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Ob sich die Himmelsbeobachtung mit 42 mm Öffnung lohnt?

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Emil Reifenberger
21. April 2009 06:03
Ich besitze ein Zeiss Victory 8x42, 2008 gekauft, um damit die Natur zu beobachten. Im Geschäft standen auch Teleskope, da lag die Frage nahe, was man damit sehen könne. Es wurde eine interessante Diskussion, mitgenommen habe ich die Info, dass man auch ein Fernglas nehmen kann, bis auf die Planeten. Ich bekam ein Buch, Kosmos Himmelsjahr 2009 geschenkt. Soviel zur Vorrede.
Es gibt am Himmel mehrere Arten von Objekten, die der Beobachtung mit dem Fernglas zugänglich sind. Ich will einmal exemplarisch beschreiben, was man zu sehen bekommt.
Plejaden, auch Siebengestirn genannt.
Eine Ansammlung von bis zu 7 Sternen, wenn man mit dem blossen Auge beobachtet. Ich sehe nur 6 davon. Sie stehen eng zusammen und sind sehr auffällig.
Jetzt nimmt man das Fernglas.
Aus den auffälligen 6 Sternen wird ein Gewimmel von mindestens 50 Sternen unterschiedlicher Helligkeit. Das ganze Fernglasfeld ist angefüllt von funkelnden Punkten. Es gibt unterschiedliche Helligkeiten und verschiedene Abstufungen von Weiss mit Beimischungen von Blau, Gelb und Orange. Es gibt mittendrin noch einen schwachen Nebelschleier.
Die Beobachtung kann man aus der Stadt durchführen, dann sieht man aber den Nebelschleier nicht. Wenn man Zeit hat, sollte man deshalb ruhig einmal ein Stück hinaus fahren. Auf dem Land ist der Himmel viel eindrücklicher.
Andromedanebel, unsere Nachbarmilchstrasse
Das Ding ist ca. 2 Millionen Lichtjahr entfernt, eine Zahl, die man sich überhaupt nicht vorstellen kann. Die Plejaden sind viel näher, nur ein paar tausend Lichtjahre entfernt.
Trotzdem zeigt das kleine Fernglas den Andromedanebel. Aus unserem Garten sieht man einen blassen Fleck, ein Oval, geschätzter Durchmesser etwa wie der Vollmond. Es ist also kein Pünktchen, sondern richtig ausgedehnt. Fährt man die paar Kilometer aus der Stadt heraus, dann erkennt man den Andromedanebel sogar schon ohne Fernglas, so hell und markant ist er. Ob da auch Menschen leben? Immerhin hat er 200 Millionen Sonnen (Sterne).
Mit dem Fernglas geschieht etwas Bemerkenswertes. Der Andromedanebel wird zu einer richtigen Galaxie, ein großes Oval mit einem helleren Innenteil und einem ausgedehnten Aussenteil. Zwar kann man keine Spiralarme erkennen, aber die Galaxienform ist sehr gut zu erkennen. Und die sichtbare Größe übertrifft den Mond um mehr als das Doppelte. Andromeda hat noch eine kleine Nachbargalaxie, ebenfalls oval, nur schwächer und kleiner. Aber auch diese kann man von einem guten Standort aus erkennen.
Jupiter und Jupitermonde.
Mit einem kleinen Fernglas kann man den Jupiter als winzige Scheibe, aber drum herum bis zu 4 kleine Pünktchen sehen, die von einer Nacht zur anderen die Position verändern. Es können also keine Sterne sein, es sind die von Galilaei entdeckten Jupitermonde. Das sind die einzigen Planetenbeobachtungen, die mit einem Fernglas sinnvoll sind, aber immerhin.
Ich habe also die Eingangsfrage beantwortet, man kann mit einem normalen Fernglas interessante Himmelsbeobachtungen machen, man muß nicht viel wissen, die ersten Schritte sind einfach.
Zusätzliche Ausgaben beschränken sich auf ein Anfängerbuch und eine Sternkarte.
Hat man eine gute Beobachtungsstelle gefunden, möglichst ohne Strassenlaterne in der Nähe, dann muß man seine Augen noch an die Dunkelheit gewöhnen. Das dauert ein paar Minuten, in denen sich die Leistungsfähigkeit der Augen um ein Mehrfaches steigert.

Probieren Sie es einfach mal aus. Viel Spaß dabei.

Der Beitrag entstand auf Anregung von Herrn Werner Jülich, der mir das Fernglas verkauft und die Himmelsbeobachtung vorgeschlagen hat.

Frankfurt, den 21.04.2009
Emil Reifenberger
Thema Autor Klicks Datum/Zeit

Ob sich die Himmelsbeobachtung mit 42 mm Öffnung lohnt?

Emil Reifenberger 4384 21. April 2009 06:03

Re: Ob sich die Himmelsbeobachtung mit 42 mm Öffnung lohnt?

Patrik 1722 21. April 2009 17:21

Re: Ob sich die Himmelsbeobachtung mit 42 mm Öffnung lohnt?

Günther Hallwachs 1642 22. April 2009 15:18

Re: Ob sich die Himmelsbeobachtung mit 42 mm Öffnung lohnt?

Emil Reifenberger 1951 23. April 2009 09:51



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