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Kurzcharakterisierung „Steiner Discovery 8x44“

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16. März 2009 18:49
Da ich über das letzte Wochenende ein Steiner Discovery 8x44 zur Messung des scheinbaren Sehwinkels zur Verfügung hatte, konnte ich dieses Fernglas auch hinsichtlich anderer Eigenschaften einer Prüfung unterziehen. Da ich aber momentan zu wenig Zeit habe, einen umfassenden Erfahrungsbericht zu schreiben, wollte ich doch zumindest eine kurze Charakterisierung schreiben, weil die Steiner-Ferngläser (meistens aus gutem Grund) in diesem Forum wenig beliebt sind und speziell zu diesem Modell vor kurzem hitzige Diskussionen geführt wurden. Ich beschränke mich auf die wesentlichsten Eigenschaften:

Das Steiner Discovery 8x44 war für mich eine sehr positive Überraschung. Nach allem, was ich bisher von Steiner kannte (ich meine nicht die unsäglichen und teilweise völlig irreführenden Werbesprüche, sondern andere Steiner-Ferngläser), hatte ich nicht erwartet, daß dieses im Preis (um 1400 Euro) der Spitzenklasse schon recht nahe Fernglas auch in der Leistung so dicht aufschließen kann. Man muß schon sehr genau und auf wirklich kritische Strukturen (z.B. dünne schwarze Linien auf weißem Grund) schauen, um gegenüber Leica, Swarovski und Zeiss einen recht kleinen Unterschied zu erkennen. Im Randbereich übertrifft es sogar Leica und Zeiss; selbst das Swarovski EL 8,5x42 kam mir am Rand nicht schärfer vor.

Bei starkem Gegenlicht, im Test gegen eine Halogenlampe gerichtet, zeigt es ein klein wenig mehr Falschlicht und zwei leicht diffuse Reflexe. Die Transmission (Helligkeit und Farbneutralität) ist tadellos auf Topniveau. Das Einblickverhalten ist für mich gut, wenn ich als kurzsichtiger Brillenträger (-5 dpt) die Augenmuscheln um knapp 2 mm herausdrehe; ganz eingedreht zeigt sich mir ein bißchen „Kidney-Beaning“ (dunkle Flecken bei Augenbewegungen). In der Größe (Länge 162 mm) stimmt es fast genau mit dem Swarovski EL 8,5x42 überein, im Gewicht liegt es ca. 50 g höher (852 g), was aber angesichts der mit 44 mm etwas größeren Objektivöffnung in Ordnung ist.

Das Glas liegt gut in der Hand. Über das Aussehen wird es sicher geteilte Meinungen geben; für mich hat es zu viele Verzierungen und Beschriftungen auf goldbronzefarbigen Plaketten, aber wenn man vor allem in den USA verkaufen will, könnte das von Vorteil sein, weil dort „Styling“ höher im Kurs steht als „Design“.

Die beidseitig mögliche Disoptrienkorrektur ist ein in der Steiner-Werbung gut ausschlachtbarer Firlezanz, denn denselben Verstellbereich und Überhub kann man auch mit nur einseitiger Verstellung erreichen. Die mit einem nachgiebigen Gel unterfütterten Daumenauflageflächen an der Unterseite sind ebenfalls in der Praxis völlig irrelevant, aber hilfreich für Werbelyrik.

Positiv hervorzuheben sind die Tragriemen-Schnellbefestigung und die aufklappbaren seitlichen Abschirmungen an den Augenmuscheln. Sie sind so angebracht, daß sie sich bei herausgedrehten Augenmuscheln an den richtigen Stellen (schläfenseitig) befinden, während sie umgeklappt bei eingedrehten Augenmuscheln fast ganz innenseitig liegen und den Brillenträger nicht stören.

Für mich ungewohnt die ist „falsche“ Drehrichtung der Fokussierwalze (für die Ferne gegen und für die Nähe im Uhrzeigersinn), doch wer nur dieses eine Fernglas hat oder dessen weitere Ferngläser ebenfalls diese Drehrichtung haben, wird sich daran gewöhnen und dann diese Drehrichtung für die richtige halten.

Schlecht gelöst sind die einteiligen (wie Brillengläser mit einem Nasenbügel zusammengehaltenen) Objektivschutzdeckel, die nicht am Fernglas oder Trageriemen befestigt werden und daher bei Benutzung des Fernglas z.B. in eine Hosen- oder Hemdentasche zu stecken sind, bis man sie irgendwann verloren hat. Ebenfalls etwas seltsam ist der einteilige, jedoch am Trageriemen befestigbare Textil-Okularschutzdeckel, der wie eine etwas zu große Pudelmütze auf dem Fernglas sitzt und ein bißchen zu lang ist.

Alles in allem ist mein Gesamteindruck jedoch positiv, und ich halte den für ein Steiner-Fernglas stolzen Preis von ca. 1400 Euro für durchaus angemessen. Jetzt würde ich mir nur noch wünschen, daß bei Steiner die Werbung ebenfalls seriöser würde, womit aber wohl kaum zu rechnen ist.

Walter E. Schön
Thema Autor Klicks Datum/Zeit

Kurzcharakterisierung „Steiner Discovery 8x44“

Walter E. Schön 8525 16. März 2009 18:49

Re: Kurzcharakterisierung „Steiner Discovery 8x44“

Heinz Dieter 2214 16. März 2009 20:24

Re: Kurzcharakterisierung „Steiner Discovery 8x44“

Andreas Werner 2039 16. März 2009 22:51

Re: Kurzcharakterisierung „Steiner Discovery 8x44“

Armin Lebault 2129 18. März 2009 07:34

Bi(e)ber korrigiert, nachfolgende Beiträge gelöscht

jForumAdmin 1680 21. März 2009 08:24

Re: Kurzcharakterisierung „Steiner Discovery 8x44“

reinholdz.2004 2046 18. März 2009 10:10

Hat nichts mit Voreingenommenheit zu tun

Holger Merlitz 2100 18. März 2009 14:17

Re: Hat nichts mit Voreingenommenheit zu tun

Anne Bonny 1943 19. März 2009 01:17

weit ueberlegen!

Holger Merlitz 1916 19. März 2009 02:01

Re: Hat nichts mit Voreingenommenheit zu tun

marc champollion 1680 20. März 2009 20:48

Widersprechen sie „sich“ oder „einander“?

Walter E. Schön 1735 21. März 2009 00:10

Re: Widersprechen sie „sich“ oder „einander“? themafremd

marc champollion 1428 24. März 2009 14:14

Positive Ausreißer unter sonst mäßiger Ware

Robert Fritzen 1954 19. März 2009 09:08

"Liebe Vorumsteilnehmer!"

marc champollion 1377 22. Dezember 2010 22:47



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