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Christian Schulten
15. Januar 2006 12:21
Dies ist mein erster Bericht, alos seht bitte gnädig über ein paar Unebenheiten hinweg.

Ich wollte ursprünglich ein wasserdichtes, leichtes Spektiv kaufen, für das es auch einen KB-Adapter gibt. Es kam die übliche Tour durch die Internetforen und danach zum Testen durch mehrere Geschäfte. Das Problem in den Geschäften ist oft, daß man nicht so richtig testen kann. In zwei Geschäften gab es als Info nur den Preis, in einem hatte der Verkäufer zwar Ahnung, aber irgendwie habe ich ihm nicht gefallen, er war ungnädig und dann bin ich weiter.
Ich bin nicht der Typ, der beim Händler testet um dann im Internet billigst zuzuschlagen, was nicht heißt, daß ich jeden Preis zahle, man findet einen Kompromiß, ich will aber schon ernstgenommen werden, auch wenn meine Fragen die eines Laien sind.
Es gab eigentlich nur zwei Firmen, die mich beraten haben, mit Abstand am besten war Firma Jülich und die Vorführung war hilfreich.
Nachdem ich den maximalen Preis genannt hatte, nahm Herr Jülich 2 Spektive und verschiedene Okulare mit und wir marschierten zum Rhein. Ich konnte in Ruhe die beiden Vixen Modelle Geoma 65 und Geoma 80 ausprobieren. Während meiner Tests wurde ich auf die einzelnen Effekte hingewiesen: Bildhelligkeit, Verzeichnung, Vergrößerung, Streulichtempfindlichkeit.
Ich brauchte fast 1 Stunde und es war saukalt. Ich bin dann mit dem 80er Spektiv gegangen.
Gekauft habe ich das Geoma eigentlich nur für die Erdbeobachtung, ich dachte an einen nahen Krähenbaum und an die Reiher, die sich auf der Insel Nonnenwerth aufhalten, was von uns aus 200 Meter sind. Meine Idee war soweit richtig, ein Krähennest auf 100 Meter Entfernung bei 60facher Vergrößerung, da kann man schon was sehen.
Von unserem Balkon aus ist der Drachenfels genau gegenüber und ich kann ein Stück den Weg hinauf sehen, wobei es eine Kleinigkeit ist, die Leute und die Esel zu erkennen. Ich schätze den Abstand auf 1500 Meter maximal.

Herr Jülich hat mich schon damals darauf hingewiesen, daß man mit dem Spektiv auch einmal zum Himmel schauen soll. Das habe ich dann auch am ersten Tag schon gemacht, denn der Mond war schon am späten Nachmittag zu sehen.
Mit dem Zoomokular 20-60 kann man jedenfalls mehr Krater und Berge sehen, als man sich merken kann und für die Jupitermonde reicht es auch. Weil ich als Rabatt das Himmelsjahr bekommen habe, bin ich seitdem bei klarem Himmel auf dem Balkon und beobachte den Himmel.
Wer aber mehr sehen will, der denkt an eine stärkere Vergrößerung, also habe ich mir noch ein Okular gekauft und bei dieser Gelegenheit auch noch eine drehbare Kosmos Sternkarte und etwas Literatur: Karkochka und Stars am Nachthimmel um auf den Geschmack zu kommen.
Die stärkere Vergrößerung lohnt sich besonders bei der Beobachtung vom Mond. Der Mond ist dann nicht mehr so hell und außerdem zeigt er alleine durch den Sprung von 60fach auf 80fach eine Menge an zusätzlichen Kratern, da kann man sich gut vorstellen, daß da sogar noch mehr geht.
Ich habe den Mars einige Mal beobachtet, da muß man aber das Handtuch werfen, Mars zeigt mir so gut wie keine Details, weder bei 60- noch bei 80fach.
Saturn dagegen ist ein Spekatel, daß sogar meine kälteempfindliche Frau beeindruckt.
Mit dem Zoomokular kann ich ab ca. 30fach den Ring erkennen, darunter sind es nur zwei kleine Ohren, darüber ist es ein freier Ring, unabhängig vom Planeten selber.
Natürlich beobachte ich den Orion und erst nach einigen Beobachtungen sehe ich immer mehr Details, wo am Anfang ein blasser grauer Klecks war, bekommt der Klecks eine Form und eine abgestufte Helligkeitsverteilung.

Ich denke, für den Preis habe ich eine ordentliche Leistung erworben. Das es nicht perfekt ist, wurde mir beim Verkauf gesagt, aber es wurde hinzugefügt, daß das Geoma keine eindeutige Schwäche hat, sondern in allen Punkten ein Stück hinter der Spitzenklasse zurückbleibt. Das war insoweit wichtig, als ich keine gute Optik in Wackelmechanik und ungekehrt kaufen wollte.

Der Test ist der Durchlauf eines hellen Sternes, nehmen wir Rigel, durch das ganze Spektiv.
Schon bevor man ihn sieht, wird er durch einen hellen Schein angekündigt und dann dauert es noch mehr als 2 Minuten, bis er am Bildrand sichtbar wird. Im Zoomokular bei 20fach zeigt sich dann weiter zur Bildmitte hin noch ein weiterer Stern, der sich als ein Reflex entpuppt. Man kann die Helligkeit mit Vergleichssternen abschätzen, der Reflex sollte ca. 1% des Ursprungslichtes haben.
Wenn der Rigel dann bis näher an die Mitte heran wandert, dann bewegt sich der Reflexstern auf Rigel zu, dahinter entdeckt man einen noch blasseren zweiten Reflex, das sind die Nachteile des Zoomokulars denn beim 80fachen Okular ist dieser Effekt nicht zu sehen, obwohl auch da ein Reflex zu erkennen ist, aber dafür braucht man den Mond.
Das Zoomokular ist astronomisch betrachtet am besten im Bereich über 30fach. Ich habe mir das von Herrn Jülich erklären lassen, die Erklärung aber wieder vergessen. In jedem Fall ist es so, daß das Zoomokular sehr bequehm ist und deshalb auch immer dann dranbleibt, wenn ich statt Planeten und Mond etwas weiter hinaus sehen möchte.
Man muß sich einfach einmal klarmachen, wie weit man hinaussehen kann. Die Kugelsternhaufen sind bereits außerhalb unserer Milchstraße, der Andromedanebel ist 2 Millionen Lichtjahre entfernt und die schwachen Fitzelchen im Comahaufen, die mein 80mm Miniteil zeigt, sind noch mindestens 10-20mal weiter.

Ich würde mir niemals ein Spektiv kaufen, wäre ich nur an der Astronomie interessiert. Ich würde es aber für verschenkt halten, wenn ich so ein Spektiv hätte und nicht damit zumindestens einmal den Mond und den Saturn beobachten würde. Das Geoma 80 erfüllt meine mittelprächtigen Anforderungen am Tag sehr gut, es überrascht mich Anfänger am Nachthimmel und ich habe den Kauf nicht bereut. Die Alternative Zeiss oder Leica kommt aus finanziellen Gründen nicht in Frage, aber für 1/3 der Kosten werde ich mehr an Spaß haben, sagen wir 50%. So darf man doch auch rechnen, oder?

Christian Schulten






Thema Autor Klicks Datum/Zeit

Vixen Geoma 80 Spektive

Christian Schulten 7331 15. Januar 2006 12:21

Re: Vixen Geoma 80 Spektive

Thomas Becker 1926 16. Januar 2006 12:19

Re: Vixen Geoma 80 Spektive

Peter Stein 1878 16. Januar 2006 16:53

Re: Vixen Geoma 80 Spektive

Thomas Becker 1761 16. Januar 2006 23:32

Re: Vixen Geoma 80 Spektive

Christian Schulten 1955 17. Januar 2006 08:52

Re: Vixen Geoma 80 Spektive

Stefan Korth, Vixen Europe GmbH 1933 17. Januar 2006 09:34

Re: Vixen Geoma 80 Spektive

Christian Schulten 2196 17. Januar 2006 10:21



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