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Re: Leica Geovid 8 x 56, etwas Wasser in den Wein

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Dirk Kurbjun
01. April 2006 10:00
Mein 8 x 56 SLC ist fast neu. Ich war diesen Winter in Südtirol und mein Apres Ski bestand aus Himmelsbeobachtung. Ich bin nicht so sehr erfahren, aber es macht schon Spaß. Wer aus dem tiefen Westen in die klare Alpenluft fährt, der ist ja sowieso überwältigt von dem was man dort sieht. Wir wohnten knapp 1700 Meter hoch und es gab keine einzige störende Lichtquelle in meiner bevorzugten Blickrichtung, Süden.
Als fleissiger Leser dieses Forums weiß ich zumindest in der Theorie, auf was man achten sollte. Ich habe mir ein paar Notizen gemacht.

Der Einblick ist gut, mit Brille mit den Augenmuscheln auf Anschlag übersehe ich das ganze Feld. Ohne Brille müssen bei mir die Augenmuscheln nicht ganz heraus. Es gibt keine schwarzen Abschattungen, man kann mühelos und schnell den passenden Einblickpunkt finden.
Die Randschärfe bestimmt man am besten vom Stativ aus an Sternhaufen. Die Abschätzung, ab wann die Schärfe nachläßt, hängt bei mir von der Helligkeit der Sterne ab. Sirius erscheint nie wirklich scharf, weil mein Auge dem Flackern und den kurzen Blitzen in verschiedener Richtung nicht folgen kann. Ich bevorzuge die Gürtelsterne im Orion, auch weil die im März gegen Mitternacht ohne Genickstarre zu betrachten sind. Das 8 x 56 zeigt die inneren 5° Bildfeld einwandfreie Sternpunkte. Dann wird die Punktabbildung zum Rand hin zunehmend schlechter. Es bleibt bei der runden Form, die aber zu einer kleinen Scheibe wird. Ein Teil der Unschärfe kann nachfokussiert werden, das geht dann aber auf Kosten der Mittenschärfe.
Der zum Bildrand driftende Stern erlöscht nicht schlagartig sondern verliert innerhalb von ca. 10 Sekunden Helligkeit bis zum Erlöschen.
Offene Sternhaufen werden zu einem Erlebnis, weil die vorhin geschilderten Randprobleme nicht auffallen, so sehr ist man vom funkelnden Haufen gefangen. Der Nebel in den Plejaden ist sicher zu erkennen.
Der Krebsnebel ist sicher zu erkennen.
Die oft als Schmetterling beschriebene Form des großen Orionnebels ist in Form und Helligkeitsverteilung sicher zu erkennen.
M44 und M67 im Krebs sind sicher in Einzelsterne aufzulösen, bei nur 8facher Vergrößerung.
So geht es immer und beeindruckend weiter.
Der Mond erzeugt einen Reflex, der aber nicht die korrekte Mondform hat, sondern viel stärker gebogen ist. Der Reflex ist bei Sirius nicht zu finden, er ist dagegen mühelos bei Saturn und mars zu finden. Wieso ich beim Stern nicht finde, was beim hellen Planeten zu sehen ist, kann ich nicht sagen.
Um den Mond ist kein Halo zu erkennen, wie ich es aus dem 8 x 50 Leica kenne. Die Vergütung scheint optimal.
Verläßt der Mond das Gesichtsfeld, so findet man beim weiteren Schwenken zwei Abschnitte mit störenden Aufhellungen, hervorgerufen durch Fremdlicht. Dies Aufhellungen haben eine ovale Form und die Intensität erreicht Werte wie ein blasser Nebel. Leider ist es mir nicht gelungen, gleichzeitig einen bekannten Nebel und die Aufhellung durch Fremdlich einzufangen, so bleibe ich auf Schätzungen angewiesen. Ich schätze die Aufhellung durch Fremdlich etwa so hell wie den Orionnebel. Man kann daher schon von Beeinträchtigung in der speziellen Situation sprechen.
Es war leider kein weiteres Fernglas zum Vergleich verfügbar. Ich hätte sehr gerne einmal geprüft, wie ein speziell für Astro beworbenes Myauchii oder Fujinon dieses Fremdlicht zeigt oder ob dies dort besser unterdrückt wird.

Der Überhub reicht für meine Kurzsichtigkeit aus, sie beträgt - 2,75 auf beiden Augen. Das SLC 8 x 56 ist dann am Anschlag.

Handling und Bedienung sind tadellos. Temperaturen um minus 12° Celsius hatten keinen Einfluß auf die Funktion. Das Glas ist zu schwer für längere Freihandeinsätze und ich habe deshalb das Swarovski Stativ mit Fernglasadapter benutzt. Dies bedeutet eine Einschränkung der Mobilität und macht das Erreichen der zenitnahen Objekte unmöglich. Zum Glück dreht sich die Erde und man braucht nur etwas Geduld.

Den Booster habe ich einmal kurz ausprobiert. Ich wollte sehen, ob ich mit 16fach den Saturnring sehen kann. Dies gelingt nicht. Man erkennt vielleicht ein Oval statt der Kugel, dies würde ich aber nicht Erkennen nennen.

Das SLC hat meine Erwartungen erfüllt. Wie es sich jetzt im Vergleich zum Leica oder Zeiss 8 x 56 schlägt, wird man abwarten müssen.

Dirk Kurbjun
Thema Autor Klicks Datum/Zeit

Leica Geovid 8 x 56

Rudolf Kern 6812 04. März 2006 14:10

Re: Leica Geovid 8 x 56

Josef Weiden 2005 05. März 2006 13:47

Leica Geovid 8 x 56, etwas Wasser in den Wein

Horst Vogel 2529 23. März 2006 12:24

Re: Leica Geovid 8 x 56, etwas Wasser in den Wein

Achim 1968 23. März 2006 20:49

Re: Leica Geovid 8 x 56, etwas Wasser in den Wein

Dirk Kurbjun 2003 01. April 2006 10:00

Ergänzung

Hans Dieter Pohl 2072 02. April 2006 17:58



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