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Meine Erfahrungen mit dem Swarovski Spektiv ATS 80 HD

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Alwin Mayr
04. März 2009 21:05
Der Naturbeobachter ist in einem Dilemma. Einerseits will er beobachten, andererseits will er nicht stören.
Hier kommt die Fernoptik ins Spiel.
Will man Vögel bestimmen, dann erreicht das Fernglas bei sperlinggroßen Vögeln eine Reichweite von vielleicht 50 Metern, Enten gehen bis 200 Meter, darüber hinaus reichen die allermeisten Ferngläser nicht mehr aus.
Jetzt kommt dann das Spektiv ins Spiel. Die meisten Vogelbeobachter entscheiden sich dabei für ein Spektiv mit variabler Vergrößerung, weil die Vorzüge der variablen Vergrößerung die leichten Nachteile in der Bilddefinition dominieren.
Ich besitze ein Swarovski 10x42 SLC und dazu dann das Spektiv, das bis maximal 60fach reicht.
Nach meiner Erfahrung darf man aber nicht erwarten, dass sich die Reichweite proportional zur Vergrößerung erweitert, nein man muß Abstriche machen, weil Bildhelligkeit und das beidäugige Sehen das Glas bevorzugen.
Unter idealen Bedingungen würde ich daher den Gewinn an Reichweite beim Beobachten durch das Spektiv auf einen Faktor 5, bei bedecktem Himmel eher auf einen Faktor 3 festlegen.
Das Swarovski gehört zu den anerkannt guten Modellen, dies gilt für die Optik wie auch für die Mechanik. Mir ist es wurscht, ob ein Kandidat aus einer anderen Schmiede ein paar Promill mehr leisten kann, es muß einen bestimmten Qualitätstandard erreichen, dann ist es genug.
Fangen wir an.
Das A in ATS steht für 45° Schrägeinblick. Bei horizontaler Ausrichtung beobachtet man mit nach vorne geneigtem Kopf. Diese Haltung ist bequehm, weil man seine Position immer wieder leicht verändern kann, ohne das Beobachtungsziel aus den Augen zu verlieren. Die weiteren Vorteile sind die Partnerfreundlichkeit und die geringere Schwingungsneigung.
Spektive sind empfindlich bei Gegenlicht, es ist daher anzuraten, von der Streulichtblende Gebrauch zu machen. Zwar muß man mit einer erhöhten Windlast rechnen, aber unterm Strich betrachtet, sollte man die Blende herausziehen.
Swarovski hat sich bei der Fokussierung für einen umlaufenden großen Ring entschieden, ähnlich dem der Teleobjektive, ein sehr weich und angenehm laufender Trieb, wie ich in noch an keinem anderen Spektiv gefunden habe. Wer ein Teleobjektiv kennt, der kommt mit diesem Trieb auf Anhieb zurecht. Neulinge könnten bei ersten Versuchen die Richtung verreissen, man wird sich aber rasch eingewöhnen.
Das meistgenutzte Okular reicht von 20-60fach. Es wird über ein Bajonett mit dem Spektivkörper verbunden, zum Lösen muß eine kleine Sperre gedrückt werden.
Das Okular ist ebenfalls durch Drehen zu Verstellen, die Verstellung geht glatt und ohne spürbares Spiel.
Der Einblick ist komfortabel, eine ausreichend weit verstellbare Augenmuschel wird auf die Sehverhältnisse angepaßt und hält diese Stellung auch bei, auch ohne einzurasten.
Ich kann bei jeder Vergrößerung das ganze Sehfeld einsehen, egal ob mit oder ohne Brille.
Dem Auge des Betrachters bietet sich ein helles, farbneutrales Bild. Die Randschärfe ist gut, ebenso gut die Punktschärfe und die Abwesenheit von starken Farbsäumen oder Reflexen. Es ist immer möglich, über eine längere Zeit am Okular zu kleben, das Auge ermüdet kaum, irgendwann meldet sich dann der Rücken und verlangt einen kleinen Stellungswechsel.
Im Vergleich zu einem Fernglas sind die Austrittpupillen recht klein. 40fache Vergrößerung bedeutet eine AP von 2mm, das ist dann ein Wert, der schon bei bedecktem Himmel zu Helligkeitseinbußen führt. Will man die volle Vergrößerung ausnutzen, dann muß das Ziel hinreichend hell und sehr gut beleuchtet sein.
Man sieht schon daran, daß man im Zweifelsfall nicht auf sein Fernglas verzichten sollte, das auch bei gleicher AP heller erscheint, was man auf die bessere Transmission oder das zweite Auge schieben kann.

Ideal ist ein Spektiv im erweiterten Nahbereich. Die Dohle aus 20 Meter Entfernung scheint zum Kraulen nah zu sein. Der Schmetterling auf der Wildblume, formatfüllend. Wer Glück mit seiner Umgebung hat, der bleibt faul auf dem Balkon und inspiziert die Gärten und Wiesen in unmittelbarer Nähe, immer wieder voller Staunen, was man sich alles aus der Unscheinbarkeit vor die Linse holt.
So ist es weniger die große Distanz, die es zu überwinden gibt als vielmehr der Nahbereich, in dem ich das ATS einsetze.

Ich habe pflichtgemäß auch ein paarmal den Nachthimmel betrachtet, ganz so, wie es der freundliche Händler empfiehlt. Nach ein paar Versuchen habe ich dann aber entschieden, mir dafür ein richtiges Teleskop zu kaufen, die 45° sind ein Kompromis, mehr nicht.

Inzwischen ist der Nachfolger des Swarovski Spektiv ATS 80 HD, das ATM auf dem Markt. Ab April soll es dazu ein neues Variookular geben, 25-50fach. Im Gegensatz zu vielen Beiträgen finde ich diese Selbstbeschränkung vernünftig, 50fach ist eine ganze Menge, die AP beträgt dann nur noch bescheidene 1,6 mm.

Mein Gruß geht an den Motivator nach den Niederlanden, ich hoffe, daß Sie mit meinem Beitrag zufrieden sind.

Ihr Alwin Mayr
Thema Autor Klicks Datum/Zeit

Meine Erfahrungen mit dem Swarovski Spektiv ATS 80 HD

Alwin Mayr 7849 04. März 2009 21:05

Danke für Ihren Beitrag

Dick van den Berg 1700 04. März 2009 23:00

Re: Meine Erfahrungen mit dem Swarovski Spektiv ATS 80 HD

Walter Gerhardt 2066 06. März 2009 23:09

Re: Meine Erfahrungen mit dem Swarovski Spektiv ATS 80 HD

Alwin Mayr 1935 09. März 2009 11:32

Re: Meine Erfahrungen mit dem Swarovski Spektiv ATS 80 HD

A.Schonert 2075 12. März 2009 21:01



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