7x35 CF“

Volker Werres 3346 07. Juli 2007 17:41

Re: Erfahrungsbericht zum „Nikon Action EX 7x35 CF“

Gert Bahne 3651 07. Juli 2007 21:45

Re: Erfahrungsbericht zum „Nikon Action EX 7x35 CF“

JC_4 2861 12. Juli 2007 15:07

Re: Erfahrungsbericht zum „Nikon Action EX 7x35 CF“

jForumAdmin 2633 12. Juli 2007 19:27

Re: Erfahrungsbericht zum „Nikon Action EX 7x35 CF“

JC_4 2614 27. Juli 2007 12:27

Re: Erfahrungsbericht zum „Nikon Action EX 7x35 CF“

Werner Jülich 2906 27. Juli 2007 14:25

Erfahrungsbericht zum „Nikon Action EX 7x35 CF“

Martin Götz 1337 25. Mai 2013 19:25

Abwertung wegen Handlingproblemen

Wolfgang Behrends 2812 31. Juli 2007 00:42

Re: Erfahrungsbericht zum „Nikon Action EX 7x35 CF“

Tobias Mennle 1289 27. Mai 2013 21:19

Re: Erfahrungsbericht zum „Nikon Action EX 7x35 CF“

BoB 1101 14. April 2014 13:26

Re: Erfahrungsbericht zum „Nikon Action EX 7x35 CF“

Holger Merlitz 986 15. April 2014 02:36

Re: Erfahrungsbericht zum „Nikon Action EX 7x35 CF“

EDDS 829 08. Mai 2014 20:31

Re: Erfahrungsbericht zum „Nikon Action EX 7x35 CF“

BoB 863 08. Mai 2014 22:47

Re: Erfahrungsbericht zum „Nikon Action EX 7x35 CF“ Anhänge

BoB 972 15. April 2014 08:49

Re: Erfahrungsbericht zum „Nikon Action EX 7x35 CF“

TPeters 936 20. April 2014 13:02

Re: Erfahrungsbericht zum „Nikon Action EX 7x35 CF“

Dietmar Sellner 983 20. April 2014 14:08

Re: Erfahrungsbericht zum „Nikon Action EX 7x35 CF“

Kilian Emmerling 988 20. April 2014 20:00

Re: Erfahrungsbericht zum „Nikon Action EX 7x35 CF“

BoB 948 20. April 2014 23:40

10x50 EX

Holger Merlitz 1004 21. April 2014 02:32

Re: 10x50 EX

TPeters 945 21. April 2014 10:16

Re: 10x50 EX

BoB 720 21. April 2014 18:46

Re: Erfahrungsbericht zum „Nikon Action EX 7x35 CF“

JC_4 1004 21. April 2014 17:08

Re: Erfahrungsbericht zum „Nikon Action EX 7x35 CF“

Holger Merlitz 1081 22. April 2014 02:03

Mit das Beste für unter 150€

gersi 1162 04. Mai 2014 21:44



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