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Erste Himmelsbeobachtung mit meinen neuen Victory 8x42 FL

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Kurt Heuser
14. Juli 2007 07:36
Ich glaube, wir hatten schon vergessen, daß es noch Nächte mit klarem Himmel gibt.
Die vergangene Nacht war wolkenlos.
Milchstraße war hauptsächlich angesagt, dafür habe ich mein Fernglas ausgewählt, sonst, nur für den Tag hätte es auch ein 8x32 getan.

Gartenstuhl und die Jacke griffbereit.
Mal ein erster Blick in den Süden. Bevor sich die Milchstraße im Horizontdunst versteckt, erkenne ich die bekannten diffusen Nebel im Schützen. Nach ein paar Minuten die Ernüchterung - freihändig geht nicht lange. Meine Abhilfe ist eine gefaltete Wolldecke über der Stuhllehne und ich falsch herum auf dem Stuhl. Mag komisch aussehen, aber so läßt es sich aushalten.
Nur so kann ich auch die Qualität meiner neuen Anschaffung bewerten. Die diffusen Nebel haben eine garnicht so diffuse Form, man muß sich nur Zeit dazu nehmen. Nachteil der freihändigen Methode ist, daß man nicht zeigen kann, was man sieht. Beim Teleskop hole ich meine Frau vors Okular wenn ich das Objekt eingestellt habe, sowas geht freihändig nicht.

Für den Sterntest eignen sich h und chi bestens. Ich muß nur den Stuhl drehen und mich hinter der Lehne klein machen dann geht es sehr gut.
Weil ich weitsichtig bin gucke ich ohne Brille. Wenn man auf optimales Einstellen aus ist, dann solle man sehr genau den Dioptrienausgleich justieren kleine Anmerkung, nicht leicht im Dunkeln, man müßte die Position sicher fühlen können. Wie sollen zwei Personen mit einem Glas hantieren, wenn es keine fühlbaren Markierungen gibt.
Zurück zu den Sternpunkten. Ich weiß von Herrn Jülich, wo ich das Glas gekauft habe, das es nicht ganz randscharf ist und daß ich in meinem Alter diese Randunschärfe nicht mehr wegakomodieren kann, wenn ich das mal so bezeichnen darf. Zur Überprüfung stelle ich die Sterne in Bildmitte punktförmig. Mit dem Bild im Zentrum bin ich absolut zufrieden, es gibt diesen berühmten Punkt, wo man sich ganz sicher ist, jetzt ist scharf. So wie man normalerweise guckt, kommt einem das Bild perfekt vor, aber wenn man dann bewußt zum Rand schaut, sieht man diese feinen Punkte etwas verdickt. Man erkennt es ganz gut, es fängt so bei 75% Bilddurchmesser an. Jetzt ist die Frage, kann man diese Randunschärfe ausschließlich auf Bildfeldwölbung zurückführen oder gibt es weitere Abberationen.
Dazu stellt man dann ganz bewußt auf den Rand scharf. Wenn man das tut, kommen einem die Sterne sehr gut abgebildet vor, ob diese korrigierte Randabbildung aber den Vergleich zur Mittenabbildung wirklich bestehen kann, läßt sich schwer sagen, man sieht ja nicht gleichzeitig innen und außen scharf.
Ich denke aber, die Sterne in der Bildmitte lassen sich noch besser scharf stellen.
Es liegt nahe, eine Mittelstellung für innen und außen zu suchen. Ich habe ein paar Versuche unternommen, das bleibt aber unbefriedigend, das Auge will die maximale Schärfe, sonst macht es keinen Spaß.

Nach fast 3 Stunde Beobachtungszeit würde ich folgendes Fazit ziehen.
Selbst 8x42 ist auf Dauer zu schwer, man muß Pausen einlegen oder man sucht sich irgendeine Unterstützung für die Ellenbogen.
Die gewählte AP von 5,25 mm macht das Glas für südliche Stadtrandlagen tauglich, sonst sollte man eine kleinere AP wählen.
Über einen Bilddurchmesser von 75% kommt mir die Abbildungsleistung wunderschön vor, es sind die berühmten Diamanten, wenn man sich Sternansammlungen vornimmt. Die üblichen Verdächtigen aus dem Messierkatalog sind deutlich genug zu erkennen, wenn man sich auf die Fernglasobjekte beschränkt. M57 und M13 muß man sich nicht anschauen, aber das ist Ihnen ja bekannt.
Diffuse Objekte, große Galaxien und besonders die Milchstraße sind mit einen Fernglas dieser Größe und Qualität sehr interessante Beobachtungsobjekte.
Es war richtig, daß ich nicht 10x42 genommen habe und für meinen ursprünglichen Favoriten das Zeiss Victory 7x42 FL ist es bei uns zu hell.

Ich besitze zusätzlich noch ein kleines Teleskop, den 6-Zöller von Vixen, was eine Arbeitsteilung erlaubt. Mir war vor dem Kauf bekannt, daß das Fernglas genauso teuer ist wie der Newton mitsamt der Montierung, ich bin aber mit dem Gegenwert sehr zufrieden.
Ich denke, ich hätte mich ähnlich geäußert, wenn es ein Leica oder Swarovski oder Nikon HG in der gleichen Größe geworden wäre, ich bin zwar Qualitätsfanatiker, aber nicht markenblind.
Es ist mir bewußt, daß ich hier im Forum Astrooptik mit diesem Bericht Eulen nach Athen trage, aber ich werde versuchen, auch die Tagesbeobachter zu animieren, die haben solche Ferngläser und stellen sie am Abend in den Schrank, wenn sie wüßten, was sie verpassen.

Kurt Heuser
Thema Autor Klicks Datum/Zeit

Erste Himmelsbeobachtung mit meinen neuen Victory 8x42 FL

Kurt Heuser 4883 14. Juli 2007 07:36

Re: Erste Himmelsbeobachtung mit meinen neuen Victory 8x42 FL

Roswitha Schumacher 2126 15. Juli 2007 18:23

Re: Erste Himmelsbeobachtung mit meinen neuen Victory 8x42 FL

Kurt Heuser 1807 17. Juli 2007 16:59

Freihandbeobachtung am Himmel ist "halbe Sache"!

Bernhard Loos 1740 19. Juli 2007 07:29

Re: Freihandbeobachtung am Himmel ist "halbe Sache"!

Kurt Heuser 1961 19. Juli 2007 10:19



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