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Die Eignung kleiner Ferngläser für Himmelsbeobachtungen

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Jürgen Kuhl
09. November 2006 05:19
Nach einem kapitalen Sturz, kam mein Vixen 15 x 80 Feldstecher zu Schaden.
Der Urlaub stand vor der Tür und schneller Ersatz war nicht in Sicht. So stand ich auf Menorca mit meinem lütten 8 x 30 Hensoldt und starrte betrübt in den Himmel. Was ich zu Sehen bekam, war aber weit besser als gedacht und so habe ich mir vorgenommen, einmal mehrere normale Ferngläser auf ihre Astrotauglichkeit hin zu prüfen. Weil mir niemand sein einziges Fernglas für Wochen ausleiht, bin ich einen anderen Weg gegangen.
Ich fand zwei Verbündete mit eigenen Ferngläsern und ich habe mir dann noch ein weiteres Fernglas gekauft.
Unsere Liste der getesteten Ferngläser:
Hensoldt 8 x 30 Dialyt mit AP 3,75 mm
Leica 8 x 42 Trinovid BN mit AP 5,25 mm
Zeiss Conquest 10 x 40 mit AP 4 mm
Zeiss 7 x 42 mit AP 6 mm

Unsere Beobachtungsbedingungen:
Stadtrand Neuwied Hanglage zum Westerwald, Straßenlaternen, Aufhellung
Westerwald Nähe Neuwied, ruhiger Campingplatz ohne Aufhellung

Unsere gemittelten Ergebnisse.
Hensoldt 8 x 30.
optimales Glas für aufgehellten Himmel. Himmelshintergrund wird ausreichend abgedunkelt. Sterne im Zentralbereich punktförmig und brilliant, ab Sehfeldradius 60-70% geht die Punktabbildung verloren. Randunschärfe nicht nur durch Bildfeldwölbung.
Die meisten Galaxien im Virgohaufen bleiben unsichtbar
M92 im Herkules ist nahezu sternförmig.
Emmisionsnebel in südlicher Sommermilchstraße kommen gut und machen Spaß.
Heller Sirius zeigt etwas Überstrahlung.
Glas lohnt den Blick zum Himmel.

Leica 8 x 42 Trinovid BN
suboptimal unter neuwieder Nachthimmel, Himmelshintergrund bleibt heller als im Hensoldt, klar bei AP > 5mm
Im Westerwald ist das Glas in seinem Element. Sterne über 2/3 Sehfeld punktförmig, Randunschärfe fast nur Bildfeldwölbung, wer will kann herausdrehen, klar auf Kosten der Mittenschärfe.
Galaxien im Virgohaufen zu erahnen.
M92 kommt etwas besser weil heller als im Hensoldt. Der M92 ist mehr ein dicker Stern als ein Kugelsternhaufen. Die südliche Sommermilchstraße macht viel Spaß, die Emissionsnebel kommen irgendwie detailreicher und besser gegen den Hintergrund abgehoben als im 8 x 30.
Sirius zeigt ganz wenig Überstrahlung.
Gutes Glas, für längere Beobachtungen an der Gewichtsgrenze.

Zeiss Conquest 10 x 40.
Liefert in Neuwied den besten Himmelshintergrund. Besser als das 8 x 30, obwohl AP 0,25 mm größerer!
Sternabbildung ähnlich Trinovid, etwas kleines Bildfeld, mehr Handzittern.
Galaxien im Virgohaufen werden im Westerwald gut erkennbar. Die Emissionsnebel in der Milchstraße profitieren vom besseren Himmeshintergrund. Sirius zeigt Überstrahlung. Für längere Beobachtungen ohne Unterstützung lehne ich ein Glas mit 10facher Vergrößerung ab.

Zeiss 7 x 42 Victory FL.
hinterläßt einen zwiespältigen Eindruck, weil der Himmelshintergrund einfach zu hell bleibt, hohe Ansprüche an die Umgebung. Vor dem Kauf genau klären, wie die Normalbedingungen sind, sonst lieber das 8 x 42 nehmen.
Im Westerwald das perfekte Milchstraßengenußglas. Tolle Sternabbildung über 3/4 -4/5 vom Sehfeld. Abfall zum Rand kann herausgedreht werden, klar, auf Kosten der Mittenschärfe.
Galaxien im Virgohaufen ähnlich dem Trinovid. Milchstraße im Sommer etwas konturenarm wegen Hintergrund, dafür wird man mit dem Panoramablick entschädigt.
Sirius zeigt NULL Überstrahlung, Klasseleistung für diesen Himmelsgucker im Nebenberuf.
Wäre nicht die Schwäche bei hellem Himmel.

Himmelsbeobachtung mit normalen Ferngläsern macht Spaß.
Höchstwahrscheinlich muß man mit einer AP um 4mm gegen die Aufhellung antreten. Mein Favorit hat hat 8fache Vergrößerung und sollte keine 600 Gramm wiegen.
Wer das seltene Glück hat, mehr ländlich zu wohnen, oder bereit ist, mehr als ein Fernglas zu kaufen, der soll sich mal das 7 x 42 Victory anschauen. Aber als einziges Glas für den Stadtmenschen rate ich ab.

Jürgen Kuhl
Thema Autor Klicks Datum/Zeit

Die Eignung kleiner Ferngläser für Himmelsbeobachtungen

Jürgen Kuhl 5951 09. November 2006 05:19



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