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Einige Auskünfte zum Vixen NA 130

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28. September 2001 12:07
Ein wenig bekanntes Teleskop ist das Modell 130 NA der Firma Vixen. Dabei handelt es sich um ein Linsenfernrohr mit 130 mm
Öffnung bei lediglich 800 mm Brennweite. Bei diesen Daten erwartet der erfahrene Beobachter entweder einen Fraunhofer mit
fürchterlichen Farbfehlern und deutlicher Bildfeldwölbung oder eine apochromatische Auslegung mit exotischen Gläsern.
Bei dem NA hat der Hersteller einen anderen Weg gewählt. Ansatz war ein 4-linsiges Petzval-Design, bei dem zwei Linsen zu zwei Gruppen zusammengefaßt wurden. Die beiden Gruppen sind extrem weit auseinander. Die vordere Objektivgruppe hat einen freien Durchmesser von 130 mm, die hintere Gruppe dagegen lediglich ungefähr 64 mm. Diese Auslegung vermeidet die mechanischen Probleme klassischer Drei-respektive Vierlinserobjektive, erreicht
allerdings mit dieser Auslegung nicht ganz deren Korrekturgrad. Außerdem sind die ausleuchtbaren Felder kleiner.
Betrachtet man nun die angebotenen drei Modelle mit 120, 130 und 140 mm Öffnung, so ist die Korrekturüberlegenheit des moderat
lichtstarken 120 mm Objektives evident. Bildebnung, Ausleuchtung, spährische und chromatische Aberration sind recht gut zu beherrschen. Mit steigendem Öffnungsverhältnis wachsen die Bildfehler relativ und absolut. Die Unterscheidung zwischen relativ und absolut erscheint mir deshalb erwähnenswert, weil
unsere Sensoren sich ausschließlich an absoluten Fehlern stören. Erst wenn der relative Fehler ein absolutes Maß überschreitet, wird er als störend wahrgenommen. Gewiß sind dies keine neuen Erkenntnisse, aber mir scheint, dies wird trotzdem oft übersehen.
Für die größeren Öffnungen spricht hingegen die weiter hinausgeschobene Grenzgröße und die kürzere Belichtungszeit in der Fotografie.
Für mich liegt hier das Maß in der Mitte, beim NA mit 130mm Objektiv. Der lichtstärkere 140er erscheint mir auf der angebotenen DX-Montierung etwas zu schwer, die Montierung wird ihre liebe Not haben. Der Aufpreis für die auch äußerlich gelungene Atlux mit ausstattungsbereinigten sechstausend DM ist
erheblich.
In meine Überlegungen und fruchtbaren Diskussionen mit dem Inhaber der Firma Optische und elektronische Geräte platzte eine private Verkaufsofferte für einen DX-montierten 130 NA, die ich nicht ausschlagen wollte. Der Anbieter war beruflich zu einem Ortswechsel in eine astronomisch unergiebige Region gezwungen und offerierte für Schnellentschlossene einen famosen Preis.

Um meinem Diskussionspartner und seinen Mühen gerecht zu werden, orderte ich bei ihm ein umfangreiches Zubehörpaket.

Jetzt habe ich dieses Fernrohr bereits im zweiten Jahr. Da ich im Ruhestand bin, habe ich so ziemlich jede Gelegenheit genutzt, mit dem Instrument zu beobachten und zu fotografieren. So kann ich ohne Übertreibung von Erfahrungen berichten.

Standort des Instrumentes ist Bad Breisig. Unser Haus liegt ungefähr 2 Kilometer vom Bahnhof entfernt, auf einer moderaten Anhöhe von 190 Metern. Zur Beobachtung nutze ich unsere Terrasse. Es gibt keine Störung durch Fremdlicht, es gibt keine Beeinträchtigung durch Baumwuchs oder nahestehende Nachbargebäude. Es gibt allerdings häufig eine Luftströmung in Richtung zum Fluß, die das Beobachten der Planeten erschwert.
Angetrieben und positioniert wird das Instrument mit Unterstützung des Skysensors 2000pc. Es mag zu dieser automatisierten Vorgehensweise verschiedene Ansichten geben, aber auch nach fast 40 Jahren konventioneller Positioniererfahrung mit Teilkreisen bin ich nicht schneller als der Computer. Es verletzt nicht die Eitelkeit und stempelt niemanden zum Anfänger, wenn er eine solche Unterstützung einsetzt. Der Skysensor funktioniert absolut zuverlässig, die Trefferquote liegt bei 100%. Es bleibt eine einzige Anmerkung, man beachte den Energieverbrauch, der die vorgehenen Batterien rasch überfordert. Ich benutze daher ein Netzteil, versorgt mit einem Kabel direkt vom Haus.
Nach einem kurzen Test mit meinen alten Okularen habe ich mir folgende Okulare neu gekauft.
2,5 mm LV-Okular zur Beobachtung unseres Erdmondes.
4 mm LVW-Okular zur Beobachtung von Mars, Jupiter und Saturn. Ich habe dies reiflich überlegt, aber in Übereinstimmung mit der Literatur denke ich auch die Austrittspupille bei der Planetenbeobachtung sollte nicht bis 0,5 mm vorrücken. Ich sehe mit 200fach mehr als mit 260fach.
7 mm LV-Okular zur Beobachtung von hellen Messiers
9 mm und 20 mm LV waren vorhanden.
Ein getestetet 25 mm Okular habe ich zurückgegeben, dieses Okular erwartet einen dunkleren Himmel, als ich bieten kann.

Zur Fotografie benutze ich meine Contax mit T2-Ring. Ich bevorzuge Diamaterial, das ich bei einem Freund entwickeln lasse. In seltenen, sehr kritisch betrachteten Fällen lasse ich dann davon einen Papierabzug machen.

Ich kann dieses Instrument uneingeschränkt empfehlen. Es ist leistungsfähig, es ist noch nicht zu schwer, es ist einfach in der Anwendung. 130 mm in dieser Qualität reichen mir sowohl für Planeten als auch für neblige Objekte. Man kann diesen Refraktor mit seiner aufwendigen Optik mit Fug und Recht als Universalinstrument für gediegene Ansprüche und Brieftaschen bezeichnen.
Der Skysensor 2000 hat mich sehr überzeugt. Man kann Ihn auch als Nachschlagewerk benutzen. Die Okulare sind für mich als Brillenträger gut geeignet. Ob dies
auch für Beobachter ohne Sehhilfe gilt, kann ich nicht sagen.
Die mitgelieferte Bedienungsanleitung ist ausführlich und sollte auch dem Anfänger genügen. Etwas verwirrend dürfte für Anfänger jedoch sein, daß mehrere, unterschiedliche Modelle beschrieben werden. Ich habe fast 30 Berufsjahre technische Dokumentationen erstellt, da wird man Perfektionist.

Mit der Beratung durch die Firma Optische und elektronische Geräte bin ich sehr zufrieden. Auch als längst feststand, daß ich privat kaufen würde, wurde ich genauso geduldig und sorgfältig beraten. Besonders gefallen hat mir, mit welcher Diplomatie ich darauf hingewiesen wurde, beim Gewicht des favorisierten
Instrumentes mein Alter zu berücksichtigen.

Adolf Klein
Thema Autor Klicks Datum/Zeit

Einige Auskünfte zum Vixen NA 130

Adolf Klein 5159 28. September 2001 12:07



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