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Erfahrungen mit dem Meade 16" Newton

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04. April 2004 10:31
Lieber Herr Jülich,
hier ist der schon lange versprochene Bericht.
1984 habe ich bei Herrn Jülich, er war damals noch in der Rathausgasse, ein Meade 826 gekauft. 1995 wollte ich den 8" in Zahlung geben und mir einen 16" von Meade kaufen. Damals schienen Sie mir sehr zögerlich und erweckten den Eindruck, lieber auf den Umsatz zu verzichten als mir diese Litfaßsäule zu verkaufen, wurde ich mir mit Mario Constantino handelseinig. Hier der Bericht:

Mein alter 826 war ein echter Allrounder, kein Wunder bei seinem moderaten Öffnungsverhältnis. Er war von grobschlächiger Machart, die mitgelieferten MA Okulare waren nicht sehr überzeugend, aber ich haben mit diesem Instrument wahrscheinlich mehr als 500 Nächte den Himmel beobachtet. Den schlimmsten Schwachpunkt, die dünne Säule habe ich durch einen zusätzlichen Stabilisierungsring einigermaßen beseitigt. Das Beobachten war im Sitzen oder manchmal auch im leicht gebückten Stehen möglich. Mit der antiquierten Montierung sind einige schöne Aufnahmen gelungen. Reparaturen wurden nicht nötig, Verbesserungen schon. Das Instrument leistet heute meinem Enkel gute Dienste.

Dann also der Große. Mir war vorher schon bekannt, daß die häuslichen Verhältnisse einen festen Aufenthaltsort nicht zulassen würden. Ich hatte einen guten Aufstellplatz vorbereitet und mußte das in Komponenten zerlegte Instrument nur 15 Schritte transportieren. Diesen Transport unterstützten zwei Plattformwagen, die laut Schäfer-Shop 200 KG Tragkraft aufweisen sollten. Ein Wagen erhielt eine halbrunde Holzauflage für den Tubus, der andere trug die mechanischen Einzelteile und den Akku.
Der Zusammenbau dauerte dann 15 Minuten und war mit großen Mühen von einer Person zu bewältigen. Je nach Außentemperatur wurde dann eine größere Pause nötig, die ich aber gemütlich im Haus verbrachte. Man kann mit 90 bis 120 Minuten Abkühlungszeit kalkulieren.
Der weite Blick in den Weltraum ist überwältigend, ich kann für meine Wohnverhältnisse sagen, ich habe vieles, nicht alles, gesehen, was ich mir vorgestellt habe, dabei in einer Qualität, die ich, der ich 8" gewohnt war, mir nicht hätte träumen lassen. Es gab eine Fülle beeindruckender Details, es gab beeindruckende Kugelsternhaufen, es gab eigentlich keine kleinen Messiers mehr, es gab selbst bei kleinen, schwachen Objekten Details in Hülle und Fülle.
Es gab aber keine guten Planeten mehr. Ich habe in dieser Zeit nie mehr einen Planeten in der Qualität gesehen, die ich mir als Laie vorher vorgestellt habe. Die Planetenbilder waren sehr hell, ein Graufilter zur Lichtreduzierung wurde nötig, aber gut im Sinne von für mein Auge und meine Erwartungen gut waren die Planetenbeobachtungen nicht. Wir haben dann ja mehrmals darüber diskutiert, ich hatte auch ein paar Leute von der Volkssternwarte zu Besuch, es war befriedigend mehr nicht.
Es gab noch ein weiteres Problem, nämlich die Beobachtung großflächiger Objekte. Bei meinem 8" war es überhaupt kein Problem, ein Himmelsareal von mehr als 2° zu sehen, das hatte ich mir vorher nicht überlegt. Mein geliebtes 50 mm LV ergab eine AP von über 10 mm. Sie hatten mich zwar darauf hingewiesen, aber bei mir war etwas anderes angekommen, nämlich, ich müßte halt ein geeignetes Weitwinkelokular suchen. In der Praxis endet bei meinem guten Standort die Okularbrennweite bei 31 mm. Ich habe akzeptieren müssen, daß ein 8" Newton mit 1:6 universell, der große Bruder mit 16" und 1:4,5 aber höchst speziell ist. An der optischen Qualität des Meade kann ich auch nichts kritisieren, Sie haben selber den Spiegel geprüft und für gut befunden. Kritisieren muß man die Ausführung mancher Bauteile, auch unter Berücksichtigung des Preises. Ich glaube nicht, daß Meade weniger Geräte diesen Kalibers verkaufen würde, wenn man für einige hundert Mark einen besseren Okularauszug und eine aufwändigere Spiegelbefestigung liefern würde.
Zusammengefaßt kann ich sagen, daß ein solcher Spiegel den Teil des Himmels, der im aufgrund seiner Auslegung zugänglich ist, in sehr zufriedenstellender Weise abbildet. Er zeigt aber keinen Andromendanebel, sondern nur Ausschnitte und auch nach dem Einbau der Tubusblenden ist die Plantenebeobachtung nicht nach meinem Geschmack. Die Montierung, hier stimme ich Ihnen zu, ist visuell noch möglich, aber fotografisch sollte man sich etwas anderes suchen.

Eine Einschränkung ist wichtig, ich habe viel weniger Zeit am Himmel verbracht, weil im Gegensatz zum 8" Newton mein 16" so mühevoll aufzubauen ist und ich habe bei einer Wetterlage, die nicht absolut zuverlässig ist, im Zweifel lieber auf den mühevollen Aufbau verzichtet. Ich habe dann den kleinen Refraktor benutzt, den ich vo einigen Jahren bei Ihnen geholt habe und der von mir dann zur Planetenbeobachtung und zur Fotografie dient.
Ich wünsche Ihnen in diesen Zeiten allen Erfolg und gute Gesundheit

Thomas Steffens
Thema Autor Klicks Datum/Zeit

Erfahrungen mit dem Meade 16" Newton

Thomas Steffens 5064 04. April 2004 10:31

Re: Erfahrungen mit dem Meade 16" Newton

Andreas 1770 17. Dezember 2004 12:05

Re: Erfahrungen mit dem Meade 16" Newton

Martin Köchling 1806 10. Januar 2005 13:57



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